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| 15:58 Uhr

In Staupitz ist das möglich
Laster rollen künftig durch das Eckhaus

 Kein Platz für Fußgänger. Diese unübersichtliche Verkehrssituation  am Zusammentreffen zweier Landesstraßen in Staupitz soll entschärft werden. Über das von der Gemeinde gekaufte Eckgrundstück soll die Straße führen.
Kein Platz für Fußgänger. Diese unübersichtliche Verkehrssituation  am Zusammentreffen zweier Landesstraßen in Staupitz soll entschärft werden. Über das von der Gemeinde gekaufte Eckgrundstück soll die Straße führen. FOTO: Manfred Feller
Staupitz. Die Gemeinde Gorden-Staupitz hat ihre Hausaufgaben gemacht und das Eckgrundstück in Staupitz für eine neue Landesstraßenplanung erworben. Wie geht es nun weiter? Von Manfred Feller

Nach etwas mehr als einjähriger Bauzeit unter Vollsperrung für den Durchgangsverkehr soll die erste Ortsdurchfahrt in Staupitz, die Landesstraße 63 von und nach Grünewalde/Lauchhammer, voraussichtlich Ende dieses Monats wieder freigegeben werden. Dann rückt die zweite Landesstraße in den Blickpunkt.

Von der Urvariante, sofort weiterbauen zu wollen, wurde bekanntlich nichts. Die lebensgefährliche Kurve am bebauten Eckgrundstück soll nach dem Willen von Gemeinde und Amt und mit der ausdrücklichen Zusage der seinerzeit sofort verkaufswilligen Hauseigentümer baulich entschärft werden. Der Landesbetrieb Straßenwesen und die lokalen Akteure haben darüber lange verhandelt, auch weil es um Geld geht.

Bewohner dürfen erst einmal bleiben

Mittlerweile steht dem gewünschten Projekt nichts mehr im Wege. „Die Gemeinde Gorden-Staupitz ist Eigentümerin des Eckgrundstückes. Sie hat es zu einem für alle Seiten akzeptablen Preis erworben“, versichert Göran Schrey, Amtsdirektor des Amtes Plessa. Im Kaufvertrag sei für die nunmehr ehemaligen Besitzer das Wohnrecht bis zum Jahresende festgeschrieben worden. Das ältere Ehepaar kümmere sich selber um eine neue Bleibe, heißt es weiter.

Nach dem besiegelten Verkauf hat der Landesbetrieb als Bauherr des geplanten Straßenausbaus seine Planer noch einmal in die Spur geschickt. „Zurzeit überarbeiten wir den Entwurf zur Straßenplanung. Die Planungsänderungen, die durch den geplanten Hausabriss notwendig werden, fließen darin ein“, erläutert Steffen Kleiner, Dezernatsleiter Planung Süd im Landesbetrieb. Liege der überarbeitete Entwurf auf dem Tisch, könne das Genehmigungsverfahren beginnen.

Gemeinde und Amt koppeln sich nach Aussage von Amtsdirektor Göran Schrey an den jeweiligen Planungsstand an. Das heißt: Wird ein etwaiger Termin für den Baustart genannt, rücke die Abrissfirma auf dem Eckgrundstück an. Die Kosten trage erneut die Gemeinde.

Unübersichtliche Verkehrssituation wird geordnet

Schließlich werde es so sein, dass der Landesbetrieb nur jenen Teil des nunmehrigen Gemeindegrundstückes erwirbt, den er für den neuen Kurvenradius benötigt. Die gesamte Situation auf diesem wenig übersichtlichen Verkehrsdreieck solle zudem besser geordnet werden. Erstmals erhält dieser Bereich einen Gehweg. Wie auf dem Foto zu erkennen ist, ist es für Fußgänger ein Abenteuer, diese unübersichtlich Ecke in Staupitz zu nutzen.

Im Sinne der allgemeinen Verkehrssicherheit trage die Gemeinde Gorden-Staupitz eine ordentliche finanzielle Last, so der Amtsdirektor anerkennend. Denn der Landesbetrieb Straßenwesen hatte es bei seiner avisierten zweiten Millioneninvestition in Staupitz abgelehnt, für Grundstückskauf und Abriss eine niedrige sechsstellige Summe zusätzlich auszugeben.

Finanzielle Doppellast für die Gemeinde

Die Gemeinde treffe es nun wahrscheinlich doppelt hart, stellt Göran Schrey fest. Nach dem vom Land am Donnerstag beschlossenen Ende der Anliegerbeiträge im Zuge von Straßenbauten (rückwirkend zum 1. Januar 2019) fließen unter anderem für Gehweg und Beleuchtung in der Grünewalder Straße (L 63) keine anteiligen Beiträge von den Grundstückseigentümern zurück. Die Gemeinde und das Amt Plessa sind nun gespannt, wann das Land diesen kommunalen Einnahmeausfall kompensieren wird. Jahre warten könne die Gemeinde darauf jedenfalls nicht.