Von Manfred Feller

Blinklichtprogramm ist Blinklichtprogramm und Vorschrift ist Vorschrift bei der Deutschen Bahn AG. Das Dorf Haida in der Gemeinde Röderland erhält derzeit einen mehr als eine Million Euro teuren, weil zu modernisierenden Bahnübergang. Fahrzeuge und Fußgänger bewegen sich nach mindestens 100 Jahren künftig nicht mehr in einem, sondern in baulich getrennten Verkehrsräumen über die zwei Gleise der Bahnstrecke Ruhland – Falkenberg am sehr ruhigen Rande des Dorfes. Das kostet zusätzliches Geld.

Als die Planungen vor Jahren bekannt wurden, widersprach die Gemeinde Röderland. Vergeblich! Zählungen hatten ergeben, dass der Bahnübergang kaum von Fußgängern genutzt wird. Ein separater Übergang sei überflüssig, auch, weil dieser die kleine Gemeindekasse noch zusätzlich belastet. „Als einer der Geldgeber haben wir versucht, Einfluss zu nehmen. Das ist uns nicht gelungen. Wir bleiben dabei, dass der bauliche Standard überzogen ist“, sagt Röderland-Bauamtsleiter Chris Heller. Die Modernisierung an sich werde jedoch begrüßt.

Die mehr als eine Million Euro an Planungs- und Baukosten teilen sich laut dem Eisenbahnkreuzungsgesetz Bund, Bahn und Kommune zu je einem Drittel. Röderland, mit einem bescheidenen Investitionshaushalt, ist mit 355 000 Euro dabei. Erleichterung kam auf, als die Förderzusage über 265 000 Euro eintraf.

Trotz der Einschränkungen haben sich die Anlieger, dazu gehören die „Waldidylle“, Bewohner und die Verwaltung des Kieswerkes, mit der Baustelle arrangiert. Anwohner Kay Fischer, er wohnt vom Dorfkern aus gesehen hinter den Schranken, berichtet von freundlichen Bauleuten, die es bei Bedarf ermöglichen, dass mal ein Anwohnerfahrzeug passieren darf. Allerdings sei die Umleitung für Auswärtige schlecht ausgeschildert, kritisiert er. Denn mit der „Waldidylle“ sowie dem Torten- und Kuchenservice gebe es dort auch zwei Gewerbe mit Kundschaft.

Wie weiter zu hören ist, würden die Bauleute ordentlich ranklotzen. Gearbeitet werde zwischen 7 und 18 Uhr. Nach dem Baustart im April sei nun das Ende in Sicht. „Am 22. August ist die Inbetriebnahme des Bahnüberganges“, lässt Polier Roman Jacobi an diesem Termin nicht rütteln. Ab dann soll auch der Autoverkehr wieder rollen.

Die Gleisüberfahrt steht. Derzeit wird der Kreuzungsbereich ausgekoffert und neu mit Borden, Unterbau und abschließendem Asphalt aufgebaut. Bis auf die Straßenentwässerung mussten keine weiteren Rohre und Leitungen verlegt werden.

Von der Bahn eingesetztes Personal wacht darüber, dass weder Bauarbeiter noch Fußgänger unter die Eisenräder kommen. Denn gearbeitet wird bei laufendem Zugbetrieb.