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| 16:37 Uhr

Viele störende Geräusche
Lärmmessung in Altenau bestätigt hohe Belastung

Altenau. Der Kiesabbau in Altenau sorgt für viele störende Dauergeräusche. Das hat eine vor wenigen Tagen durchgeführte Lärmmessung ergeben, die die Bürgerinitiative „Für eine Heimat mit Zukunft“ eigenen Angaben zufolge mehrfach gefordert hatte.

Bereits über einen längeren Zeitraum hätten die störenden Geräusche der beiden Kieswerke enorm zugenommen und seien vor allem nachts zu einer nervenden Belastung für die Altenauer, aber auch die Bewohner im Viertelfeld in Mühlberg geworden, begründet die Bürgerinitiative ihre Forderung nach einer Lärmmessung beim Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) Brandenburg. Mit Erfolg: Am 22. Mai zeichneten Messgeräte von 22 Uhr bis kurz nach Mitternacht den Geräuschpegel in dem Dorf auf, informiert Vereinsvorsitzende Sigrid Käseberg.

Deutlich störend zu dem Dauergeräusch hätten immer wieder ein ständiges Poltern und Klappern sowie Quietschen der Anlagen erhebliche Ausschläge am Messgerät hervorgerufen. Selbst der Sachverständige am Prüfgerät sei überrascht gewesen, wie deutlich man das Kieswerk Altenau in der Ort­schaft wahrnimmt.

Ohne die ständigen Ausschläge beim Poltern, Klappern und Quietschen haben die Werte an den beiden Messpunkten im Dorf durchschnittlich um die 45 Dezibel (der Immissionsgrenzwert für ein Dorf-und Mischgebiet beträgt maximal 45 Dezibel) gelegen, berichtet die Bürgerinitiative von der Nacht. Die nervenden Lärmspitzen über 45 Dezibel seien noch hinzugekommen, wodurch eine Messstelle sogar eine Erweiterung des Messbereichs am Gerät erfordert habe. Alle Anwesenden hätten auch ohne Messgeräte eine deutlich hohe Lärmbelästigung wahrgenommen.

Und damit nicht genug: Laut der Bürgerinitiative werden die Altenauer zusätzlich durch eine neue Geräuschkulisse belästigt, die von den Bandanlagen und dem Baggerschiff der Süderweiterung der Elbekies GmbH erzeugt werde. Der Schall könne sich von hier völlig ungestört ausbreiten, es gebe keinen Lärmschutzwall oder eine Bepflanzung. Laut Berechnungen in den Lärmgutachten zum Rahmenbetriebsplan der Süderweiterung waren diese Lärmschutzanlagen nicht erforderlich.

Völlig unverständlich sei zudem die Berichterstattung vom 29. März 2018 durch das LBGR zum Stand der Umsetzung des Beschlusses „Stopp den Flächenraubbau in Mühlberg“ des Landtages Brandenburg vom 29. Juni 2017, in dem es heißt: „Extreme Belastungen durch Staub- und Lärmbelästigungen, wie sie durch die Bürgerinitiative häufig angeführt werden, wurden durch das LBGR bisher nicht festgestellt.“ Nicht minder unverständlich sei die Aussage von Hans-Georg Thiem, Präsident des LBGR, vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Landtages am 24. Mai 2018 zum Thema dieses Beschlusses: „Die Werte der erfolgten Lärmmessungen in Altenau haben die Grenzwerte von 45 Dezibel nicht überschritten!“

Nun erwartet die Bürgerinitiative „Für eine Heimat mit Zukunft“ mit Spannung die Auswertung der nächtlichen Lärmmessung und die daraus folgenden Maßnahme.

(pm/blu)