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| 14:32 Uhr

Anwohner klagen über Lärm und Erschütterungen
Mit Rumstata über die Saxdorfer Landesstraße

 Die immer wieder notdürftig ausgebesserte Landesstraße 661 in Saxdorf muss – sehr zum Leidwesen der geplagten Anwohner – noch eine unbestimmte Zeit auf den grundhaften Ausbau warten.
Die immer wieder notdürftig ausgebesserte Landesstraße 661 in Saxdorf muss – sehr zum Leidwesen der geplagten Anwohner – noch eine unbestimmte Zeit auf den grundhaften Ausbau warten. FOTO: LR / Manfred Feller
Saxdorf. In Saxdorf wird es weiterhin poltern. Denn ein Ende der Holperpistenfahrten in dem Ort ist nicht in Sicht.

Im Mai war der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Genilke aus Finsterwalde vom Saxdorfer Ortsvorsteher Heiko Lübeck zu Hilfe gerufen worden. Der schlechte Zustand der Landesstraße im Ort mache vielen Anwohnern schwer zu schaffen. Lärmbelästigung und Erschütterungen seien an der Tagesordnung. Wie aus der Antwort des Landes-Infrastrukturministeriums Brandenburg auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Genilke hervor geht, schätzt auch die rot-rote Landesregierung den Zustand der Straße als sehr schlecht ein. „Nur dagegen unternehmen möchte man nichts“, kritisiert der Abgeordnete.

„Landesstraßen spielen offensichtlich keine Rolle mehr in Potsdam. Wie wir erfahren haben, ist die L 661 im Bereich Saxdorf nicht mehr reparabel. Aber es ist vorerst keinerlei Sanierung geplant. Die CDU-Fraktion hat immer gedeckte Haushaltsaufstockungen für die Straßeninfrastruktur gefordert. In der Realität stellt Rot-Rot aber auch für den aktuellen Landeshaushalt wieder 30 Millionen Euro zu wenig ein, um überhaupt den Werteverzehr, dem eine Straße mit der Zeit unterliegt, auszugleichen. Unter der hoheitlichen Pflicht zur Investition in unsere Infrastruktur verstehe ich etwas anderes“,  sagt Rainer Genilke, der verkehrs- und infrastrukturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag.

Parallel zur wesentlich besser ausgebauten L 66 verbindet die Landesstraße über Langenrieth und Saxdorf ebenso den Raum Sachsen/Mühlberg mit Bad Liebenwerda. Ihr schlechter baulicher Zustand könnte darauf schließen lassen, dass das Land beabsichtigt, diese Verkehrsverbindung wie viele andere herab zu stufen. Doch dies sei nicht der Fall.

 Falls die Ortsdurchfahrt Saxdorf eines Tages neu gebaut wird, muss der alte Fahrbahnaufbau heraus und neu aufgebaut werden. Die Betonoberfläche wird bis dahin nur noch repariert.
Falls die Ortsdurchfahrt Saxdorf eines Tages neu gebaut wird, muss der alte Fahrbahnaufbau heraus und neu aufgebaut werden. Die Betonoberfläche wird bis dahin nur noch repariert. FOTO: LR / Manfred Feller

Speziell in der Ortslage Saxdorf weise die Landesstraße einen Ausbauzustand auf, wie es ihn bereits im Jahr 1971 gegeben habe, so Rainer Genilke. Die vier Jahre zurückliegende Bewertung der Ortsdurchfahrt durch das Land vergab die Note 4,5 bis 5. Damit die Straße verkehrssicher befahr bleibt, seien in den vergangenen fünf Jahren unter anderem schadhafte Stellen mit Mischgut geflickt und Fugen saniert worden. Die Kosten werden mit rund 20 000 Euro angegeben.

Einen leichten Hoffnungsschimmer gebe es. Landesstraßen, die nicht abgestuft werden, würden nach und nach in das Planungs- und Bauprogramm des Landesbetriebes Straßenwesen eingeordnet. Der Zeitraum sei jedoch offen. Eines sei laut dem Ministerium jetzt schon klar: Die alte Betondecke könne aus wirtschaftlichen Gründen oberflächlich nicht saniert werden. Der Oberbau müsse grundhaft erneuert werden.

Um die Anlieger zu schützen, könnte für Fahrzeuge die Höchstgeschwindigkeit reduziert werden. Das Land sehe dafür keinen Anlass. Allerdings könnten die Kommune oder Betroffene einen entsprechenden Antrag stellen, über den das Straßenverkehrsamt des Landkreises Elbe-Elster zu entscheiden hat.

(mf)