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Närrisches Volk
Löwenstarker Karneval in Jubel-Winkel

Die Löwinnen sind los! In Winkel ist mit einer mehrstündigen Festveranstaltung das 20-jährige Bestehen des Carnevalsclubs mit atemberaubenden 21 Bildern gefeiert worden. Das Publikum sah dabei mehr als 80 neue Kostüme und war begeistert.
Die Löwinnen sind los! In Winkel ist mit einer mehrstündigen Festveranstaltung das 20-jährige Bestehen des Carnevalsclubs mit atemberaubenden 21 Bildern gefeiert worden. Das Publikum sah dabei mehr als 80 neue Kostüme und war begeistert. FOTO: Veit Rösler/vrs1 / Veit Rösler
Winkel. Närrinnen und Narren feiern den 20. Geburtstag ihres Vereins mit einem tollen Programm. Einige der Superkarnevalisten werden ausgezeichnet.

Einen ganzen Saal voller Narren, dazu ein farbenprächtiges, rasantes Programm. Das gab es bis tief in die Nacht zum Sonntag in Winkel zu erleben. Im Gasthaus „Zu den drei Rosen“ hat der Winklische Carnevalsclub 1998 mit weiteren zwölf Gastvereinen aus Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt das Jubiläum „20 Jahre Karneval in Winkel“ gefeiert. Mit dabei der Präsident des Karnevalverbandes Berlin-Brandenburg, Walter Kassin.

Nach einem mehrstündigen, atemberaubenden Programm aus 21 Bausteinen mit Einmarsch, Sketchen und Show, Spektakel und Theater fand zuerst Bürgermeister Andreas Claus die Sprache wieder. „Ihr überrascht mich immer wieder aufs Neue. Ich war schon oft hier. Immer frage ich mich, kann man das noch toppen? Ich muss sagen: Respekt! Ich bin stolz, hier Ehrenmitglied zu sein. Herzlichen Dank dafür, dass ihr so vielen Kindern und Jugendlichen eine Bühne gebt! Das ist hervorragend. Ihr macht sie damit stark. Wir bekommen eine Generation, die bereit ist, Verantwortung zu tragen. Verantwortung kommt durch innere Stärke. Wenn man die ganzen Vereine hier sieht: Der Karneval ist echtes Doping für die Lausitz“, hört Andreas Claus gar nicht auf zu loben.

Festveranstaltung 20. närrische Jubiläums-Session in Winkel FOTO:

Auch der Präsident des Karnevalverbandes Berlin-Brandenburg, Walter Kassin, ringt nach Worten, die der Leistung der Karnevalisten gerecht werden: „Es ist ein Wahnsinn, was wir hier erleben können. Winkel ist ein absolutes Paradebeispiel, wie ein Verein erfolgreich geführt werden kann. Bei all den Problemen, die mir tagtäglich mit Vereinen begegnen, hier ticken die Uhren anders. Und noch dazu in einem so kleinen Ort mit 149 Einwohnern.“

Für die Förderung und Pflege des karnevalistischen Brauchtums werden von Walter Kassin die engagierten Winkler Närrinnen und Narren Bianka Lehmann, Sabrina Numrich, Luisa Kloppe, Laureen Gliemann, Vincent Fischer, Rens Kopsch, Diana Fischer, Maria Anders und Theresa Fischer mit dem Verdienstorden des Landesverbandes Berlin-Brandenburg in Silber ausgezeichnet. Als großes Dankeschön und Anerkennung für die Unterstützung beim Aufbau des Vereins, für unzählige Anregungen und Hinweise erhält an diesem Abend Erwin Noack die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Clemens Fischer wird zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Beim Gratulationsempfang gibt es von jedem Gastverein mit viel Witz tiefgründig durchdachte Jubiläumsgeschenke überreicht. Der Plessaer PCC zum Beispiel schenkt den Winklern einen extra gezimmerten Holz-Winkel mit einer Spannweite von 20 Grad zum 20. Geburtstag. Sicher wird sich dieser Winkel in Zukunft noch viel weiter öffnen.

Zu verdanken haben die erstmals im Jahre 1300 erwähnten Winkler ihren Namen übrigens dem in der Nähe verlaufenden „Scharfen Knie“ des nahen Flüsschens Kleine Elster. Nachweislich wird in dem Dorf bereits seit 1925 gezampert, also seit immerhin 93 Jahren. Schon früher bastelten die Winkler Einwohner beim Fasching aus einfachen Gegenständen mit wenig Geld tolle Kostüme. Anfang 1998 beschlossen die Winkler Zamper- und Faschingsfreunde die Teilnahme an dem großen Karnevalsumzug in Plessa. Und so zog ein kleiner Tross unter dem Motto „Des Karnevals größte Trümpfe sind die winklischen Schlümpfe“ durch die Plessaer Straßen. Alle hatten damals mit angepackt beim Bau der Gargamelburg und des Schlumpfenpilzes. Mit reichlich blauer Farbe im Gesicht fuhren 35 Schlümpfe mit Burg und Pilz nach Plessa. Nach all dem erlebten Spaß beschlossen die Akteure seinerzeit, dies im kommenden Jahr zu wiederholen.

Im Mai 1998 wurde schließlich der Winkler Heimatverein gegründet. Es wurden weitere Erfahrungen gesammelt. Im September des gleichen Jahres beging die Feuerwehr ihren 125. Gründungstag. Mehrere Winkler Frauen studierten für das Abendprogramm gut anzusehende Tänze ein. Das Festzelt tobte. Die Freude an gemeinsamen Aktivitäten war die beste Voraussetzung, um in dem Dorf einen Karnevalverein ins Leben zu rufen. Gesagt, getan. Mit 35 Närrinnen und Narren sowie 16 Tanzmädchen wurde die Idee am 11.11.1998 Wirklichkeit und zu einer Erfolgsgeschichte gemacht.

Stellvertretend für alle Vereinsmitglieder wurden besonders Engagierte ausgezeichnet und geehrt.
Stellvertretend für alle Vereinsmitglieder wurden besonders Engagierte ausgezeichnet und geehrt. FOTO: Veit Rösler/vrs1 / Veit Rösler