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| 16:59 Uhr

Wirtschaft in Elbe-Elster
Stein auf Stein Nachfolge perfekt geregelt

Nicht nur einzelne Häuser - die DDK Hausbau GmbH in Haida errichtet Wohnparks. Geschäftsführer Mirko Görlich (l.) und Horst Klitscher, Firmengründer und Prokurist, schauen sich den Plan für das nächste Projekt an.
Nicht nur einzelne Häuser - die DDK Hausbau GmbH in Haida errichtet Wohnparks. Geschäftsführer Mirko Görlich (l.) und Horst Klitscher, Firmengründer und Prokurist, schauen sich den Plan für das nächste Projekt an. FOTO: Manfred Feller / LR
Haida. Das wird ein Kraftakt: In den nächsten fünf Jahren suchen im Süden von Brandenburg mehr als 2000 Betriebsinhaber einen Nachfolger. Warum dies bei der DDK Hausbau GmbH in Haida perfekt gelungen ist. Von Manfred Feller

Es gab Zeiten, da reichten die Aufträge nicht zum Überleben aller Handwerksbetriebe. Viele verabschiedeten sich. Heute fehlen sie. Denn die Auftragslage ist oft fantastisch. Die Folge: Bauherren müssen sich gedulden und nicht selten tiefer in die Tasche greifen. Und es droht neues Ungemach. Es fehlen Betriebsnachfolger.

Horst Klitscher aus Elsterwerda überlässt nichts dem Zufall. Er möchte, dass sein Lebenswerk, die DDK Hausbau GmbH als florierender Arbeitgeber für 32 Beschäftigte erhalten bleibt. Der Gesellschafter, Firmengründer und heutige Prokurist hat seine Nachfolge weitsichtig vorbereitet. Die Geschäftsführung liegt seit fast genau zwei Jahren in den Händen von Mirko Görlich aus Beiersdorf. „Man muss jemanden mit Herzblut finden. Bei uns ist es optimal gelaufen. Andere hatten nicht so viel Glück“, blickt der Senior zurück. „Viele Firmen mussten schon aufgeben“, ergänzt Mirko Görlich.

Er hatte 1999 als Maurer in der Hausbaufirma angefangen. Der junge Mann machte sich gut, wurde Vorarbeiter. „Dann habe ich ihn auf die Meisterschule geschickt“, erinnert sich Horst Klitscher. Fortan arbeitete Mirko Görlich als Bauleiter. „Das war der Beginn der Übergabe“, so Horst Klitscher. Er übertrug immer mehr Verantwortung.

2015 wurden dann Nägel mit Köpfen gemacht. Die Nachfolge wurde Schritt für Schritt geregelt. Dabei habe ein wenig auch der Lotsendienst der Wirtschaftsförderung des Landkreises Elbe-Elster geholfen. Es gab eine Mehrtagesschulung. Nachteil: „In dieser Runde saßen“, so Mirko Görlich, „auch totale Anfänger. Der Arbeitsalltag hat in meinem Fall mehr gebracht.“

Zeit, über seinen beispielhaften Aufstieg bis hin zum Gesellschafter und Geschäftsführer nachzudenken, hat Mirko Görlich nicht. Die Auftragslage sei seit Jahren gut. Doch im Vorjahr sei nicht nur seine Firma an ihre Kapazitätsgrenze gekommen. Und aktuell? Die DDK Hausbau GmbH in Haida sei bis in das III. Quartal hinein so gut wie ausgelastet. „Wir müssen sogar schon Aufträge absagen“, bedauert Horst Klitscher. „Wir könnten sofort vier bis fünf Maurer und Kraftfahrer einstellen.“ Erneut kommt Glück ins Spiel: Seit August 2017 bildet der Betrieb zwei angehende Maurer aus. So könnte es jedes Jahr weitergehen. Doch immer weniger junge Leute wollen in das Handwerk.

Über den arbeitsarmen Winter werden die Männer vom Bau durch die Saisonkurzarbeit gehalten. Kündigen komme für diese Zeit nicht infrage. Wer Fachleute hat, halte diese fest. Wo die Bedingungen stimmen, gebe es kaum Fluktuation.

Gegründet wurde das Ursprungsunternehmen als DDK Bau 1990 von zwei Männern vom Bau und einem Ökonomen. 124 Beschäftigte standen in Spitzenzeiten in Lohn und Brot. Daraus sind später drei selbstständige Firmen entstanden; DDK Hausbau, DDK Fassade und DDK Holzbau. Zusammen haben sie heute 80 Beschäftigte.

Wurden einst vornehmlich Ställe und Industriehallen errichtet, so ist es heute fast nur noch der Wohnungs- und der Gesellschaftsbau - von der Tagespflegeeinrichtung über die Kita bis hin zur Sporthalle.

Beim Hausbau sind die Haidaer hauptsächlich in dem Gebiet zwischen Dresden, Cottbus und Berlin unterwegs. „In der Hauptstadt sind wir schon seit 14 Jahren. Dort bauen wir vornehmlich Wohnparks“, sagt Horst Klitscher. Bis zu 82 Häuser seien für einen dieser Parks bereits nacheinander im Rohbau entstanden. Bei vielen Projekten „laufen“ einheimische Firmen als Subunternehmer mit. Dies sei ein hervorragendes Arbeiten, weil auf Absprachen Verlass sei und diese auf kurzem Wege erfolgen. So hat die Schradenlandgemeinde Gröden in den vergangenen Jahren kommunale Projekte in diese eine Hand vergeben und war zufrieden. Die neue Sporthalle soll nach diesem Prinzip folgen. Arbeit hat die DDK Hausbau Haida mit seinem Geschäftsführer Mirko Görlich also reichlich.