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| 16:10 Uhr

Sänger-Jubiläum in Dobra
Zum 170. Geburtstag gibt es eine ganz besondere Urkunde

Der Sängervereinsvorstand mit Werner Jost (l.) und Lutz Krause feiert gemeinsam mit Kurstadt-Bürgermeister Thomas Richter (r.) das Jubiläum.
Der Sängervereinsvorstand mit Werner Jost (l.) und Lutz Krause feiert gemeinsam mit Kurstadt-Bürgermeister Thomas Richter (r.) das Jubiläum. FOTO: Veit Rösler
Dobra. Der Männergesangverein Dobra 1848 ist der älteste Gesangverein im Altkreis Bad Liebenwerda. Zum Jubiläum gab es jetzt eine besondere Anerkennung. Von Veit Rösler

„Männer-Gesang-Verein Dobra 1848“ steht auf der Fahne der Dobraer Sangesbrüder – und damit eine Zahl, die in der Konstellation zu 2018 insgesamt 170 Jahre ergibt. Zu diesem 170. Jubiläum hat der Dobraer Gesangverein jetzt von Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter als Dank und Anerkennung für die kulturelle Arbeit in der Kurstadt eine Ehrenurkunde erhalten, mit edlem Siegel und originaler Unterschrift des Stadtoberhauptes. Der Vereinsvorsitzende der Sänger Lutz Krause und sein Stellvertreter Werner Jost hatten zu dem Empfang beim Bürgermeister die Vereinsfahne mit der Jahreszahl mitgebracht, die den Gesangverein zum ältesten im Altkreis Liebenwerda und selbst zu einem der ältesten im Elbe-Elster-Kreis macht. Die Gründung 1848 wurde von 14 sangesfreudigen Dobraern durchgeführt. Der 1. Vorsitzende war Gottfried Schüler. Kassierer Julius Beyer und Kantor ein Herr Schulze. Der Name des Gründungsmitgliedes Schüler hat sich durch dessen Nachfahren bis heute gehalten.

Eine Fahnenweihe ist aus dem Jahr 1905 überliefert. Die damals geweihte Fahne wurde nicht nur beim Fahnenwart aufbewahrt, sondern viele Jahre auch im Dobraer Gasthaus Auerhahn öffentlich ausgestellt. Durch die Begleitung zu den Auftritten des Vereins war die Fahne derart verschlissen, dass sie in der Wendezeit durch eine originalgetreue Kopie aus der Kunststickerei Eibenstock ersetzt werden musste. Das Original wird seitdem im Museum Bad Liebenwerda verwahrt. Im Jahre 1927 erfolgte der Beitritt zum „Deutschen Sängerbund“. Großen Anklang fanden stets die Sängerfeste im Ort.

Von 1943 bis 1948 kam es zur Unterbrechung der aktiven Chorarbeit durch den Zweiten Weltkrieg. Von insgesamt 54 Mitgliedern wurde der Verein dann 1948 wieder neu ins Leben gerufen. Im Herbst 1991 erfolgte der notarielle Eintrag als „Männergesangverein Dobra 1848 e. V.“ und im Jahr 1993 der Beitritt zum „Brandenburgischen Chorverband“. Seit 1993 besteht eine Verbindung zum „MGV 1877 Vendersheim e.V.“ aus Rheinhessen. Im März 2001 bekam der Verein die Zelter-Plakette überreicht, eine bundesweite Auszeichnung für Chorvereinigungen. In den Jahren 1958, 1988, 1993, 1998, 2003 und 2008 wurden von dem Mitglied des Sängerkreises Bad Liebenwerda in Dobra Sängerfeste veranstaltet. Namhafte Künstler wie zum Beispiel Ute Freudenberg und der Kurt-Schlosser-Chor aus Dresden waren als Gastkünstler mit dabei. Klar, dass die Dobraer Sänger auch bei Besuchen in der Partnerstadt von Bad Liebenwerda in Nowe Miasteczko mit unterwegs sind. Wichtig ist den Mitgliedern seit jeher die Geselligkeit. So werden mit den Ehefrauen regelmäßig Ausflüge unternommen.

Das Repertoire des klassischen vierstimmigen Männergesangs umfasst das Liedgut der heimischen Volkslieder, aber auch Werke von Beethoven und Schubert. Um das Programm ständig zu erweitern, werden immer wieder neue Lieder einstudiert. In den 170 Jahren gab es 15 Chorleiter und eine Chorleiterin. Dienstältester Chorleiter ist seit 1981 Werner Jost. Wie bei vielen anderen Vereinen auch ist der hohe Altersdurchschnitt ein Problem. Ständig ist man um Nachwuchs bemüht.

Am 30. Juni 2018 fand eine kleine Jubiläumsfeier im Reiterstübchen in Dobra statt. Aktuell hat der Verein 16 Sänger und zwei fördernde Mitglieder. Die Übungsstunden finden am Freitag zwischen 19.30 und 21.30 Uhr im Reiterstübchen statt.