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| 18:49 Uhr

Ausstellung
Obst zum Reinbeißen und Natur wie fotografiert

Dieses Pastellbild von Kerstin Birk (r.) aus Zeithain-Röderau zeigt die Heinrichsburg in Diesbar-Seußlitz. Es ist aber nicht in der neuen Ausstellung zu sehen. Links: Dr. Birgit Katzendobler vom Galeriebeirat.
Dieses Pastellbild von Kerstin Birk (r.) aus Zeithain-Röderau zeigt die Heinrichsburg in Diesbar-Seußlitz. Es ist aber nicht in der neuen Ausstellung zu sehen. Links: Dr. Birgit Katzendobler vom Galeriebeirat. FOTO: Manfred Feller / LR
Elsterwerda. Pastellmalerin Kerstin Birk aus Sachsen zeigt ihre Arbeiten in der neuen Ausstellung in der Kleinen Galerie in Elsterwerda. Von Manfred Feller

Staubig wird es beim Künstlergespräch am Freitag der nächsten Woche ab 19 Uhr in der Kleinen Galerie „Hans Nadler“ in Elsterwerda. Das verspricht Kerstin Birk aus Röderau bei Zeithain. Sie hat in dieser Woche ihre Ausstellung aufgebaut. Für die Sächsin ist es eine Premiere. Denn noch nie hat sie ausschließlich Pastellbilder in einer Schau gezeigt.

Das Besondere an dieser Maltechnik wird sie am Abend des 24. November an der Staffelei ganz praktisch selbst vorstellen. „Ich werde etwas Angefangenes fortführen. Es wird wohl etwas Herbstliches sein“, kündigt die 1961 in Riesa geborene, ambitionierte Freizeitkünstlerin an. „Staubig wird es deshalb, weil beim Pastellmalen viel Pigmentstaub entsteht“, sagt sie weiter. Dieser werde in einer Rinne am unteren Bildrand aufgefangen.

Gearbeitet wird mit Soft- und Hartpastell. Eine Palette gibt es nicht. Die Farben werden gewissermaßen auf dem entstehenden Bild gemischt - nicht mit einem Pinsel, sondern mit den dafür ausgewählten Fingern.

Diese Technik beherrscht Kerstin Birk in beeindruckender Art und Weise. Mit einigen Schritten Abstand sehen ihre Bilder aus wie fotografiert - ob Winterlandschaft oder das Obst auf dem heimischen Küchentisch. „An Stillleben liebe ich die unterschiedlichen Materialien und das Spiel von Licht und Schatten“, nennt sie eine ihrer Vorlieben. Künstlerische Freiheiten eingeschlossen.

Wenn ihr darstellungswürdige Früchte oder Gegenstände gefallen, komponiert sie daraus mögliche Motive, die fotografiert werden. „Das Beste suche ich mir dann zum Malen aus“, so Kerstin Birk. Ihr liegt die gegenständliche, realistische Malerei.

Die Ideen für die Landschaften entspringen nicht ihrer Fantasie. Gut, ein wenig hilft sie der Natur schon auf die Sprünge, damit es passt. Im Wesentlichen stammen viele ihrer Motive aus der heimatlichen Umgebung. „Ich bin viel mit dem Fahrrad unterwegs - bis in den Grünewalder Lauch und das Schradenland“, versichert die 56-jährige Pastellmalerin.

Mindestens eine Skizze bringe sie immer von einer ihrer Touren mit, die sie auch sportlich fit halten. Denn die Malerei ist eine reine Freizeitbeschäftigung. Hauptberuflich leitet sie mit ihrem Mann den elterlichen Betrieb für Heizung und Sanitär. Die Rollen seien zu Hause klar verteilt. Während sie am Abend und an den Wochenenden malt, sei er eher der handwerkliche Künstler. Einer Familie, die viel mit Kunst zu tun hatte, entstammen beide nicht.

„Ich war ein Einzelkind und habe schon immer gemalt“, begründet sie ihren Werdegang. Im Malzirkel des VEB Stahl- und Walzwerk Riesa konnte sie sich ganz ihrer Leidenschaft hingeben. Sie lernte von professionellen Malern und Grafikern. „Eigentlich wollte ich Grafikerin werden. Doch mit dem Studium klappte es nicht“, erinnert sie sich. Für die wenigen Studienplätze hätte sie Beziehungen gebraucht. Sie wurde Maschinenbauzeichnerin und studierte später Instandhaltung an der Ingenieurschule in Riesa.

Seit 1995 malt sie im Kunstverein „Riesa Creatives Centrum“ und leitet seit fast 20 Jahren die Gruppe Malerei/Grafik. Es folgte ein zweijähriges Fernstudium Malen und Zeichnen an der Axel-Anderson-Akademie in Hamburg. Seit 2007 gönnt sich Kerstin Birk neben ihrer eigentlichen Arbeit Auslandsmalkurse. Diese führten sie bereits nach Frankreich, England, Italien und Finnland.

Sie ist Mitglied der europäischen Pastellgemeinschaft. „Die Pastellmaler sind weltweit am besten organisiert. Jedes Land hat eine Pastellgesellschaft“, kennt die schon mehrfach ausgezeichnete Malerin Kolleginnen und Kollegen in einigen Ländern. Mit den Verkäufen ihrer Bilder, die gerahmt zwischen 95 und etwa 185 Euro kosten, finanziert sie die Malerei.