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Bad Liebenwerda
„Der Drache“ kommt in Bad Liebenwerda gut an

Die Darsteller vom Theaterverein „Junges Blut“ aus Bad Liebenwerda haben mit ihrem Stück einen großen Erfolg gefeiert.
Die Darsteller vom Theaterverein „Junges Blut“ aus Bad Liebenwerda haben mit ihrem Stück einen großen Erfolg gefeiert. FOTO: privat
Bad Liebenwerda. Theaterverein „Junges Blut“ bringt Märchen für Erwachsene auf die Bühne und erntet viel Lob. Von Kathleen Sabath

  Der Theaterverein „JungesBlutBali“ hat vor wenigen Tagen sein diesjähriges Stück „Der Drache – Ein Märchen für Erwachsene“ vorgestellt. Die Darsteller konnten sich über einen ausverkauften Saal im Bürgerhaus in Bad Liebenwerda freuen und nahmen ihre Gäste mit auf eine märchenhafte Reise, welche anschließend viel Stoff zum Nachdenken ließ.

Das vom Theaterverein bearbeitete und aktualisierte Stück stammt ursprünglich von dem russischen Autor Jewgeni Schwarz aus dem Jahre 1943. Es handelt von einem Drachen, welcher seit Jahrhunderten eine Stadt unter seiner Kontrolle hat und jedes Jahr eine Jungfrau fordert. Verkörpert wurde dieser von Philipp-Michael Beindorf und Sarah Hübner, die in ihrer geteilten Rolle als Machthaber überzeugten.

Die Einwohner der Stadt geben den Forderungen des Ungeheuers nach, in der Hoffnung, dass der Drache sie in Frieden weiterleben lässt.

Die Aussage des Märchenerzählers Charlesmagne: „Es gibt nur eine Möglichkeit, vom Drachen verschont zu bleiben: Man muss einen eigenen Drachen haben“, zeigt, dass die Einwohner sich mit dem Leben in Angst und unter ständiger Kontrolle arrangiert haben. Aber es wird auch sehr gut an der Aussage des Katers Mariechen deutlich: „Wenn du‘s warm und weich hast, tust du am Klügsten, wenn du vor dich hin döst und schweigst.“

Christian Lehmann alias Charlesmagne bildete das verträumte Gegenstück zur widerwilligen und eigensinnigen Tochter Elsa. Diese entsprach so gar nicht der Rolle der braven Jungfrau und lehnte sich, gespielt von Mandy Tanneberger, selbstbewusst gegen ihr vorbestimmtes Schicksal auf. Charlesmagne gewann die Herzen der Zuschauer durch sein humorvolles Spiel im Sturm und wird sicherlich in Erinnerung bleiben.

Als der Held Lanzelot in die Stadt kommt, will er die Einwohner von ihrem Drachen befreien. Er versucht ihnen aufzuzeigen, dass etwas, nur weil alt und bewährt, nicht gleich gut und richtig ist und es sich lohnt für seine Rechte einzustehen.

Die acht Darsteller haben dies ironisch, tiefgründig und mit Humor umgesetzt. Dabei wurde deutlich, dass das Märchen trotz seines Alters an Aktualität nichts verloren hat. Max Wendt brillierte in der Rolle des Ritters, der eher einem gelangweilten Bauarbeiter entsprach und sorgte mit seinem Auftreten, genau wie Sarah Schönitz als eifriger Kerkerkommandant für manche Lacher.

Besonders der dem Wahnsinn verfallene Bürgermeister und sein Sohn Heinrich, gespielt von Daniel Hübner und Michael Marx, die nach der Vernichtung des Drachen die Macht ergreifen wollen, überzeugten mit ihrer Schauspielerischen Leistung die Zuschauer.Im nächsten Jahr feiert der Theaterverein übrigens sein zehjähriges Bestehen und freut sich schon jetzt auf weitere interessante Inszenierungen, schreibt Kathleen Sabath.