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Kurstadt-Wehrspitze noch immer vakant

Beförderungen und Auszeichnungen durch Bad Liebenwerdas Stadtbrandmeister René Elfers und die Wehrführung standen bei der Jahreshauptversammlung ebenfalls auf dem Programm.
Beförderungen und Auszeichnungen durch Bad Liebenwerdas Stadtbrandmeister René Elfers und die Wehrführung standen bei der Jahreshauptversammlung ebenfalls auf dem Programm. FOTO: Karsten Bär/bae1
Bad Liebenwerda. Nicht wie gewöhnlich schon im Januar, sondern erst dieser Tage hat die Freiwillige Feuerwehr Bad Liebenwerda ihre Jahreshauptversammlung durchgeführt. Eine Veränderung an der Spitze der Wehr hatte die Verzögerung bedingt. Karsten Bär / bae1

Nachdem Wehrführer Hans-Joachim Lorenz im vergangenen Herbst gesundheitsbedingt um Entbindung von seiner Funktion gebeten hatte, wollte man zunächst einen Nachfolger bestimmen, bevor man zur jährlichen Versammlung zusammentrifft.

Doch behoben ist die Vakanz noch immer nicht: Vorerst teilen sich die stellvertretenden Wehrführer Martin Neumann und Mathias Bauer die Aufgaben des Wehrführers. Eine einvernehmliche Lösung habe man noch nicht finden können, so Neumann. Alle potenziellen Nachfolger hätten den Spagat zwischen Familie, Beruf sowie der ebenso anspruchsvollen wie zeitintensiven Funktion als Wehrführer nicht in Einklang bringen können. Für Neumann, wie auch für andere Kameraden, zeigt dieser Umstand deutlich, "dass das Ehrenamt entlastet und mehr wertgeschätzt werden muss". Gebraucht würden Lösungen, die die kommunale Pflichtaufgabe Feuerwehr zukunftssicher und effizient aufstellen.

Von der bestehenden Lücke in der Wehrführung abgesehen, konnte Martin Neumann in seinem Bericht auf ein insgesamt "feuerwehrfreundliches" Jahr 2016 zurückblicken. "Es gab keine ausgedehnten Großschadenslagen wie Waldbrände, einen Orkan oder ähnliches, aber auch keine Katastrophen wie Hochwasser", so der stellvertretende Wehrführer. "Dennoch wurden wir auf vielen anderen Gebieten gefordert und gebraucht." Ausweislich der Einsatzstatistik waren 49 Feuerwehrmitglieder 654 Mal an insgesamt 57 Einsätzen beteiligt. Die Gesamtstundenzahl aller Kräfte beträgt 954. Insgesamt wurde häufiger zu Hilfeleistungen ausgerückt als zu Brandeinsätzen. Von letzteren gab es dennoch einige größere, so bei Gebäudegroßbränden in Elsterwerda, Mühlberg, Falkenberg und Uebigau-Wahrenbrück, zu denen man zur Unterstützung gerufen wurde.

Nach wie vor ist der Ausbildungsstand der Wehr hoch, konnte Martin Neumann weiter konstatieren. Und man blieb auch 2016 am Ball, um die Kameraden auf unterschiedlichsten Gebieten weiter zu qualifizieren. So auch an der Landesschule und Technische Einrichtung für Brand- und Katastrophenschutz Eisenhüttenstadt (LSTE), wo fünf Kameraden erfolgreich je einen Lehrgang absolvierten. Bedauerlich sei indes, dass die LSTE nicht den gesamten Fortbildungsbedarf decken kann, beklagte der stellvertretende Wehrführer, der auf 15 beantragte Lehrgänge verwies.

Mit 54 Kameraden blieb die Stärke der Einsatzabteilung 2016 stabil, da sich Zu- und Abgänge mit je drei Kameraden die Waage hielten. Erfolgreiche Nachwuchsarbeit wird in der Kinder- und Jugendwehr, die 37 Mitglieder zählt, geleistet.

Die Grüße und den Dank der Stadtverordneten überbrachte Stadtverordnetenvorsteher Johannes Berger. Marina Jahre, im Rathaus für den Sachbereich Brandschutz zuständig, dankte im Namen der Verwaltung. Mit dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Mario Harnisch war zudem nach mehreren Jahren wieder ein Brandschutzvertreter der Landkreisebene vertreten.

Unverständnis über einzelne Stadtverordnete äußerte in der Diskussion der ehemaligen Ortswehrführer und Stadtbrandmeister Karl Schlegel. Feuerwehr habe aus seiner Sicht auch mit Tradition zu tun. Dazu gehöre es, dass man zu Kameraden, die Jubiläen feiern, auch mit dem Feuerwehrfahrzeug zum Gratulieren komme. Dies sei eine Form der Ehrung für freiwillig und ehrenamtlich tätige Feuerwehrleute. "Dass einzelne Abgeordnete, die sich sonst nie bei uns blicken lassen, das kritisieren, finde ich ganz hässlich", so Schlegel unter dem Beifall der Feuerwehrkameraden.