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| 14:41 Uhr

Nur die Blüten haben gefehlt
Mit den Hoheiten durch die Heide bei Hohenleipisch

17. Lobenburgfest in Hohenleipisch FOTO:
Hohenleipisch/Dreska. Lobenburgfest und Heidetag in Hohenleipisch und Dreska mit vielen Höhepunkten und zahlreichen Besuchern. Von Veit Rösler

Im vorigen  Jahr musste der Heimatverein „Die Lobenburger“ bei seinem Lobenburgfest mit Heidetag aus Zeitgründen auf das traditionelle Burgspektakel verzichten. Dieses Mal aber nicht. Es wurde sogar handfeste Erotik aus Frankreich geboten. Allerdings fehlte beim Heidetag die blühende Heide. Wegen der vorangegangenen Hitzewochen waren zwischen den verdorrten Heidepflanzen nur kümmerlich ein paar blühende, dunkelrote Ästchen auszumachen.

Die Kremsertouren in die nicht blühende Heide fanden trotzdem statt. Nur eine Absage einer kompletten Tour durch ein Reisebüro habe es gegeben, ist von Heimatvereinschefin Petra Wetzel zu erfahren. Wer mitfuhr, der kam auf seine Kosten. Am „Schönen Blick“ zum Beispiel konnte August der Starke nicht nur einen schönen Blick auf seine Gräfin Cosel, seine Marketenderinnen und die Kremserbesatzungen werfen. Von der Hügelkette des Reesberges aus bietet sich eine atemberaubende Aussicht auf das weite Schradental, über Elsterwerda und Gröditz bis tief in das Sachsenland hinein.

Von Oberforstrat Uwe Lewandowski gab es auf den Kremsern viele Informationen dazu, wie das Gebiet einst genutzt worden war. Die sächsischen Kurfürsten schossen auf diesen Flächen pro Jagdsaison bis zu fünfzehn Auerhähne. Noch 1747 gab es vier „Auerhahnbalzen“ in den Revieren um Dobra, Hohenleipisch und Gorden.

Das Gebiet gehörte bis 1815 zu Sachsen. Nach der Übernahme durch Preußen wurde die Fläche forstwirtschaftlich neu unterteilt und später im alten Jagdhaus eine Forstwirtschaftsschule gegründet. Etwa ab 1960 richtete der Staat zwei Manöverfelder für das Militär ein, wobei die südliche Fläche den Panzern und Lastkraftwagen vorbehalten war und der Nordsektor als Schießplatz von mehreren Waffengattungen genutzt wurde.

Wie sich die Soldaten der NVA kleideten und mit welchen Fahrzeugen sie unterwegs waren, zeigten beim 1. Hohenleipischer Oldtimertreffen die Militärhistorischen Technik-Freunde Elbe-Elster. In Uniformen und mit zum Teil schwerer Technik hatten sie ein Feldlager auf der Lobenburg aufgebaut. Am Sonntag mussten sich die Militärs den Platz allerdings mit den Besuchern teilen. Denn die Crossläufe, die Bambini- und Jugendläufe, die Touren in die Heidelandschaft und der Pferdesport hatten Hunderte Sportler und Schaulustige auf das weitläufige Lobenburggelände gelockt. Viele Hohenleipischer Vereine beteiligten sich mit Ständen an der vom Heimatverein organisierten Veranstaltung.

Ultimativer Programmhöhepunkt waren die beiden Burgspektakel am Sonnabend und Sonntag. Unter dem Titel „Seniorenstift zur Roten Mühle“ ließ die Theatergruppe des Heimatverein zunächst den Blick der Zuschauer in die Monotonie eines Altenheimes gleiten. In einer fast schon bedrückenden Atmosphäre wurden die Verpflegung, die Freizeit und die Kosten eines Pflegeheimes mit einem eigentlich sehr viel günstigeren Kreuzfahrtschiff verglichen. Weil sich die Damen mit ihrem Schicksal nicht abfinden wollten, wurde heimlich im Ambiente der „Roten Mühle“ der weltberühmte Revue- und Skandaltanz Cancan in farbenprächtigen Kleidern einstudiert und damit die Moulin Rouge auf die Lobenburg nach Hohenleipisch geholt. Dafür gab es natürlich Beifall.

17. Lobenburgfest in Hohenleipisch FOTO: