(mf) August der Starke wäre stolz, wenn er wüsste, dass das Vermächtnis seines Hofgärtners rund um das Elsterschloss in Elsterwerda bis heute hochgehalten wird. Denn das heutige Gymnasium mit seinem gepflegten Umfeld ist zu jeder Zeit vorzeigenswert.

Gabriela Richter (59), Lehrerin für Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT), weiß, das die Söhne des Hofgärtners in Elsterwerda in die Schule gegangen sind. Und wenn es damals ihre Arbeitsgemeinschaft „Natur pur“ gegeben hätte, sie wären dabei. Heute sind es zum Beispiel die 14-jährigen Schüler Tina und Fabio aus der Klassenstufe 8. Unter Anleitung von Gabriela Richter, die hier einst selbst zur Schule gegangen ist und seit 2005 in diesem Haus unterrichtet, lernen sie die Pflanzenwelt besser kennen und pflegen.

In dieser Woche hatten sie sich die zwei im Vorjahr bepflanzten Hochbeete vorgenommen. In der Naschecke reifen unter anderen Stachelbeeren, Erdbeeren, Johannisbeeren und die bereits pflückbaren, leicht sauren, lilafarbenen Maibeeren. Ein paar Meter weiter gedeihen Kräuter. Junge Obstbäume runden das Bild auch im Interesse der Bienen ab. Darunter ist die leckere wilde Felsenbirne. Augusts Hofgärtner hätte daran seine Freude.

Tina und Fabio mögen die handfeste Gartenarbeit und staunten anfangs, was man aus Naturrohstoffen so alles zaubern kann: zum Beispiel Badesalz, Creme und Marmelade.

Das Heranführen an die Natur ist nur ein Arbeitsfeld der WAT-Lehrerin aus Prösen. Sie unterstützt die Schüler auch bei der Suche nach Praktikumsplätzen, was bei Gymnasiasten bundesweit möglich sei. Sie hält Kontakt zu regionalen Firmen und Institutionen, zu Universitäten und Instituten in Sachsen (wegen der Nähe), damit Schüler weit gefächert praktische Erfahrungen vor Ausbildung oder Studium sammeln können. Manch einer erinnert sich später an die Angebote aus Elbe-Elster und kehrt beruflich zurück.

Zwei Wünsche hat Gabriela Richter: Für Praktika und Projekttage bietet Sachsen günstige Schülergruppentickets an. Warum mache dies nicht auch Brandenburg? Und: Berufsorientierung koste Geld, wie für Material und Werkzeug. Jede Hilfe sei willkommen.

All dieses Engagement für die künftigen Berufs- und Studienanfänger konnte die Landesjury überzeugen. Gabriela Richter hat am Donnerstagabend den Brandenburgischen Lehrerinnen- und Lehrerpreis 2019 in Potsdam erhalten. Aus Elbe-Elster waren drei Lehrerinnen von Schülern, Eltern, Schulleitungen und/oder Schulkonferenzen vorgeschlagen worden. neben Gabriela Richter sind dies gewesen: Bärbel Grunwald von der Elsterland-Grundschule Herzberg und Doreen Hoffmann von der Grund- und Oberschule „Johannes Clajus“ in Herzberg. Landesweit waren 75 Lehrkräfte nominiert.