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| 18:50 Uhr

Gegen das Vergessen
2000 Kilometer an 83 Tagen zu Fuß

Im Jahr 2011: Gemeinsam gegen das Vergessen: Bei der längsten Schnitzeljagd der Welt folgen Initiator Laurent Guillet und Interessierte den Spuren Guillets Großonkels Joseph, der auch im ehemaligen Mühlberger Lager Stalag IV B von Juli 1940 bis Januar 1941 interniert war. Guillet brachte damals eine Gruppe Franzosen nicht nur nach Bad Liebenwerda und Mühlberg. Er versammelte Stadtoberhäupter an der Gedenkstätte KZ Buchenwald. Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel (parteilos): „Alle Bürgermeister der Städte, die am Projekt beteiligt sind, trafen sich dort, um ein Zeichen für Frieden zwischen den Völkern zu setzen. Unter dem Versprechen: wir arbeiten und leben für den Frieden, tauschten wir Erfahrungen aus, wie in Frankreich, Tschechien und Deutschland die Generationen für Friedensarbeit gewonnen werden können. Nur gemeinsam kann das gelingen.“
Im Jahr 2011: Gemeinsam gegen das Vergessen: Bei der längsten Schnitzeljagd der Welt folgen Initiator Laurent Guillet und Interessierte den Spuren Guillets Großonkels Joseph, der auch im ehemaligen Mühlberger Lager Stalag IV B von Juli 1940 bis Januar 1941 interniert war. Guillet brachte damals eine Gruppe Franzosen nicht nur nach Bad Liebenwerda und Mühlberg. Er versammelte Stadtoberhäupter an der Gedenkstätte KZ Buchenwald. Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel (parteilos): „Alle Bürgermeister der Städte, die am Projekt beteiligt sind, trafen sich dort, um ein Zeichen für Frieden zwischen den Völkern zu setzen. Unter dem Versprechen: wir arbeiten und leben für den Frieden, tauschten wir Erfahrungen aus, wie in Frankreich, Tschechien und Deutschland die Generationen für Friedensarbeit gewonnen werden können. Nur gemeinsam kann das gelingen.“ FOTO: privat
Limerzel/Mühlberg/Bad Liebenwerda. Der Franzose Laurent Guillet startet seinen Gedächtnislauf und passiert Mühlberg und Bad Liebenwerda. Von Frank Claus

Starten wird er am 26. Mai im französischen Limerzel, genau an jenem Haus, in dem der Hauptakteur seines Buches, ein Mann namens Joseph, geboren wurde. Laurent Guillet wird sich dann an 83 Tagen auf  einen „Gedächtnislauf“ von mehr als 2000 Kilometern Länge begeben.

Im Jahr 2017: Längst eine enge Freundschaft. Jugendliche Mitglieder des Schwimmclubs Lubwart Bad Liebenwerda pflanzen mit Bürgermeister Thomas Richter (3. v. l.) und dem französischen Autor Laurent Guillet eine Bergulme als Friedensbaum im Kurpark Bad Liebenwerda.
Im Jahr 2017: Längst eine enge Freundschaft. Jugendliche Mitglieder des Schwimmclubs Lubwart Bad Liebenwerda pflanzen mit Bürgermeister Thomas Richter (3. v. l.) und dem französischen Autor Laurent Guillet eine Bergulme als Friedensbaum im Kurpark Bad Liebenwerda. FOTO: Karsten Bar

Doch weshalb macht der Franzose das und wer ist Joseph? Alles begann im Juni 2011 mit der Veröffentlichung des Buches „Er hieß Joseph“. Laurent Guillet, der Autor dieses Buches, zeichnet Lebensstationen des Kriegsgefangenen Joseph Santerre nach, nachdem er in mehreren Ländern recherchierte. Ein paar Monate später hat der Schriftsteller die Idee, die längste historische Schnitzeljagd der Welt zu erschaffen.

Im Jahr 2011: Laurent Guillet hat zwei Bücher Angelika Stamm und der Initiativgruppe Lager Mühlberg übergeben.
Im Jahr 2011: Laurent Guillet hat zwei Bücher Angelika Stamm und der Initiativgruppe Lager Mühlberg übergeben. FOTO: Gabriela Kaubisch

„Er hieß Joseph“, der rote Faden des Buches folgt einem Gedanken, so Guillet: „Das Schicksal von Joseph Santerre muss uns an die vielen zivilen und militärischen Opfer aller Nationalitäten erinnern, die während des Krieges umgekommen sind.“ Die acht Gemeinden der drei Länder Frankreich, Deutschland und der Tschechischen Republik beteiligen sich mit großem Engagement an dem französisch-europäischen Friedensprojekt. Alle engagieren sich mit dem Initiator. In allen Orten werden Gedenktafeln enthüllt. Später entsteht der Weg des Friedens, auf dem bis heute 13 Friedensbäume gepflanzt wurden. Dieser Weg des Friedens verbindet Josephs Geburtsort in Frankreich mit Most in der Tschechischen Republik und führt über Mühlberg und Bad Liebenwerda in Deutschland. Überall entstehen Freundschaften, gibt es zu Herzen gehende Begegnungen. 350 Menschen sind bereits in das Projekt integriert.

„Ich will den Opfern des Ersten und Zweiten Weltkrieges Tribut zollen und erinnere mich auch an vermisste Angehörige in letzter Zeit“, sagt Laurent Guillet, der sich in allen Orten auch an Menschen mit der Bitte gewandt hat, ihn ein Stück seines Weges zu begleiten.

Am 67. Tag seiner Wanderung will er am 31. Juli von Lampertswalde kommend nach Neuburxdorf wandern, dort auf dem Soldatenfriedhof der Toten gedenken, in Mühlberg übernachten und schließlich am 68. Tag nach Bad Liebenwerda weiter laufen. Am 16. August und damit am 83. Tag seiner Wanderung will der Franzose Most erreichen. Dann hat er drei Länder durchquert: Frankreich, Deutschland und die Tschechische Republik.

Die Bürgermeister der Tourstädte haben ihre Unterstützung zugesagt, gewähren Quartier und „halten auch eine Pasta für mich bereit“, sagt Laurent Guillet.