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Landratswahl Elbe-Elster: Schon vier Bewerber
Es wird spannend: Wer macht das Rennen?


Zieht Amtsinhaber Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) bei der Landratswahl am Ende wieder den „dicken Fisch“ an Land?  Archiv: Heike Lehmann
Zieht Amtsinhaber Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) bei der Landratswahl am Ende wieder den „dicken Fisch“ an Land? Archiv: Heike Lehmann FOTO: Heike Lehmann
Von Frank Claus. Landratswahl am 22. April in Elbe-Elster Von Frank Claus

Nu gucke: Die Landratswahl in Elbe-Elster am 22. April wird keine Ein-Mann-Show! Jetzt sind es  schon vier, die auf den Chefsessel klettern wollen: Amtsinhaber Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) aus Elsterwerda, die Landtagsabgeordnete Iris Schülzke aus dem Amt Schlieben, die wie der Hartz-IV-Empfänger Andreas Richter aus Elsterwerda parteiungebunden ins Rennen gehen will. Und auch Peter Drenske (AfD) aus Schacksdorf, der im Bundestagswahlkampf Michael Stübgen (CDU) stark auf die Pelle gerückt war, würde gern den Chef-Verwaltungsposten in Elbe-Elster einnehmen. Er muss aber noch die Mitgliederversammlung seiner Partei an diesem Sonnabend in Elsterwerda abwarten. Iris Schülzke und Andreas Richter, der erst am Montag seinen Entschluss bekannt gab, müssen bis zum Bewerbungsschluss am 15. Februar jeweils 100 Unterstützer-Unterschriften vorlegen.

Ein Blick zurück: Im Jahr 2010 durften Bürgerinnen und Bürger zum ersten Mal den Landrat direkt wählen. Richtig geglückt ist das Experiment nicht. Im ersten Wahlgang erzielten Christian Jaschinski 36,83 Prozent, Iris Schülzke 33,81 Prozent und Lutz Kilian (SPD) aus Doberlug-Kirchhain 29,36 Prozent. In der Bevölkerung blieb das Interesse für die Wahl gering. Nur 25,93 Prozent der Wahlberechtigten schritten zur Urne. Weil keiner der Bewerber mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, mussten Iris Schülzke und Christian Jaschinski in eine Stichwahl. Die gewann Schülzke (51,4 Prozent, 12 602 Stimmen) zwar knapp vor Jaschinski (48,6 Prozent, 11 915), doch beide verfehlten das erforderliche Quorum von mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigten. Nur 25,11 Prozent waren insgesamt zur Wahl gegangen. Am Ende fällte der Kreistag, inzwischen waren 30 Bewerbungen eingegangen, die Entscheidung zugunsten von Christian Jaschinski.

Diesmal sind nach Angaben von Wahlleiter Dirk Gebhard knapp 89 000 Einwohner wahlberechtigt. Bei der Landratswahl darf ab 16 Jahren gewählt werden, auch Staatsbürger eines Mitgliedslandes der EU, die in Elbe-Elster wohnen, dürfen abstimmen. Wer bei der Direktwahl als Sieger hervorgehen will, muss eine Hürde erst einmal überspringen: Er muss etwa 13 500 Stimmen auf sich vereinigen. Spätestens da dürften Politikinteressierte aufhorchen: Peter Drenske war es bei der Bundestagswahl gelungen, 14 876 Erststimmen (24,7 Prozent) auf sich zu vereinen. Das AfD-Mitglied war damit dem CDU-Wahlsieger Michael Stübgen (29,5 Prozent) sehr nahe gekommen und hatte im Vorfeld erklärt, in den Bundestag nur einziehen zu wollen, wenn er das Direktmandat gewinnt. Ein „Hineinspringen“ ins Parlament über die „Hintertür“ – die Liste – hatte er abgelehnt. „Auch jetzt würde ich mich gern für die Region einsetzen“, sagt er und erklärt: „Probleme dürfen nicht nur dauernd besprochen werden, es muss auch konsequent was verändert werden.“

Dabei räumt er dem jetzigen Amtsinhaber allerdings „eine ordentliche Arbeit“ ein. Um den Jaschinski-Herausvordererposten in Elbe-Elster werden sich wie in Oberspreewald-Lausitz und in Spree-Neiße aber vermutlich auch Landtagsabgeordnete seiner Partei bewerben. Das würden Absprachen im Land so vorsehen, sagt er.

Iris Schülzke bewirbt sich zum zweiten Mal um den Chefsessel und wirft ihre kommunalpolitische Erfahrung und die Eigenschaft, Dinge unverblümt beim Namen zu nennen in die Waagschale. Auf die Frage, wie sie es denn mit der Landtagswahl halte, die ebenfalls im nächsten Jahr stattfindet, entgegnet sie: „Erst mal eins nach dem anderen.“

Andreas Richter aus Elsterwerda sagt: „Ich trete zur Wahl an, weil ich sie spannend machen und vor allem die Wahlbeteiligung erhöhen will.“ Amtsinhaber Christian Heinrich-Jaschinski erklärt bei öffentlichen Terminen, eine zweite Amtszeit anzustreben, weil er helfen wolle, die auch unter seiner Führung realisierte „sehr erfolgreiche Entwicklung des Kreises“ fortzusetzen.

Iris Schülzke, erst Amtsdirektorin in Schlieben und jetzt fraktionslose Landtagsabgeordnete siegte bei der Stichwahl im Jahr 2010 gegen Christian Jaschinski, schaffte aber wie er auch nicht das erforderliche Quorum.
Iris Schülzke, erst Amtsdirektorin in Schlieben und jetzt fraktionslose Landtagsabgeordnete siegte bei der Stichwahl im Jahr 2010 gegen Christian Jaschinski, schaffte aber wie er auch nicht das erforderliche Quorum. FOTO: Sven Gückel
Peter Drenske aus Schacksdorf war bei der Bundestagswahl Michael Stübgen (CDU) nur knapp unterlegen. Er würde gern um den Landratssessel kämpfen, muss die Entscheidung seiner Partei aber noch abwarten.
Peter Drenske aus Schacksdorf war bei der Bundestagswahl Michael Stübgen (CDU) nur knapp unterlegen. Er würde gern um den Landratssessel kämpfen, muss die Entscheidung seiner Partei aber noch abwarten. FOTO: Heike Lehmann / LR Medienverlag
Andreas Richter will die Wahl spannend machen und die Wahlbeteiligung „anheizen“.
Andreas Richter will die Wahl spannend machen und die Wahlbeteiligung „anheizen“. FOTO: Frank Claus