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| 15:30 Uhr

Serie zu den Kreisgärtnertagen am 28. und 29. April
Königskerze - für Ilona Hippert auch ein Stück Kindheit

Gärtnermeisterin Ilona Hippert hat in diesem Jahr als symbolische Verbindung zwischen Gärtnerei und Kloster die Königskerze ausgewählt.
Gärtnermeisterin Ilona Hippert hat in diesem Jahr als symbolische Verbindung zwischen Gärtnerei und Kloster die Königskerze ausgewählt. FOTO: Veit Rösler
Mühlberg. Mühlbergs Gärtnerin über eine genügsame Schönheit. Von Veit Rösler

Die Kreisgärtnertage finden in diesem Jahr am 28. und 29. April zum 22. Mal in Zusammenarbeit mit der Lausitzer Rundschau statt. Elf Gärtnereien und Baumschulen machen mit und geben bereits im Vorfeld Tipps.

Ilona Hippert aus der Mühlberger Klistergärtnerei macht in diesem Jahr auf eine zum Kloster passende historische Staudenpflanze aufmerksam, die Königskerze (Verbascum densiflorum). Königskerzen sind zum Teil zweijährige Pflanzen, es gibt aber auch mehrjährige Stauden. „Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, waren wir in den Sommerferien oft mit dem Rad in der Natur unterwegs. Da fielen die Königskerzen mit den leuchtend gelben Blütenrispen am Feldrand oder auf Schutthalden auf. Aber auch im Garten meiner Großeltern und Eltern waren diese zu Hause“, erinnert sich die Gärtnermeisterin. „Später hatte ich sie dann auch in meinem eigenen Garten. Es sind Gewächse, auf die man nicht so achten muss. Sie gedeihen auf heißen und auch auf trockenen Standorten. Manchmal verliert man sie. Da der Samen ausfällt, kommen sie oft von selbst wieder, manchmal aber auch erst nach Jahren“, beschreibt Ilona Hippert die Eigenarten der Pflanze.

Da die Blütezeit von Juni bis zum Frost anhalte, könne man sich lange an diesen Pflanzen erfreuen. „Königskerzen gehören zu den Heilpflanzen. Die Blüten können als Tee getrocknet werden. Man findet ihn oft als Wollblumentee. Selbst Hildegard von Bingen kannte die Pflanze und verwendete sie zur Behandlung von Atemwegserkrankungen und Lungenbeschwerden auf vielfältige Weise“, beschreibet Ilona Hippert die heilende Wirkung.

Daneben habe es früher schon zahlreiche Anwendungsgebiete gegeben, die nicht nur auf der medizinischen Heilwirkung bestanden, sondern oft auch eine Mischung aus Heilwirkung und Zauberglaube waren. Der Placeboeffekt! Die abgeblühten Samenstände der Multifunktionspflanze wurden im Mittelalter in Pech getaucht und als Fackel benutzt. Daher auch der Name Königskerze.

Heute gibt es Königskerzen in mehreren Sorten, „am schönsten sind aber immer noch die mit schillernd gelben Blüten“, meint Ilona Hippert. Vermutlich auch, weil sie dann an ihre Kindheit denkt.

Kreisgärtnertag 2c
Kreisgärtnertag 2c FOTO: Wrobel, Elisabeth / LR