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Lernen vor Riesenbildschirmen

Der Elsterwerdaer Bürgermeister Dieter Herrchen testete gestern die modernste interaktive Tafel des Landkreises Elbe-Elster an der Friedrich-Starke-Grundschule. Montiert werden die Großbildschirme von Steffen Schwarz (l.) und Uwe Windisch von der zertifizierten Firma Concordis bei Schwerin.
Der Elsterwerdaer Bürgermeister Dieter Herrchen testete gestern die modernste interaktive Tafel des Landkreises Elbe-Elster an der Friedrich-Starke-Grundschule. Montiert werden die Großbildschirme von Steffen Schwarz (l.) und Uwe Windisch von der zertifizierten Firma Concordis bei Schwerin. FOTO: Manfred Feller
Elsterwerda. Während der Sommerferien herrscht stets Hochbetrieb in vielen Schulen des Landkreises. Es wird umgebaut, modernisiert, gemalert, gereinigt und neu ausgestattet. Manfred Feller

Zum ersten Pausenklingeln im September müssen die Handwerker die Baustellen möglichst verlassen haben.

Auch die Friedrich-Starke-Grundschule in Elsterwerda-Biehla ist derzeit eine Baustelle. Stühle und Tische stehen auf den Fluren. Maler haben bereits für freundliche Klassenräume gesorgt, die teilweise neu möbliert worden sind. Und im oberen Stockwerk stehen große Kartons mit wertvollem Inhalt. Es sind die vor allem an weiterführenden Schulen bereits üblichen interaktiven Tafeln. Vier davon hat sich die Stadt auf der Grundlage eines Beschlusses der Stadtverordneten geleistet. Inklusive Montage und Installation betragen die Kosten 39 000 Euro. Ausgestattet werden die Klassenräume der 5. und 6. Jahrgangsstufe. "Damit sind wir für die neuen Rahmenlehrpläne modern aufgestellt", sagt der Bürgermeister, der sich für diese Anschaffung auch persönlich starkgemacht hat.

Die Grundschule besitzt bereits schnelles Internet und kann damit nach innen und außen hervorragend kommunizieren - wenn die technischen Möglichkeiten auch voll ausgeschöpft werden.

"Trainiert" haben Schüler und Lehrer bereits seit Jahren an einem heute schon wieder veralteten Modell. Auf der Basis der daran gesammelten Erfahrungen wurden die neuen elektronischen Tafeln, die großen Flachbildschirmen ähneln, ausgewählt und angeschafft.

So müssen die Räume heute nicht mehr abgedunkelt werden, damit auf dem Display etwas zu erkennen ist. Die Technik besitzt neben zahlreichen anderen Extras eine automatische Helligkeitsregulierung.

In der Vorbereitungswoche vor dem Ferienende werden die Lehrer daran geschult. Die Riesentafeln besitzen zusätzlich klappbare Seitenteile, auf denen nach wie vor geschrieben werden kann - nicht mit Kreide, sondern mit einem Stift. Komplettiert wird das System durch Rechnerstation und separaten Bildschirm für den Lehrer.

Künftig soll so manch ein Blatt Papier, bisher für den Unterricht notwendig, überflüssig werden. Wie an manchen Schulen und den Universitäten längst üblich, sollen sich eines Tages auch die Grundschüler von zu Hause aus in das System einwählen können, um Lernstoff und weitergehende Informationen einzusehen und abzurufen. Im Krankheitsfall werden die Hausaufgaben nach Hause gesandt.

"Wir als Schulträger sorgen für die technische Ausstattung. Ausschöpfen muss diese die Schule", baut Dieter Herrchen darauf, dass die Möglichkeiten auch wirklich genutzt werden. Denn in wenigen Jahren sind auch die neuen Tafeln wie der Rechner zu Hause veraltet. "Die Schule bleibt ein Ort der ständigen Investitionen", so der Bürgermeister. Die Stadt sei fest entschlossen, immer wieder für die Erziehung und Bildung Geld in die Hand zu nehmen.

Neben den elektronischen Tafeln wurden und werden weitere 18 000 Euro in Maler- und Fußbodenarbeiten in mehreren Räumen der Grundschule investiert. Hinzu kommen die Kosten für teilweise neue Möbel. Ergänzt werde alles durch ein neues Raumkonzept.

Ansprechpartner für die elektronischen Neuanschaffungen sei kein externer Dienstleister, sondern der IT-Verantwortliche der Stadtverwaltung. Die Friedrich-Starke-Grundschule ist von der 1. bis zur 6. Klasse zweizügig. Die Klassenstärken liegen nach Angaben der Verwaltung zwischen 23 und 27 Schülern.