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"Kultur trifft Antik" ist feste Größe

Mühlberg. Die Mühlberger Veranstaltungsreihe "Kultur trifft Antik" ist mit ihren abwechslungsreichen Angeboten zu einer festen Größe in der Elbestadt geworden. Auch im sechsten Jahr ihres Bestehens lädt sie mehrfach in das älteste Haus Brandenburgs ein. Neuerung 2017 ist ein Silvesterkonzert. Sylvia Kunze /

Als Heide Waschkies und Andrea Kretschmer 2012 zum Tag des offenen Denkmals ihren sogenannten "Testlauf" starteten und erstmals zu vergnüglichen Stunden unter diesem Motto einluden, ahnten sie noch nicht, dass ihre Einladungen derart gute Resonanz erfahren. "Uns war und ist wichtig, dass wir Kultur vor Ort organisieren, denn es gibt viele Mühlberger, die nicht mehr verreisen können, um anderswo Kultur genießen zu können. Außerdem ist es das Anliegen von mir und meiner Familie, das einzige Bürgerhaus, das schon vor der Schlacht bei Mühlberg existierte und nach der Wende mit vielen Fördermitteln wieder saniert werden konnte, regelmäßig für die Öffentlichkeit zu öffnen", benennt Heide Waschkies Beweggründe für das anhaltende Engagement.

Der gute Zuspruch ist ihr immer wieder aufs Neue Ansporn. Der je nach Bestuhlung und Platzanspruch der auftretenden Künstler bis zu 65 Gäste fassende Saal sei immer voll, freut sie sich. Inzwischen hätte sich ein Stammpublikum gebildet. Aber man könne auch immer wieder neue Kulturfreunde begrüßen — je nach dem, welche Künstler verpflichtet werden können und ob es sich um eine Lesung oder ein Konzert handelt.

Gern würden die Organisatoren mal solche Größen wie die Schauspielerinnen Ursula Karusseit oder Annekathrin Bürger in Mühlberg in der Kirchstraße 15 begrüßen, aber Heide Waschkies bleibt in finanzieller Hinsicht auf dem Boden der Tatsachen. "Können wir uns leider nicht leisten, wenn wir beim Anspruch bleiben, dass der Eintritt 15 Euro nicht übersteigen und damit der Kulturgenuss erschwinglich bleiben soll. Selbst der Preis ist schon einer, bei dem wir als Veranstalter kaum auf keinen grünen Zweig kommen können", berichtet sie. Die Arbeit, die mit dem Organisieren und Veranstalten der Reihe zusammenhängt, mal gar nicht mitgerechnet.

Also werde mit dem Limit im Kopf geplant, mit Künstlern gesprochen und würden diese in die Stadt an der Elbe geholt. "Viele, die schon einmal hier waren, haben signalisiert, gern wiederzukommen, weil es ihnen bei uns sehr gut gefallen hat. Die Leipziger Truppe, die damals die Auftaktveranstaltung bestritten hat, war inzwischen schon mehrfach hier", erzählt die Mühlbergerin stolz darauf, dass die Privatinitiative in Sachen Kultur derartige Früchte trägt.

Für 2017 ist das Programm längst festgezurrt. Nach dem gelungenen Auftakt mit dem Neujahrskonzert am ersten Januarwochenende soll es so weitergehen:

4. März: Schauspieler Dieter Bellmann alias Professor Simoni aus der Sachsenklinik Leipzig liest aus seinem Buch "Unterwegs in Sachsen"

8. April: Konzert der "Erbschleicher" zum Start in den Frühling

22. Mai: "Theaterblut und falsche Brüste" präsentieren Schauspielerin Josephine Hoppe und der Mann am Piano, Dirk Ebersbach

2. September: Musik und Poesie rund um die Reformation mit Steffi Böttger und Konstanze Hollitzer

14. Oktober: "Celtic affair" mit "Herbstzeitlose from Ireland"

2. Dezember: Adventssingen "Oh', wie es riecht"

31. Dezember: Silvestersalonmusik — eine Neuerung im Programm. "Ein Silvesterprogramm hatten wir in all den Jahren noch nicht. Mal sehen, wie es ankommt", sagt Heide Waschkies.

Die hat bereits auch die ersten Verträge für 2018 unter Dach und Fach und verrät vorab nur schon mal soviel, dass man sich auf das Pfeffermühlen-Kabarett aus Leipzig, auf ein vierhändiges Pianospiel und auf den Schauspieler Peter Bause freuen kann.

Zum Thema:
Die Veranstaltungen finden (bis auf das Silvesterkonzert) immer samstags um 19 Uhr in der Kirchstraße 15 in Mühlberg statt. Karten gibt es im An- und Verkauf von Andrea Kretschmer in der Kirchstraße 19 in Mühlberg oder auf Vorbestellung bei Familie Waschkies (Telefon 0176 41887606) zum Preis von 15 Euro pro Person.