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| 02:43 Uhr

"Man fürchtet sich nicht vorm Tod, möchte aber nicht dabei sein"

Harald-Alexander Korp referierte innerhalb der Seniorenakademie in Elsterwerda zum Thema "Humorvoll sterben - wie kann das gehen?"
Harald-Alexander Korp referierte innerhalb der Seniorenakademie in Elsterwerda zum Thema "Humorvoll sterben - wie kann das gehen?" FOTO: Mona Claus/mcl1
Elsterwerda. Humorvoll dem Lebensende entgegen – kann denn das gehen? Mit dieser provokanten Frage hatte der Redner seine Zuhörer innerhalb der Seniorenakademie in Elsterwerda sofort in den Bann gezogen. Horst Paulick/hpi1

Harald-Alexander Korp, Religionswissenschaftler und Mitarbeiter in einem Hospiz, ging recht geschickt zu Werke, um die Problematik begreiflich zu machen. Er zeigte Fotos, erzählte Episoden aus seinem Hospiz-Dienst sowie einige Humoresken zur Untermauerung seiner These. Und das Publikum der Seniorenakademie der Kreisvolkshochschule in der Elsterschloss-Aula ging mit.

Die immer höher werdende Lebenserwartung ruft förmlich nach Veranstaltungen dieser Art. Dass dabei dem Tod gleichermaßen Beachtung wie dem Leben zu schenken ist, leuchtet ein. Doch, so des Redners Argumentation: "Man fürchtet sich nicht vor dem Tod, möchte aber lieber nicht dabei sein." Andererseits bewegt so manchen älteren Erdenbürger schon, wie man eigentlich sterben wolle oder könne. Locker, gespickt mit sehr vielen Fakten, vor allem aber mit nie versiegendem Humor, so bot der Referent seinen Vortrag. Er zitierte Epikur sowie die Religion, für die der Tod nur ein anderes Sein darstelle, bezog sich auf Erfahrungen und Gefühle von an Krebs Erkrankten. Unverkennbar war sein Bemühen, den Zuhörern die Angst vor dem Tod zu nehmen. Dabei kamen sein Humor, seine Lockerheit, mit dem Thema umzugehen, immer besser an. Immer wieder mal füllte fröhliches Lachen den Vortragsraum. Und als er aufforderte zu einer regelrechten Lachyoga, da kam Bewegung auf. Mit wahrer Begeisterung wurden die Übungen aus vollem Halse absolviert.

"Lachen bedeutet Atmen, das wiederum ist die Grundlage unseres Lebens", dozierte der Wissenschaftler. Dass das alles unter der Bezeichnung Gelotologie zusammengefasst ist, das erfuhr das interessierte Publikum. Es amüsierte sich auch lauthals über jede Menge Witze und Karikaturen.

Leider ging dabei die Beziehung zum Tod ziemlich verloren. Dennoch, nach Vermittlung einzelner Empfehlungen durch den Referenten, so der Führung eines Humor-Tagebuchs, bedankte sich das Publikum mit herzlichem Beifall für einen kurzweiligen Nachmittag mit dem Referenten Harald-Alexander Korp, der sich wiederum mit zufriedenem Gesichtsausdruck nicht zurückzuhalten brauchte.