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| 17:16 Uhr

Dicke Luft an der Musikschule Gebrüder Graun
Thomas Prager als Musikschulleiter abgelöst

Thomas Prager ist nicht mehr Chef der Kreismusikschule.
Thomas Prager ist nicht mehr Chef der Kreismusikschule. FOTO: Kai Huettner
Elbe-Elster. Landkreis gibt Differenzen im Kollegium als Ursache an. Kulturamtschef Andreas Pöschl übernimmt bis auf Weiteres. Von Frank Claus

Thomas Prager ist nicht mehr Leiter der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“. Die Entscheidung ist in den Sommerferien getroffen worden. Der Landkreis gibt in seinen Erklärungen Unstimmigkeiten im Kollegium und auch mit Vorgesetzten an.

Thomas Prager ist im November 2012 als Nachfolger von Siegfried Fritsche, der die Schule fast 20 Jahre führte, ins Amt eingeführt worden. Zuvor war der staatlich geprüfte Musiklehrer, der in Traunreut in Oberbayern geboren wurde, Schulleiter an drei Musikschulen und zuletzt Musiklehrer an einer Oberschule in Berlin-Moabit.

Schnell stellten sich vor allem seine Marketingfähigkeiten heraus. Wo immer möglich, stellte er die drei Regionalstellen der Kreismusikschule in den Fokus. Mitarbeiterinformationen zufolge, sei sein Arbeits- und Führungsstil jedoch nicht unumstritten gewesen. Während sein Vorgänger kein nennenswertes Konzert an den Schulstandorten verpasst habe, sei Thomas Prager in diesem Punkt nicht immer mit gleicher Emsigkeit unterwegs gewesen.

Dass es vor allem Diskrepanzen mit dem Personal der Finsterwalder Regionalstelle gegeben habe, will Roland Neumann, der zuständige Dezernent in der Landkreisverwaltung, nicht thematisieren. Schriftlich formuliert lässt er wissen: „Diskussionen innerhalb der Musikschule um die Zusammenarbeit zwischen Musikschulleiter und Kollegium führten nach mehreren Gesprächsrunden, auch unter Beteiligung des verantwortlichen Dezernenten, nicht zu einer befriedigenden Lösung. Um Schaden von der bisherigen erfolgreichen Musikschularbeit abzuwenden, wurde entschieden, dass sich der Musikschulleiter Thomas Prager in seiner ohnehin zusätzlichen Rolle als Verantwortlicher für die Regionalstelle Herzberg bis auf Weiteres nun ausschließlich um diese Regionalstelle als Regionalstellenleiter kümmert.“

Mit dieser „zunächst vorübergehen Strukturänderung“, wie Roland Neumann erklärt, „sollen kurzfristig die bisherigen Spannungen gelöst und der Fokus aller wieder auf die inhaltliche Arbeit der Musikschule gelegt werden.“

An der Spitze der Musikschule solle sich künftig der Kulturamtsleiter Andreas Pöschl bis auf Weiteres selbst um die übergreifende Leitung der Musikschule mit ihren drei Regionalstellen kümmern. Ob die Stelle neu ausgeschrieben werde, sei noch nicht thematisiert werden.

Andreas Pöschl wollte sich zu seinem zusätzlichen Arbeitsfeld noch nicht äußern. Nach RUNDSCHAU-Informationen habe aber bereits eine erste Dienstrunde stattgefunden, in der ihm große Unterstützung zugesichert worden sei.

Thomas Prager selbst wollte sich zum Vorgang nicht äußern, verwies an die Pressestelle und den zuständigen Dezernenten.

Der Schuljahresbeginn hat noch eine personelle Veränderung in der Leitungsstruktur der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“ mit sich gebracht. Für die Leitung der Regionalstelle Finsterwalde ist, so Dezernent Roland Neumann, vorübergehend Chris Poller verantwortlich, der damit die Aufgaben der bisherigen Leiterin Elvira Mader so lange wahrnimmt, bis diese wieder ihre Dienstgeschäfte aufnehmen kann.