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| 16:35 Uhr

Bei der 16. Auflage in Bad Liebenwerda
Kurstadt-Weinfest wird kleiner, aber schmeckt wie eh und je

Wieder mit dabei beim 16. Weinfest in der Kurstadt: Winzer Rico Leonhardt aus Bad Liebenwerda.
Wieder mit dabei beim 16. Weinfest in der Kurstadt: Winzer Rico Leonhardt aus Bad Liebenwerda. FOTO: Mirko Sattler
Bad Liebenwerda. Viele Besucher nicht nur aus der Kurstadt haben sich am Wochenende die Gelegenheit nicht entgehen lassen, das Weinfest in der Innenstadt Bad Liebenwerdas zu besuchen. Der Gewerbeverein hatte zu der 16. Auflage eingeladen. Von Mirko Sattler

In den vergangenen Jahren hat sich das Bild des beliebten Weinfests doch deutlich verändert. „War das Fest früher in der ganzen Innenstadt zu finden, so konzentriert es sich nun auf dem Markt. Das ist damit verbunden, das einige Geschäfte es in der Innenstadt nicht mehr gibt“, erklärte Susanne Melchior vom Gewerbeverein.

An drei Ständen konnte Wein aus verschiedensten Jahrgängen probiert werden. Unter den Anbietern war auch der einheimische Winzer Rico Leonhardt. „Zum vierten Mal bin ich als regionaler Erzeuger beim Weinfest dabei. Neben dem aktuellen Federweißer aus dem Jahr 2018 habe ich noch Rosé-, Rot- und Weißwein aus dem vergangenen Jahr dabei“, verriet der 32-jährige Jungwinzer. In diesem Jahr ist die Ernte seiner Trauben früher als sonst in Angriff genommen worden. „Durch die Sonne und die Trockenheit ist die Reife gut drei Wochen zeitiger gewesen als sonst. Dank einer schlagkräftigen Truppe aus 15 Leuten hatten wir die Ernte schon am 9. September abgeschlossen“, so Rico Leonhardt weiter.

Derzeit bewirtschaftet der Kurstädter 0,75 Hektar Weinanbauflache. Unter den Sorten finden sich Kerner, Silvana und Bronner. Besonders gefragt waren am Wochenende sein Rosé und der holzfassgereifte Rotwein aus 2016. In diesem und im nächsten Jahr möchte der 32-Jährige seine Anbaufläche vergrößern. „Insgesamt habe ich eine Lizenz für 1,3 Hektar. Darum werde ich in diesem Jahr noch 1000 Rebstöcke, und im nächstem Jahr 3000 Rebstöcke pflanzen“, erzählte der Winzer am Rande des Weinfestes.

Zeit für ein langes Interview hatte der Kurstädter nicht. Zu lang war die Schlange vor seinem Stand gegenüber der Orgelakademie. Das Geld, das er mit dem Ertrag aus den im Jahr 2011 gepflanzten Reben verdient, fließe ausschließlich in die Aufrebung, Maschinen oder einen neuen Tank. Unter der Marke „Brandenburger Landwein“ schätzt Rico Leonhardt, das 3000 Flaschen Wein des Jahrganges 2018 am Ende heraus kommen. Zum Weinfest ist die Nachfrage nach seinem Federweißer sehr groß. Im Durchschnitt bringt er rund 200 Gläser an den Mann oder die Frau.

Rot, Weiß und Roséwein hat auch die „Dekoline“ im Angebot. „Das Weinangebot ist nur ein zusätzliches Angebot zum Weinfest. Sonst haben wir Deko, Geschenkartikel und Kaffee aus einer Rösterei in Elsterwerda, der extra für uns kreiert wurde, im Angebot. Heute kommen neben vielen Stammkunden auch viele Besucher, die erstmalig unseren Laden besuchen. Besonders der gut gekühlte Rosé und der Weißwein sind beliebt“, verriet Jens Herzberg vom Lädchen „Dekoline“.

Nach längerer Abstinenz schaute Betina Jahre wieder beim Weinfest in der Kurstadt vorbei. „Wir waren vor Jahren schon einmal hier. Irgendwie hat das Fest abgenommen. Es sind heute weniger Stände da als früher“, meint die Schliebenerin. Victoria, Nadine, Anke und Viktoria genießen derweil den frischen Federweißer aus der Kurstadt. „Wir sind jedes Jahr dabei. Aber irgendwie haben wir den Eindruck, dass es immer kleiner wird. Der Federweißer vom Stand der Winzerei Leonardt ist der Beste heute bei dem Fest“, sagte die Mädchentruppe unisono. Die 29- bis 36-jährigen Frauen konnten in Ruhe den Wein genießen.

Je später der Abend, desto mehr Besucher kamen auf dem Marktplatz. Auf insgesamt drei Bühnen wurden die Gäste von „Papa Joe“, „The Buck Cherry“ und der „Big Band“ bis weit in die Nacht hinein unterhalten.

FOTO: Mirko Sattler