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Landrat hadert mit Kommunen

Einen wahren Beifallsorkan gibt es für das Sportensemble Elsterwerda. Viele Besucher gestehen nach dem Programm: "Wahnsinn, was der Verein drauf hat. Das haben wir so noch nicht gesehen." Die Bühne im Kulturhaus Plessa bietet einen prächtigen Rahmen.
Einen wahren Beifallsorkan gibt es für das Sportensemble Elsterwerda. Viele Besucher gestehen nach dem Programm: "Wahnsinn, was der Verein drauf hat. Das haben wir so noch nicht gesehen." Die Bühne im Kulturhaus Plessa bietet einen prächtigen Rahmen. FOTO: Frank Claus
Plessa. Es war ein Neujahrsempfang der besonderen Art. Nicht nur, weil die Städte Bad Liebenwerda und Elsterwerda ihre Gäste nicht ins eigene Stadtgebiet, sondern ins Kulturhaus im Nachbaramt Plessa eingeladen hatten. Es war auch ein Empfang (fast) ohne lange Reden, dafür aber mit viel Kultur. Frank Claus

Um es vorwegzunehmen: Ganz ohne lange Texte ist der Neujahrsempfang der beiden Städte Bad Liebenwerda und Elsterwerda im Kulturhaus Plessa am Sonnabend dann doch nicht abgegangen. Beide Bürgermeister - Dieter Herrchen und Thomas Richter - benötigten einige Zeit, um alle Gäste, darunter auch Brandenburgs Justizminister Stefan Ludwig (Die Linke), die Landtagsabgeordnete Iris Schülzke (BVB Freie Wähler) sowie die gut 300 Zuhörer im voll besetzten Saal zu begrüßen.

Lothar Thieme, in Bergarbeiteruniform und mit Grubenlampe in der Hand, dankte den Organisatoren, dass sie mit diesem Empfang das ehrwürdige Kulturhaus Plessa ins Rampenlicht rücken. In diesem Jahr beginnt die lange ersehnte Sanierung des Daches, der Saalfenster und der Verdunklungsanlage. Zuvor stand nach der bereits erfolgten Schließung nach der Wende sogar der Abriss im Raum. Es waren viele engagierte Plessaer und vor allem der Mutmacher, Dresdens Startrompeter Prof. Ludwig Güttler, die das verhinderten. Schritt für Schritt wurde repariert und saniert. Doch Lothar Thieme flehte: "Allein im Ehrenamt schaffen wir das alles nicht mehr. Wir brauchen Hilfe und das Haus einen professionellen Betreiber." Gäste des Neujahrsempfangs waren gebeten worden, mit Spenden zu helfen. Nimmt man den langanhaltenden Beifall für sein leidenschaftliches Plädoyer zum Gradmesser, dürfte sicher sein, dass in dieser Woche noch einiges Geld überwiesen wird.

Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) berichtete von der positiven Entwicklung des Kreises und seiner Eigenbetriebe, sprach davon, dass der Haushalt trotz "Ausgaben in Millionenhöhe zur Bewältigung der Asyl- und Flüchtlingsproblematik" stabil auch "dank der von den Kommunen gewährten Kreisumlage" sei. Im Jahr 2016 habe der Investitionshaushalt 12 Millionen Euro betragen - 5,5 Millionen seien in Infrastruktur und Schulen im Mittelbereich Elsterwerda/Bad Liebenwerda geflossen. Im Jahr 2017 sind Investitionen in Höhe von 20 Millionen Euro geplant, sieben Millionen davon würden Bad Liebenwerda und Elsterwerda erhalten.

Weil den Kommunen die avisierte Senkung der Kreisumlage dennoch zu gering ausfällt - in dieser Woche wird das in Stellungnahmen den Kreistag erreichen - kritisierte der Landrat von der Bühne des Neujahrsempfangs, dass sich "Kommunen und Medien schwer tun, diese positive Entwicklung im Kreis zu begleiten."

Was dann folgte, war ein Feuerwerk der Unterhaltung. Den kräftigsten Applaus heimste das Sportensemble Elsterwerda ein. Aber auch Jugendblasorchester und der wieder erstmalige Auftritt der Neuen Bühne Senftenberg gefielen. Zwischendrin berichteten Janine Kauk und Susanne Dobs vom Landkreis Elbe-Elster sowie Miniaturenpark-Betreiber Frank Brunne kurzweilig von den Vorhaben im Reformationsjahr. Mitglieder der Plessaer Funkengarde hatten derweil die aktuelle Ausgabe der RUNDSCHAU mit der Sonderseite zum Neujahrsempfang verteilt.

Bei Häppchen gab es danach anregende Gespräche und an vielen Tischen war zu hören: "Ein wirklich gelungener Neujahrsempfang."