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Elsterwerda
Kunst ganz groß in Kleiner Galerie

Die Schülerarbeiten für die neue Ausstellung in der Kleinen Galerie in Elsterwerda sind von den Elsterschloss-Gymnasiasten selbst ausgewählt worden.
Die Schülerarbeiten für die neue Ausstellung in der Kleinen Galerie in Elsterwerda sind von den Elsterschloss-Gymnasiasten selbst ausgewählt worden. FOTO: Manfred Feller / LR
Elsterwerda. Ausstellungshaus lebt dank ehrenamtlich engagierter Elsterwerdaer, Stadt und Förderer. Von Manfred Feller

So viele rote Punkte unter ausgestellten Bildern hat es in der Kleinen Galerie „Hans Nadler“ in Elsterwerda noch nie gegeben. Jedenfalls kann sich Galerieleiter Gerhard Scherf nicht daran erinnern. Rot heißt: Besucher haben die Werke erworben. Das sind jene der Pastellmalerin Kerstin Birk aus Zeithain. Ihre realistischen, fotografieähnlichen Arbeiten waren bis zum 7. Januar zu sehen und haben den Nerv von Kunstinteressierten getroffen.

„Kerstin Birk hat eine herausragende Technik“, lobt Gerhard Scherf. Er selbst mag Kunst gern ein wenig abstrakter: „Ich möchte viel in die Werke hineininterpretieren können.“ Spontan fallen ihm die Holzskulpturen von Klaus Kuhr- mann aus Jessen ein, der von April bis Juni 2017 ausgestellt hatte. Auch die Keramik von Barbara Seidl-Lampa aus Ruhland mag er. Aus gutem Grund: Gerhard Scherf war Formgestalter und künstlerischer Leiter in dem einstigen Steingutbetrieb in Elsterwerda.

Wenn Künstler ihre Arbeiten im Zuge einer Ausstellung verkaufen, dann klingelt es in den großen Galerien ordentlich in der Kasse. Denn diese sind mit einem guten zweistelligen Prozentsatz an den Verkäufen beteiligt. Die Kleine Galerie in Elsterwerda begnügt sich bei den oft nur ein paar Hundert Euro teuren Arbeiten der hier ausstellenden Künstler mit zehn Prozent.

Um die Galerie am Laufen zu halten, sind die Ehrenamtlichen – von den derzeit zwei Bundesfreiwilligen abgesehen – auf jeden Euro und jede Hilfe angewiesen. Von den jährlichen Gesamtkosten in Höhe von etwa 7000 Euro tragen Sponsoren ungefähr 4500 Euro. Um jedem unabhängig von seinem Geldbeutel Kunstgenuss zu ermöglichen, haben Besucher generell freien Eintritt. Der eine oder andere wirft etwas in den Klingelbeutel und spendet. Weitere Unterstützer sind die Stadt Elsterwerda, der Landkreis und die Sparkasse Elbe-Elster. Bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite stehen zudem aus der Stadtverwaltung Sabine Wagner, Sachbearbeiterin für Kultur und Sport, und Bauamtsleiter Uwe Schaefer.

Die Kleine Galerie hat sich in der regionalen Kunstszene über alle benachbarten Kreisgrenzen hinaus längst einen Namen gemacht. So manch einer möchte ausstellen. „Wir haben unwahrscheinlich viele Bewerbungen“, versichert Gerhard Scherf. Ausgewählt wird, was den Ansprüchen und der jährlichen Bandbreite von Malerei über Bildhauerei bis Keramik und Fotografie genügt. Wer es nicht in das Fachwerkhaus schafft, wird an die Stadtbibliothek oder nach Saathain „weitergereicht“. Sieben Ausstellungen stellen die ehrenamtlichen Kunstliebhaber jedes Jahr auf die Beine. „Mehr geht nicht“, sagt Gerhard Scherf. Noch reichlich Luft nach oben ist allerdings bei den Besucherzahlen. Über 2000 waren es im Vorjahr. Da geht noch was. Schließlich bietet nicht jede Kleinstadt  ihren Einwohnern so eine Galerie.

Um den Kunstnachwuchs macht sich Gerhard Scherf in Elbe-Elster keine Sorgen. „Es gibt viele Gruppen und Kreise, die zum Beispiel malen“, erwähnt er. Einige Freizeitmaler leitet der Künstler Ararat Haydeyan an. In Würdenhain ist Klaus Kunschke tätig, in Elsterwerda der Arzt und Grafiker Dr. Manfred Tarnick. Und nicht zuletzt wächst an den Schulen das eine oder andere Talent im Malen, Zeichnen oder Gestalten heran.

Gerhard Scherf ist Leiter der Kleinen Galerie „Hans Nadler“ in Elsterwerda.
Gerhard Scherf ist Leiter der Kleinen Galerie „Hans Nadler“ in Elsterwerda. FOTO: Manfred Feller / LR