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Kulturhaus Plessa – wieder ein Stück geschafft

Zimmerermeister Lars Schwering hat das alte Fenster vor die jetzt neuen Fenster der Kulturhausfassade getragen.
Zimmerermeister Lars Schwering hat das alte Fenster vor die jetzt neuen Fenster der Kulturhausfassade getragen. FOTO: Veit Rösler/vrs1
Plessa. Nach wie vor kann das Kulturhaus in Plessa nur in kleinen Schritten saniert werden. Doch der Kulturverein gibt nicht auf und verbucht einen neuerlichen Erfolg. Jetzt sind die Foyer-Fenster ersetzt worden. Veit Rösler und Frank Claus / vrs1

Es ist nur einer von vielen kleinen notwendigen Schritten, doch für den Plessaer Kulturverein ist dieser Schritt eine wichtige, symbolische Etappe auf dem Weg zu einem sanierten Kulturhaus. Auf der Nordseite des Eingangsportals wurden die für die Energieeinsparung so wichtigen neuen Fenster eingebaut.

Zimmerermeister Lars Schwerig aus Breitenau hat die nach Auflagen des Denkmalschutzes aus Holz gefertigten Fenster in seiner Werkstatt aus ausgesucht gewachsenem Kiefernholz gebaut und in einer Beschichtungsanlage weiß lackiert. Etwa 23 000 Euro werden für die Fenster, eine Tür und mehrere Bestandssicherungsarbeiten an der Fassade aus Mitteln der Stiftung Denkmalschutz, der Wüstenrot-Stiftung, des Landkreises Elbe-Elster und aus Eigenanteilen des Kulturvereins in den nächsten Wochen ausgegeben.

Die alten, nun ausgebauten und vollkommen verbrauchten Fenster, stammen noch aus dem Jahre 1960. Mindestens 25 Jahre sollen die neuen Fenster ihre Funktion in Sachen Witterungsschutz, Wärmedämmung und Optik erfüllen.

Die symbolische Einweihung der neuen Fensterfront soll am 25. April durch die Künstler Chris Doerk und Frank Schöbel vollzogen werden. Das Traumpaar der 60er Jahre der DDR kehrt ein letztes Mal mit seinen großen Hits und beliebten Duetten mit der "Hautnah"-Abschiedstournee zurück auf die Bühnen des Landes, um sich vom Publikum zu verabschieden. Die Tournee führt dieses Mal nicht durch die großen Musentempel, sondern durch die kleineren und intimeren Theater- und Konzertsäle. Eine ähnlich schöne symbolische Handlung gab es schon im Dezember 2013, als Startrompeter Ludwig Güttler zusammen mit Bürgermeister Gottfried Heinicke, Architekt Lothar Thieme und Mädchen der Funkengarde die 25 Einzelfenster der Südfassade des Eingangsportals eingeweiht haben. Diese wurden ebenfalls durch die großzügige Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, mit Mitteln des Landkreises Elbe-Elster und Eigenanteilen des Kulturvereins Plessa finanziert.

Das Kulturhaus bleibt damit weiter eine große Baustelle. Soll das unter Denkmalschutz stehende Haus für die Zukunft fit gemacht werden, bedarf es einer grundhaften Sanierung. Eine Gesamtkostenschätzung beläuft sich auf 4,7 Millionen Euro. Eine umfangreiche Förderung konnte bislang nicht erreicht werden. Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos) hatte im Jahr 2013 bereits im Landtag das Engagement vor Ort gelobt und dennoch erklärt: "Man kann nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen." Zunächst müsse ein tragfähiges und nachhaltiges Betriebskonzept aufgestellt werden, um Maßnahmen in Höhe von vier Millionen Euro rechtfertigen zu können. Daran werde noch immer gearbeitet.

Auf Geld aus der Gemeindekasse kann der Kulturverein nur begrenzt setzen und auch die Eigenanteile erwirtschaften sich nur Stück für Stück. Die Gemeinde hat neben dem Kulturhaus noch ein weiteres, gewichtiges Erbstück der Bergbaugeschichte: das Kraftwerk Plessa. Auch dort ist die Sanierung auf halber Strecke steckengeblieben.

Deshalb steht für den Kulturverein der Traum vom Großsanierungsprojekt gegenwärtig auch nicht zur Debatte. Als dringend schätzt er allerdings das marode Dach und die Fenster im oberen Saal ein. Dieser erste Sanierungsabschnitt würde brutto 524 000 Euro kosten, so Lothar Thieme vom Verein. Der Eigenanteil belaufe sich bei einer 63- prozentigen Förderung auf knapp 194 000 Euro.

Die Minimalvariante wäre nur das Dach mit allen dazugehörigen Arbeiten wie kostenintensiven Brandschutzanstrichen: Gesamtkosten rund 350 000 Euro, Eigenanteil fast 130 000 Euro. Ob diese 2012 genannten Zahlen angesichts von Baupreissteigerungen so noch stimmen, darf auch bezweifelt werden. Und so bleibt den Plessaern nur immer wieder die Tippeltappeltour. Und möglichst viele ausverkaufte Veranstaltungen und Einmietungen, um nötige Eigenanteile zu erwirtschaften.