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Galeriegespräch
"Biologie und Kunst liegen nicht weit auseinander"

Barbara Seidl-Lampa und Stephan Creuzburg im Gespräch vor ihren Papiercollagen.
Barbara Seidl-Lampa und Stephan Creuzburg im Gespräch vor ihren Papiercollagen. FOTO: Jürgen Weser/jgw1
Elsterwerda. Galeriegespräch mit der Ruhländer Künstlerin Barbara Seidl-Lampa in Elsterwerda ehrt auch ihren Maler-Mann Gerhart Lampa. Jürgen Weser / jgw1

"Gerhart fehlt überall" und "er hat mir erst die Welt der Kunst eröffnet". Worte der Hommage an den 2010 verstorbenen Maler Gerhart Lampa gibt es beim Galeriegespräch am Freitagabend immer wieder. Das hat seinen Grund. Seine Frau Barbara-Seidl Lampa gestaltet die aktuelle Ausstellung in der Kleinen Galerie Hans Nadler in Elsterwerda und Gerhart Lampa wäre am Tage des Galeriegesprächs 77 Jahre alt geworden.

Das Entre zum Gespräch verwies auf eine zweite Leidenschaft von Barbara Seidl-Lampa. Die Künstlerin aus Ruhland liebt Poesie und schreibt Gedichte zu ihren Bildern. "Versversuche" nennt sie ihre immer währenden kleinen Kalender mit Zwiesprache zwischen Bild und Text. Eine Lesung und musikalische Untermalung mit Gitarrenmusik von Michael Horwath führten auch mit "Bilder einer Ausstellung" von Mussorgski zu den Bildern und Tonarbeiten in der Ausstellung. Das Gespräch, geführt von Stephan Creuzburg vom Galerierat, und die gezeigten Arbeiten machten für die Kunstfreunde deutlich, wie sehr sich Gerhart Lampa in den künstlerischen Arbeiten von Barbara Seidl-Lampa spiegelt: die Neugierde auf Entdeckungen, das Ausprobieren neuer Techniken, im Aussenden eigener Gefühle und Empfindungen.

Dabei ist die künstlerische Handschrift von Barbara Seidl-Lampa eine völlig andere als die ihres zu früh verstorbenen Mannes. Im Gespräch entlockt Stephan Creuzburg der Künstlerin, dass sie gern spielerisch mit verschiedenen Techniken umgeht, dass Spontanität ihren Arbeitsprozess in Gang setzt, dass sie auf der Grundlage von Bleistiftentwürfen computerinszenierte Drucke fertigt und mit Materialien wie Folien experimentiert. Sie wolle mit Kunst das Herz bewegen, allerdings jenseits jeglichen Anstrichs zu banaler Beliebigkeit. Schon ihre Engelsdarstellungen als Tonkeramiken, die den Überblick im Galerieraum haben, zeigen das wie auch der danebenstehende Teufel und der im Handstand lachende Harlekin.

Über das Hobby Zeichnen zur Kunst gekommenen, spiegelt sich in vielen Arbeiten die studierte Naturwissenschaftlerin wider. "Biologie und Kunst liegen nicht weit auseinander", meint sie. So sieht man vielen ihrer Drucke und Papiercollagen wie auch ihren Tonfigurtieren wie den humorvollen Käfern an, dass viele Ideen auf den täglichen Spaziergängen durch die Natur entstehen. Nach dem Gespräch nehmen die Besucher die Arbeiten von der Acrylmalerei über die Collagen bis zu den Tonfrottagen Barbara Seidl-Lampas mit anderen Augen wahr. Sie stößt zum Schluss gern mit den Gästen, zu denen auch die Maler Bernd Gork und Bernd Winkler aus Senftenberg gehören, mit einem Gläschen Rotwein an, denn "Gerhart liebte den roten Wein".

Die Ausstellung "Engel, Töpfe, bunte Blätter" mit Arbeiten von Barbara Seidl-Lampa ist bis zum 11. September zu sehen. Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Sonntag 14 - 17 Uhr.