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Künstlerische Träume verwirklicht

Ingrid Groschke (links) zeigt ihr künstlerisches Werk in einer Sonderausselltung im Lübbener Museum. "Mit ihrer Kunst rettet Ingrid Groschke das deutsch/wendische Kulturgut vor dem Vergessen", sagte Museums-Leiterin Christina Orphal (rechts) auf der Ausstellungseröffnung.
Ingrid Groschke (links) zeigt ihr künstlerisches Werk in einer Sonderausselltung im Lübbener Museum. "Mit ihrer Kunst rettet Ingrid Groschke das deutsch/wendische Kulturgut vor dem Vergessen", sagte Museums-Leiterin Christina Orphal (rechts) auf der Ausstellungseröffnung. FOTO: Thomas Seifert
Lübben. Unter dem Motto "Spreewald meine zweite Heimat" zeigt das Lübbener Museum Gemälde und Grafiken der Künstlerin Ingrid Groschke. Die Ausstellung vermittelt einen Eindruck von mehr als fünf Jahrzehnten künstlerischen Schaffens im Spreewald. Ingrid Hoberg

Es ist eigentlich nicht die Sache von Ingrid Groschke, sich in den Mittelpunkt zu rücken. Doch ihr 70. Geburtstag Anfang des Jahres ist für das Stadt- und Regionalmuseum Lübben Anlass, einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen zu geben. Gleich am Eingang sind Zeichnungen zu finden, die sie als ganz junge Frau angefertigt hat. Mit dem Bleistift porträtierte die gebürtige Finsterwalderin ihre Großmutter, ihre Kinder Ines und Lars. "Meine Tochter hat dieser Tage ihren 50. Geburtstag gefeiert", erzählt Ingrid Groschke.

Und dazu kommt nun noch die Ausstellung. "Es ist aufregend", sagt sie. Denn es steckt schließlich viel Arbeit in der Vorbereitung. Gemeinsam mit ihrem Mann Hans-Richard Groschke hat sie überwiegend aus dem eigenen Fundus Gemälde und Grafiken zusammengestellt, die einen Eindruck ihres umfangreichen Schaffens vermitteln. Landschaftsbilder und Porträts von Menschen, die mit dem Spreewald verbunden sind, entdeckt der Besucher. Marga Morgenstern in Tracht, Gisela Christl am Spinnrad und manche andere.

Im zweiten Ausstellungsraum ziehen Sagenfiguren den Betrachter in ihren Bann. Die traditionellen Geschichten aus dem Spreewald haben auch die Malerin über die Jahre immer wieder beeindruckt. So hat sie Bücher illustriert und selbst Kinderbücher geschrieben und künstlerisch gestaltet. In Lesungen stellt sie diese Arbeiten immer wieder einem interessierten Publikum vor, und sie geht auch gern in Kindereinrichtungen.

"Ich finde es beeindruckend, wie sie über die Jahre immer neben der Arbeit am Ball geblieben ist und am Ende ihren Traum von einer künstlerischen Tätigkeit verwirklicht hat", sagt Philip Kardel, Mitarbeiter des Museums. Denn Ingrid Groschke absolvierte zunächst eine Malerlehre und arbeitete auch in diesem Handwerk.

Sie studierte neben Arbeit und Familie, war immer künstlerisch tätig. Ihre Arbeiten sind in Museen zu finden - nicht nur in Lübben, auch in Lübbenau, Dissen, Cottbus, Neunkirchen.

Und mancher private Sammler hat einen Groschke. "Wie viele Arbeiten es von mir gibt, weiß ich gar nicht so genau", sagt sie. Fürs Dokumentieren blieb einfach über die Jahre nicht die Zeit. Lieber arbeitet Ingrid Groschke an einer Illustration oder einem Landschaftsbild. "Draußen sitzen und malen - was gibt es Besseres!", sagt sie.

Zum Thema:
Bis 31. Mai sind die Arbeiten im Stadt- und Regionalmuseum Lübben, Ernst-von-Houwald-Damm 14, zu sehen. Öffnungszeiten sind von April bis Oktober Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Weitere Infos gibt es unter Telefon 03546 187478 und im Internet unter www.museum-luebben.de .