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| 15:57 Uhr

Malerei in der Kleinen Galerie
Stralsund, Braunschweig, Elsterwerda

Mit vollem Körpereinsatz werden die Bilder von Dierk Grundmann (l.) in der Kleinen Galerie in Elsterwerda aufgestellt und aufgehängt und dabei gleichzeitig mit dem Allerwertesten wieder aus der Linie gerissen.
Mit vollem Körpereinsatz werden die Bilder von Dierk Grundmann (l.) in der Kleinen Galerie in Elsterwerda aufgestellt und aufgehängt und dabei gleichzeitig mit dem Allerwertesten wieder aus der Linie gerissen. FOTO: LR / Manfred Feller
Elsterwerda. Dierk Grundmann hat einst die Ostsee im Herzen mitgenommen. Er verewigt sie nun in der Malerei und zeigt seine Bilder in Elsterwerda. Von Manfred Feller

Wie kommt ein gebürtiger Stralsunder, der seit Jahrzehnten vornehmlich von Braunschweig aus als selbstständiger Stadtplaner arbeitet, mit seiner Ostsee- und Cornwallmalerei ausgerechnet nach Elsterwerda, wo er noch nie in seinem Leben war? Durch einen Zufall.

„Es war meine erste Ausstellung überhaupt“, erinnert sich Dierk Grundmann, Jahrgang 1945, an seine Premierenschau 2013 in Stralsund. Eine Besucherin aus Elbe-Elster mit einem ähnlichen bauberuflichen Hintergrund interessierte sich für die Malerei mit gestrandeten Booten, Stränden, Dünen und Meer. „Einige Zeit später rief sie mich an und wollte unbedingt ein Bild kaufen. Es zeigt in Kreide und Bitumen eine Buhnenlandschaft mit einer starken grafischen Wirkung“, so der passionierte Freizeitmaler.

Über das Berufliche und Künstlerische entwickelte sich eine Freundschaft. Irgendwann erfuhr der Wahl-Braunschweiger, dass es im entfernten Städtchen Elsterwerda eine feine, kleine Galerie gibt, die auch noch so heißt. Und in der Tat ist Dierk Grundmann so sehr begeistert, dass er den weiten Weg mit einigen seiner ausgewählten Werke auf sich genommen hat. „Die Galerie ist sooo süß, und die Ehrenamtlichen sind so engagiert. Hier geht es sehr persönlich zu“, schwärmt er. Beim Aufbau packen die heimischen Kunstfreunde natürlich mit an.

Obwohl Dierk Grundmann sein Leben im Wesentlichen im Westen gelebt hat (1959 flüchteten seine Eltern über Westberlin), bleibe der Osten mit der Ostsee und Stralsund seine Heimat. Auch beruflich hat es den Architekten und Stadtplaner immer wieder „rübergezogen“. Die Innenstadtsanierung in Haldensleben, Salzwedel, Halberstadt und anderen Orten trägt auch seine fachliche Handschrift. Die Arbeit mit den Ost-Verwaltungen zeichne sich immer wieder durch eine gewisse Frische aus. Dies mag er wie die Brise der Ostsee.

Als Stadtplaner müsse man immer wieder skizzieren, den Auftraggebern zeigen, wohin man möchte. So war der Schritt zur Malerei nicht weit. Beim Malen strebt er durchaus Harmonie an, wie er sagt. Seine Arbeiten stünden im Kontrast zu dem oft problembeladenen Alltag der Menschen. „Das Leben wird immer künstlicher und komplizierter. Gleichzeitig wird aber unser Bedürfnis nach Schönheit immer größer“, lautet seine Motivation.

Seine Ausstellung „Boote und Meer“ in der Kleinen Galerie „Hans Nadler“ in Elsterwerda ist bis zum 29. Juli zu sehen: dienstags bis sonnabends von 9 bis 17, sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr. Das Galeriegespräch mit dem Künstler ist am Freitag (15. Juni) um 19 Uhr.