Mehr als zweihundert Besucher lockte die finale Ausstellung der Reihe PARTIZIPATION am vergangenen Freitag zur Vernissage in das Kulturhaus der BASF Schwarzheide. Das Chemieunternehmen hatte sich mit der Ausstellungsreihe die Aufgabe gestellt, mit künstlerischen Mitteln den Umgang der Menschen mit der Natur ins Visier zu nehmen, Kritik zu üben und Beispiele für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zu zeigen.

Parallelen zwischen Kunst und BASF-Produktion

Nachdem der Maler Michael Schreckenberger im Teil 2 von PARTIZIPATION mit seinen großformatigen Bildern eine düstere Zukunft gezeigt hatte, falls der Mensch nicht umdenkt, so zeigen diesmal zehn regionale Künstler mit ihren Arbeiten, wie jeder nachhaltig handeln kann. Sie haben für ihre ausgestellten Werke, darunter Collagen, Skulpturen, Gemälde, Assemblagen und Installationen, bereits entsorgte oder gebrauchte Materialien des Alltags wiederverwendet.

Jürgen Fuchs hatte als Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide GmbH Parallelen zu neuen Produktionsmöglichkeiten des Unternehmens gezogen. Humorvoll zeigte das „huub dutch duo“ zur Freude der Besucher, dass auch mit selbst gebauten Instrumenten vorzügliche Musik gemacht werden kann.

Kunst aus Eierpackungen, geschredderte Banknoten und Kaffeekapseln

Heinz Ferbert (Priestewitz), Steffen Mertens und Bettina Winkler (beide Cottbus), Bernd Gork, Christine Przybilski, Bernd Winkler (alle Senftenberg), Barbara Seidl-Lampa (Ruhland), Angela Willeke (Doberlug-Kirchhain/Werenzhain), Harald Schneider (Staupitz) und Michael Sachs (Elsterwerda) verblüffen dabei die Ausstellungsbesucher mit Kunstwerken, denen man ihre materielle Herkunft oft nicht ansieht.

Da zaubert Bettina Winkler eine anmutige Tänzerin aus geschliffenen Eierverpackungen und hat mit „Die zersägte Jungfrau“ aus Verpackungsmaterial als Triptychon einen echten Hingucker für das Publikum geschaffen.

Vielfältig demonstriert Steffen Mertens Möglichkeiten der künstlerischen Wiederverwertung: die „Zeit im Bild“ aus buntem Papierbrei oder mit sa“tierisch“em Blick „Unser täglich Brot“ aus geschredderten Banknoten. Harald Schneider lässt „Mount Ever-Restmüll aus Verpackungsmaterial über die weißen Gipfel wachsen. Die Ton-Scherben-Collagen von Barbara Seidl-Lampa zeigen die menschliche „Kreatur“ der Zukunft. Und Christine Przybilski zaubert aus Kaffeekapseln die schönsten aufgestapelten „Krönchen“.

Regionales Kleinod

Ästhetisch wirken die Übermalungen von Heinz Ferbert – wie „Spuren in Blau“ und die „Licht-Schatten-Spiele“ auf überdruckten und collagierten Patientenumhängen. Wesentliches ganz minimalistisch betonen dagegen die „Figuren“ aus Eisenstäben von Bernd Winkler. Angela Willeke verblüfft, wie sie als Glaskünstlerin Symbiosen zu anderen Materialien wie Draht, Seile, Holz und Eisen herstellt. Außerdem zieht diesmal der eiserne Koloss „Zeitenwende“ als menschliche Gestalt die Blicke auf sich.

Die Fund- und Schrottstücke oder ausgemusterte Werkzeugteile will Michael Thomas Sachs nicht verstecken, wenn dem Betrachter die „Himmelsscheibe“ als Hochrelief erscheint, während Bernd Gork beweist, wie mit Papiercollagen Landschaftsdarstellungen, zum Beispiel als „Seeufer im Winter“, Gestalt annehmen. Außerdem charakterisiert Gork, der entscheidend die Kunstsammlung Lausitz in Senftenberg zum „regionalen Kleinod“ entwickelt hat, im Interview die Kunstszene der Lausitz.

Die Ausstellung ist bis zum 24. November im Kulturhaus der BASF Schwarzheide zu sehen. Öffentliche Führungen gibt es am 15. Oktober und 5. November, ab 16 Uhr für Kinder und ab 17 Uhr als Treffen mit den Künstlern. Finissage mit Kunstmesse heißt es am 24. November von 13 bis 17 Uhr.