| 02:41 Uhr

Land stellt Mühlberg ins Blickfeld

Mühlberg. Das Brandenburger Landwirtschaftsministerium stellt monatlich ein Förderprojekt in den Mittelpunkt, das aus dem Agrarfonds ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) unterstützt wird. Das Projekt des Monats Juni, so ist einer Pressemitteilung zu entnehmen, zeige, wie durch einen Deichneubau und einen neuen Flutungspolder die Stadt Mühlberg (4075 Einwohner) und landwirtschaftlich genutzte Flächen vor Überflutung geschützt werden. red/fc

Die Gegend wird durch die Elbe mit etwa 17 Kilometer Fließlänge, die künstlich entstandenen Kiesseen und die landwirtschaftliche Nutzung der überaus fruchtbaren Böden geprägt. Dort schützen 23 Kilometer Deiche Siedlungsgebiete, einen Industriestandort und Agrarflächen.

Im August 2002 und im Juni 2013 entging Mühlberg jeweils nur knapp einer Katastrophe. Bei beiden Hochwassern musste die Kleinstadt evakuiert werden. Die durch Sandsäcke verstärkten Dämme hielten dem Druck der Wassermassen zwar stand, allerdings wurde deutlich, dass die Deichanlagen bei Mühlberg weder die Höhe noch die Standsicherheit hatten, um bei zukünftigen Hochwassern zu halten. Fehlende Deichverteidigungswege und überflutete Zufahrtswege erschwerten die Sicherungsmaßnahmen.

Ein wichtiges Etappenziel habe das Landesamt für Umwelt als Bauherr im September 2016 erreicht: Nördlich von Mühlberg wurde ein 800 Meter langer, neuer Deich mit einem durchgängig befahrbaren Deichverteidigungsweg sowie einem Überlaufbauwerk zum Befüllen eines 181 Hektar großen Flutpolders fertig gestellt. Im Hochwasserfall ermögliche der Flutpolder bei hohen Pegelständen der Elbe ein kontrolliertes Überströmen des alten Hauptdeichs. Der Polder könne maximal 4,6 Millionen Kubikmeter Elbewasser aufnehmen. Dadurch werde eine Kappung der Hochwasserwelle erreicht und der Druck auf die Deiche gemindert. Hierzu wurden 90 000 Tonnen Stützkörper, 14 000 Tonnen Dichtmaterial und 8000 Tonnen Filtermaterial verbaut. Dank dieser neu geschaffenen Rückhaltefläche und des neuen Deichs seien nach Auffassung des Landes nun nicht nur die Mühlberger besser geschützt. Weil die Elbe im Hochwasserfall nun mehr Raum erhalte, würden die neuen Anlagen auch die Deiche flussabwärts, nördlich von Mühlberg, entlasten.

Zum Thema:
Die förderfähigen Gesamtkosten für den Deichneubau und den neuen Flutungspolder beliefen sich nach Angaben des Landes auf 2,7 Millionen Euro, wovon 2,43 Millionen Euro gefördert worden sind. Auch zukünftig würden Europa, Bund und Land sich an den noch anstehenden Baumaßnahmen beteiligen. Bis 2022 seien in der laufenden EU-Förderperiode vier weitere Projekte mit einem Gesamtvolumen von 19,6 Millionen Euro, davon 14,7 Millionen Euro ELER-Mittel beantragt.