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Luther-Pass ist "Tourismus-Leuchtturm"

Pass-Erfinderin Janine Kauk nimmt mit EE-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski und EE-Sparkassenvorstand Jürgen Riecke (r.) von OSV-Chef Dr. Michael Ermrich (l.) den Preis entgegen.
Pass-Erfinderin Janine Kauk nimmt mit EE-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski und EE-Sparkassenvorstand Jürgen Riecke (r.) von OSV-Chef Dr. Michael Ermrich (l.) den Preis entgegen. FOTO: Frank Claus
Berlin/Elbe-Elster. Schon 20 000 Mal ist er vergeben, weitere 20 000 Exemplare befinden sich gerade im Druck. Noch vor dem erwartet großen Ansturm im Jubiläumsjahr 500 Jahre Reformation ist Elbe-Elsters Luther-Pass fast zu Goldstaub geworden. Frank Claus

Der Pass, der Wegbegleiter sein soll, um Luthers Spuren in Mühlberg, Bad Liebenwerda, Doberlug-Kirchhain, Finsterwalde, Jüterbog (alle Brandenburg), in Torgau (Sachsen) und Wittenberg (Sachsen-Anhalt) zu erforschen, ist inzwischen sogar in erweiterter Auflage erschienen. Jetzt ist auch das Asisi-Panometer in Wittenberg nicht nur Ausgabe-, sondern auch Stempelstelle geworden. An allen Tourstationen können sich Pass-Inhaber unterschiedlich gestaltete Stempel in ihren Pass drücken lassen. Inzwischen hat das Dokument sogar einen etwas größeren Bruder bekommen - den Reisekompass. Angelehnt an die Gestaltung des Passes gibt der Kompass Tipps für weitere Ausflüge in und um die Tourstationen und stellt Sehenswürdigkeiten vor. Inhabern bietet er vielfältige Vergünstigungen. Pass-Erfinderin Janine Kauk: "Wir denken schon jetzt an die Zeit nach dem Luther-Jahr. Wir wollen darüber hinaus Reiseziel bleiben."

Für den Ostdeutschen Sparkassenverband (OSV), der gestern im Rahmen der Internationalen Tourismusbörse unter dem Berliner Funkturm zum inzwischen 20. Tourismusforum eingeladen hat, ist das Elbe-Elster-Produkt der Landessieger Brandenburg. Der Luther-Pass verbinde in hervorragender Weise Tourismus mit Kunst und Kultur. "Alle ausgezeichneten Landessieger betreiben eine konsequente Kundenorientierung. Sie verstehen es auf nachahmenswerte Weise, das eigene Angebot mittels Vernetzung mit Angeboten benachbarter regionaler Betriebe zu ergänzen", würdigt Thomas Wagner, Verbandsgeschäftsführer des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen.

Wie wichtig Nachhaltigkeit im Tourismus sei, verdeutlicht Michael Ermrich, geschäftsführender OSV-Präsident, mit den Entwicklungen des zurückliegenden Jahres.

Insgesamt 447,17 Millionen Übernachtungen habe es bundesweit gegeben. Das sei ein Zuwachs von 2,5 Prozent. In Ostdeutschland habe der Zuwachs aber nur noch 1,8 Prozent betragen. "Die Signale werden deutlicher, die uns vor den Grenzen des quantitativen Wachstums warnen", meint er und fordert Tourismusanbieter auf, mehr in Nachhaltigkeit und vor allem in Qualität zu investieren.

Zum Thema:
Brandenburg: "Luther-Pass". Der Pass folgt den Spuren Luthers in acht Städten und drei Bundesländern. Apps und kreative Werbemittel begleiten die Aktion, die über das Lutherjahr hinausreicht.Mecklenburg-Vorpommern: Olympus FotoKunstPfad Zingst. Installationen internationaler Künstler werden im öffentlichen Raum vermarktet. Besucher leihen sich Kameras aus und lernen mit Anleitung von Profis das Fotografieren.Sachsen: Stoneman Mitiquidi. Es ist ein Angebot für Mountainbiker im Erzgebirge. Die Tour führt über 162 Kilometer, 4400 Höhenmeter, neun Gipfel und zwei Länder.Sachsen-Anhalt: JugendFilmCamp Arendsee. Angeboten wird ein Kreativurlaub für Jugendliche und Nachwuchsfilmer, die sich je nach Interesse mit Kamera und Schauspiel beschäftigen.Thüringen: DB Regio; Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn. Drei Bahnen werden auf diesem touristischen Pfad mit vielen interessanten Punkten an der Strecke verknüpft.