ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:27 Uhr

Bergbaufolgen
Großanlage gegen die braune Vorflut-Brühe entsteht bei Plessa

Die Arbeiten sind fast abgeschlossen: Auf der Baustelle der künftigen Wasserbehandlungsanlage am Ortseingang Plessa aus Richtung Lauchhammer wurden in den zurückliegenden Wochen von der Firma Packroff etwa 7000 Kubikmeter Mutterboden abgetragen und in der Nähe zwischengelagert.
Die Arbeiten sind fast abgeschlossen: Auf der Baustelle der künftigen Wasserbehandlungsanlage am Ortseingang Plessa aus Richtung Lauchhammer wurden in den zurückliegenden Wochen von der Firma Packroff etwa 7000 Kubikmeter Mutterboden abgetragen und in der Nähe zwischengelagert. FOTO: Veit Rösler
Plessa. Die Bergbausaniererin LMBV bereitet die Errichtung der millionenteuren Wasserreinigung vor. Von Manfred Feller

Nach dem Fällen der Bäume für die große Wasserbehandlungsanlage im Osten von Plessa ist der nächste Arbeitsschritt so gut wie erledigt. Tausende Kubikmeter Oberboden sind abgetragen und in Baustellennähe für die weitere Verwendung zwischengelagert worden. Die für den späteren Betrieb notwendige starke Trinkwasserleitung ist in etwa bis zur Baustelle verlegt.

Sauberes Wasser ist nach Auskunft von Andreas Meth, Projektmanager bei der Bergbausaniererin LMBV mit Sitz in Senftenberg notwendig, um Kalk unterzurühren. Dieses flüssige Gemisch wird gebraucht, um das gelöste Eisen im braunen Vorflutwasser aus dem Alt-Tagebauraum Lauchhammer/Plessa zu fällen und zu neutralisieren. Das Nass fließt dann weiter in die aktuell ab Plessa noch sichtbar gefärbte Schwarze Elster.

Der Trinkwasseranschluss soll bis Mitte 2018 hergestellt sein und jener für den Strom zum Jahresende. Es geht nach dem Bodenabtrag also nicht sofort mit voller Fahrt weiter auf der Baustelle. Die Planung sehe bis zum Frühherbst einen Zeitpuffer für Unwägbarkeiten vor, so Andreas Meth. Schließlich begleiten auch Archäologen die Arbeiten. „Dort soll sich einst eine Siedlung befunden haben. Noch wurde nichts gefunden“, weiß der LMBV-Manager. Doch die Forscher kommen wieder, wenn es in den Tiefbau geht.

Der Abtrag des Oberbodens wurde von Archäologen begleitet.
Der Abtrag des Oberbodens wurde von Archäologen begleitet. FOTO: LMBV

Und dieser hat es in sich. Um die Großbaustelle im feuchten Niederungsgebiet der Schwarzen Elster vor anströmendem und aufsteigendem Wasser zu schützen, werden ab dem IV. Quartal bis Mitte 2019 Elemente für eine Dichtwand bis in eine Tiefe von 30 Metern ab Geländeoberkante in die Erde getrieben. Die Wand wird die Baustelle umfassen und 955 Meter lang sein.

Parallel dazu muss laut der LMBV als Auftraggeberin des mehr als 20 Millionen Euro teuren Gesamtprojektes der Hammergraben auf etwa 215 Metern Länge verlegt werden. Zusätzlich ist das Baufeld wegen der nahen Elster hochwasserfern um zwei Meter anzuheben.

Wenn die Dichtwand steht, wird der Innenraum permanent durch Pumpen tiefenentwässert. Der eigentliche Aufbau der Wasserbehandlungsanlage soll Ende 2019  beginnen. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2021 vorgesehen. Es entstehen ein Betriebsgebäude, ein Reaktionsbecken, drei Sedimentationsbecken (Durchmesser 18 Meter), Schlamm- entwässerung und Wehranlage.

3D-Planung der Wasserbehandlungsanlage Plessa.
3D-Planung der Wasserbehandlungsanlage Plessa. FOTO: LMBV