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Museumslandschaft noch attraktiver
Es ist der Sprung in die 1. Liga

Im Marionettentheatermuseum in Bad Liebenwerda wird das Ausstellungskonzept zum Thema Puppenspiel überarbeitet. Darüber freuen sich Babette Weber, Leiterin des Museumsverbundes, Thomas Hettwer von der Sparkassenstiftung und Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (v.l.).
Im Marionettentheatermuseum in Bad Liebenwerda wird das Ausstellungskonzept zum Thema Puppenspiel überarbeitet. Darüber freuen sich Babette Weber, Leiterin des Museumsverbundes, Thomas Hettwer von der Sparkassenstiftung und Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (v.l.). FOTO: Frank Claus / LR
Bad Liebenwerda. Großzügige Förderung für Kasper und seine europäische Familie im Museum Bad Liebenwerda. Von Frank Claus

Mit einer großzügigen Förderung im oberen fünfstelligen Bereich – die Ostdeutsche Sparkassenstiftung möchte nicht konkreter werden – setzt sie und mit ihr die Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ erneut Akzente für das Mitteldeutsche Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda. Mit dem Geld soll das Haus auf ein völlig neues Niveau gehoben werden.

Kurator Dr. Olaf Bernstengel, einer der namhaftesten Kenner der Puppentheaterszene in Deutschland und der Welt, selbst Puppenspieler und Puppentheaterhistoriker, sagt am Donnerstag: „Damit springt das Museum Bad Liebenwerda in die erste Liga.“ In der spielen hinsichtlich ihrer Puppenspiel-Bedeutung unter anderem das Stadtmuseum München, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und das Museum für Puppentheaterkultur in Bad Kreuznach.

Zum Konzept heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises Elbe-Elster: „Das Mitteldeutsche Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda, seit 20 Jahren Hüter der Wandermarionettentheater-Geschichte, stößt 2018 die Tür zur weiten Welt auf und stellt Kasper und seine europäische Familie vor. Dazu wird die Präsentation des Hauses einer grundlegenden Neubetrachtung unterzogen.“

Möglich sei dies durch den Erwerb der Sammlung von Karin und Uwe Brockmüller gewesen, mit der rund 2000 internationale Puppenspiel-Figuren nach Bad Liebenwerda kamen.

Nunmehr erhalte das Museum mit Unterstützung der Sparkassenstiftungen, der Kulturstiftung der Länder und dem Kulturministerium Brandenburgs die Gelegenheit, „die lustige Figur in Europa mit der Puppentheatergeschichte des Elbe-Elster-Landes zu verknüpfen.“ Gleichzeitig habe das Museum die Aufnahme des Kaspers in das Verzeichnis des deutschen immateriellen Kulturerbes beantragt.

Die erneute Förderung ermögliche eine moderne und dem Puppenspiel angemessene Ausstellungsgestaltung. Dem voran gehe die inhaltliche Erarbeitung eines Ausstellungskonzepts. Hierzu habe Kurator Dr. Olaf Bernstengel dem neu gegründeten Fachbeirat aus Wissenschaftlern und Museumsfachleuten am Donnerstag  erste konzeptionelle Überlegungen vorgestellt.

Für Landrat Christian Heinrich-Jaschinski sind diese Neukonzeptionen ein weiterer Schritt, die Museen des Museumsverbundes noch attraktiver aufzustellen und die Besucherzahlen kontinuierlich zu steigern. Thomas Hettwer von der Sparkassenstiftung hat die Macher aufgefordert, Museumsgeschichte noch nachhaltiger mit Anreizen für den Kulturtourismus zu fördern. „Das erhöht das Image des Landkreises weiter“, sagte er.

Erklärtes Ziel des Museums sei es, sich als  familienfreundliches Haus zu profilieren, in dem mitgemacht und ausprobiert werden dürfe. Um die dazu nötigen Modelle und Medien herstellen zu können, sei ein Antrag auf Leader-Förderung gestellt worden. Die Neueröffnung des Museums ist für 2019 geplant.

Während des Umbaus, so Babette Weber, Leiterin des Museumsverbundes, könne es zu Einschränkungen für Besucher kommen. Eine komplette Schließung sei derzeit jedoch nicht geplant. Weiterhin möglich ist der Rundumblick vom  Lubwartturm, und ab März mache die Sonderausstellung „Kasper und Co vorm großen Auftritt“ Appetit auf die neue Dauerausstellung.