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| 02:47 Uhr

Kurstadt ist jüngstes Akademie-Mitglied

Bad Liebenwerda. Die Stadtverordneten von Bad Liebenwerda haben am Mittwochabend mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen den Beitritt der Kurstadt in den Förderverein Südbrandenburgische Orgelakademie beschlossen. cka

Zukünftig wird die Stadt einen Jahresbeitrag von 6669,60 Euro zahlen (nach Einwohnern berechnet).

Vereinsvorsitzender Dieter Voigt hat vor der Entscheidung an die Abgeordneten appelliert. "Wir könnten Orgelstadt werden", sagt er. Zwölf bis vierzehn Orgeln könne man in der Stadt aufbauen, Technik zugänglich machen, forschen und Jugend für Orgelkunst und -bau begeistern. "Es ist ein Alleinstellungsmerkmal in Brandenburg. So lange ich gesundheitlich in der Lage bin, werde ich mich um die Orgelakademie bemühen." Seit zwei Jahren bestehe der Verein schon. Die Baumaßnahmen für die Orgelakademie im Zentrum der Kurstadt summieren sich auf mehr als eine Million Euro. Die Orgelakademie mache trotz zweier Angestellten kein Minus.

Mit Unterstützung von Variograph-Geschäftsführer Wolfgang Stier kämpft Voigt um die Etablierung der Südbrandenburgischen Orgelakademie am Standort Bad Liebenwerda. Stier: "Wir unterstützen das Projekt, weil wir daran glauben, dass es für die kulturelle Entwicklung der Stadt von Bedeutung ist."

Es gehe um den politischen Willen, um ein Bekenntnis zur Orgelakademie. Hans-Ulrich Lubk (CDU) äußerte sich begeistert: "Ich bin selbst Mitglied. Ich sehe keine Gefahr für die Stadt." Abgeordneter Andreas Schöne (FuL) lobte den Schritt, städtegestalterisch in dieser Weise einzugreifen.

Die Orgelakademie belebe die Innenstadt. Monika Naumburger von der CDU hatte noch Bedenken: "Bei mir schlagen zwei Herzen in der Brust. Ich bin mir der Einmaligkeit des Projektes bewusst, aber wir stecken auch immer noch im Haushaltssicherungskonzept." Trotz einiger Zweifel stimme die CDU-Fraktion zu, verkündete Vorsitzender Winfried Hopstock. Johannes Berger (FuL) betonte hinsichtlich des Beitrages: "Ich erinnere nur daran, dass womöglich andere Kulturvereine irgendwann auch kommen und finanzielle Unterstützung suchen." Günter Keil (Die Linke) lobte das Bemühen der Akademie, aber: "Unter den finanziellen Voraussetzungen der Stadt ist der Beitrag zu hoch."

Der Vizevorsitzende der Orgelakademie, Bürgermeister Thomas Richter (CDU), im Gespräch mit der LR: "Das Darlehen der Sparkasse steht kurz vor seiner Unterzeichnung." Der Weg sei geebnet für den Erwerb des Grundstückes von der Variograph GmbH. "Wir werden eine Arbeitsgruppe bilden, die den baulichen Fortschritt begleitet." Er hoffe, dass Mieter bis Herbst 2015 die entstehenden Wohnungen beziehen können.