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Ich kaufe regional
Kurstadt lädt zum Innehalten ein

An Markttagen, wie hier am Freitag, ist die Innenstadt von Bad Liebenwerda rappelvoll und ansonsten lebhaft und stets einladend.
An Markttagen, wie hier am Freitag, ist die Innenstadt von Bad Liebenwerda rappelvoll und ansonsten lebhaft und stets einladend. FOTO: Feller
Bad Liebenwerda/Elsterwerda. Städte zeichnet nicht aus, wenn sie lediglich zum schnellen Einkauf bitten. Sie sollten auch auf vielfältige Weise zum Verweilen einladen. Manfred Feller

Eine Stadt zeichnet aus, wenn sie ihre Einwohner, Besucher und Kunden nicht nur zum schnellen Einkauf und Konsumieren einlädt, sondern auch zum Schauen und Verweilen. Da gibt es in Elbe-Elster große Unterschiede. Die wenigen Straßencafé-Plätze in Elsterwerda sind bei gutem Wetter beliebt. Ansonsten ist der Aufenthalt meistens nur drinnen möglich - beim Fleischer, beim Bäcker und im Imbiss. Im Elstercenter spielen die Temperaturen keine Rolle. Wer dort einkauft, kann überdacht essen und Kaffee trinken. Das Shoppen wird zum Erlebnis gemacht.

Bad Liebenwerdas Stadtväter und Geschäftsleute möchten, dass sich das Leben mehr auf der Straße abspielt. So viele Sitz- und Verweilmöglichkeiten findet der Besucher selten in einem Zentrum, der guten Stube einer Kleinstadt. Momentan laden die wenigen Plusgrade nicht gerade zum Käffchen unter dem wolkenbedeckten Himmel ein. "Im Sommer haben die Plätze draußen nicht gereicht", freut sich Azubine Michelle Jentzsch von der Bäckerei Konrad im Rösselpark über den Zuspruch. Tische und Stühle wurden dort von drinnen nach draußen geräumt. Überall im Park geschäftiges Treiben, nebenan der Springbrunnen - da macht das Leutegucken beim Kaffee Spaß.

Rings um Roßmarkt und Markt hat der Gast die Wahl, wo er sich niederlassen möchte. Viele Geschäftsleute überbieten sich mit einladenden Dekorationen und Verweilmöglichkeiten. Die Stadt unterstützt dies ausdrücklich.

Wer genügend Platz vor dem Geschäft hat, wie Inhaberin Doreen Michalek-Herzberg von Dekoline - Geschenke & Wohnaccessoires, lässt seiner Fantasie passend zur Jahreszeit freien Raum und zeigt bereits vor der Tür, was er dahinter zu bieten hat. Der Sturm vom Donnerstagabend war kaum weitergezogen, da stand am Freitagmorgen überall schon wieder die spezielle Ladenwerbung.

Letzte Hand draußen vor Dekoline hatte Mitarbeiterin Kathleen Renz angelegt. Sogar eine Kerze brennt bei diesem Wetter. Wem das Schauen dort und anderswo in der Innenstadt nicht reicht, darf drinnen oder draußen Platz nehmen. Dann gibt es frisch gerösteten Kaffee von der heimischen Rösterei Loos aus Elsterwerda oder ein Gläschen einer Spirituose aus dem Fass - sogar sonntags von 14 bis 17 Uhr. Kathleen Renz weiß, dass die Kundschaft dieses Angebot nach dem Stöbern im Geschäft gern nutzt. "Viele sagen uns, dass sie so den Alltagsstress zu vergessen."

In der Kurstadt tragen sogar Abgrenzungen zwischen Gehweg und Straße Sitzflächen.