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| 18:44 Uhr

Wann öffnet Bad Liebenwerdas Kurhaus?
Kurhaus – noch fehlt der Betreiber

Das Kurhaus Bad Liebenwerda ist an die Stabau Immobiliengesellschaft Haida verkauft. Doch vermutlich erst zum Jahresende wird es wieder erste Veranstaltungen geben.
Das Kurhaus Bad Liebenwerda ist an die Stabau Immobiliengesellschaft Haida verkauft. Doch vermutlich erst zum Jahresende wird es wieder erste Veranstaltungen geben. FOTO: Frank Claus / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Bad Liebenwerda. Die neuen Inhaber planen in Bad Liebenwerda Wiedereröffnung erst zum Jahresende. Von Frank Claus

Die Kulturlandschaft in Bad Liebenwerda steht vor neuen Weichenstellungen. Die RUNDSCHAU hat sich um zwei Objekte näher gekümmert – ums Kurhaus und um die aktuelle Situation im Bürgerhaus, die in der Donnerstag-Ausgabe Thema sein soll. Die Stabau GmbH & Co. KG mit Sitz in Haida hat Mitte des vergangenen Jahres das Kurhaus in Bad Liebenwerda erworben und will es als Stätte der Kultur wieder beleben.

Mit Bad Liebenwerdas Kurhaus, aus DDR-Zeiten vielen als „Haus der Werktätigen“ bekannt, verbinden Einwohner viele schöne Erinnerungen: Jugendtanz zwei mal in der Woche, Konzerte legendär gewordener Bands, ein aktiver Jugendclub, Feuerwehrkarneval, Tagungen, Jubiläums- und sonstige Familienfeiern, rauschende Silvesterpartys, Neujahrsempfänge. Bad Liebenwerdas „Haus der Wilden“ – wie es mitunter auch im Volksmund wegen ausschweifender Partys „der Jugend mit den langen Haaren“ bezeichnet wurde – war die Top-Adresse in Sachen Kultur. Und soll es wieder werden, wenn es nach den Stabau-Geschäftsführern Jens Rehhahn und Matthias Müller geht. Letzterer hatte im Oktober des vergangenen Jahres erklärt: „Wir wollen in dem Haus wieder anspruchsvolle Kultur stattfinden lassen.“

Der gemeinsame Neujahrsempfang der Städte Bad Liebenwerda und Elsterwerda fand zu Jahresbeginn im Kurhaus statt.
Der gemeinsame Neujahrsempfang der Städte Bad Liebenwerda und Elsterwerda fand zu Jahresbeginn im Kurhaus statt. FOTO: Frank Claus / LR

Dass beiden Geschäftsführern das am 10. August 1924 eingeweihte Haus mit seinem achteckigen Saal immer noch am Herzen liegt, bestätigt Axel Spillmann, der sich neben seiner Arbeit im Unternehmen nun um die Entwicklung des Kurhauses kümmert. Und wie ist der Stand der Dinge? „Wir suchen noch immer nach einem Betreiber, der zu unseren Vorstellungen passt“, sagt Axel Spillman und bekräftigt, dass es den Inhabern nicht vordergründig darum gehe, viel Geld mit dem Haus zu verdienen. „Es muss funktionieren“, sagt Axel Spillmann. Dabei schwebt den neuen Besitzern eine breite Palette vor – vom Konzert bis zu Tanzabenden, Ausstellungen, Kabarett, gebuchten Familien- und Jubiläumsfeiern bis hin zu Weihnachtsfeiern. Die Inhaber möchten eine Wohlfühlatmosphäre im Haus mit gehobenem, aber keinem Luxusstil. So, wie es schon 1924 geschrieben stand: „Den Gästen bietet sich ein geschmackvoll eingerichtetes und für den Zweck vorzüglich geeignetes Haus (...) Das Kurhaus mit Garten ist täglich geöffnet: Mittagstafel ein Uhr, Preis pro Gedeck zwei Mark, Sonntags 2,50 Mark. An heißen Tagen werden Eis und besondere Erfrischungen gereicht.“ (aus der Stadtchronik Eckelmann/Ziehlke).

Freilich, die gastronomischen Offerten von damals werden nicht mehr einzuführen sein. Ob überhaupt eine ständige Gastronomie etabliert werden soll, das wolle man mit dem künftigen Betreiber klären. Sicher ist: Gastronomie war an diesem Standort schon immer nicht einfach. Schon 1935 wurde „das große Anwesen, das sich als Gaststätte bisher nie tragen konnte“, wie es im „Liebenwerdaer Kreisblatt“ des gleichen Jahres hieß, zwangsversteigert. Auch zu DDR-Zeiten wechselten mehrfach die Besitzer des dann in Regie der Handelsorganisation (HO) geführten Hauses.

So schön soll es wieder werden: Faszinierende Atmosphäre zur Big-Band-Nacht im Kurhaus.
So schön soll es wieder werden: Faszinierende Atmosphäre zur Big-Band-Nacht im Kurhaus. FOTO: Siegfried Ulf Kluge

Nach der Wende übernahmen die RHM-Kliniken das Gebäude, sanierten es umfangreich, stellten aber den öffentlichen Betrieb weitgehend ein. Im Jahr 2014 wäre das Aus als Kulturtempel beinahe ganz besiegelt worden. Der Rehaklinik-Gruppe schwebte vor, „teilstationäre und ambulante Behandlungen“ im Haus anzubieten. Vor den Kosten des Umbaus schreckten die Inhaber dann aber doch zurück.

Nur noch sporadisch war das Haus danach geöffnet, zum letzten Mal beim Neujahrsempfang in diesem Jahr. Unter Denkmalschutz steht es übrigens nicht, wie Gerd Günther von der Unteren Denkmalbehörde bestätigt. Mit einem Architekten hätten die neuen Besitzer das Haus bereits begutachtet. Es sei in einem guten Zustand. Überlegt werde, den kleinen Saal ins Raumkonzept durch verschiebbare Zwischenwände zu integrieren. Behindertengerechte Toiletten müssen eingebaut werden. Die Kücheneinrichtung sei in Schuss.

Bleibt das Hauptproblem: ein geeigneter Betreiber. Weiterhin wollen die Besitzer da nichts übers Knie brechen. „Bis zum Ende dieses Jahres wollen wir das Haus aber dennoch wieder an den Start bringen“, formuliert Axel Spillmann vorsichtig.