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| 17:11 Uhr

Freizeit
Kreativ in allen Richtungen

Beim Kreativmarkt im Plessaer Kulturhaus waren am Wochenende auch Elke und Andre Bloeß aus Doberlug-Kirchhain dabei. Sie stellten sich mit ihren selbst gehäckelten Fingerpuppen vor und stießen auf das Interesse vieler Besucher.
Beim Kreativmarkt im Plessaer Kulturhaus waren am Wochenende auch Elke und Andre Bloeß aus Doberlug-Kirchhain dabei. Sie stellten sich mit ihren selbst gehäckelten Fingerpuppen vor und stießen auf das Interesse vieler Besucher. FOTO: Mirko Sattler
Plessa. Im Plessaer Kulturhaus stellten sich am Wochenende viele Freizeitschaffende vor. Von Mirko Sattler

Jeder nur erdenkliche Fleck im erhaltenswerten Plessaer Kulturhaus ist auch in diesem Jahr beim traditionellem 9. Kreativmarkt genutzt worden. Er war nach der Umbaupause die erste Veranstaltung des gastgebenden Kulturvereins Plessa. „Wir können heute Aussteller aus der näheren Umgebung, aber auch aus Bremen und Dortmund begrüßen. Aus Platzgründen ist die Ausstellerzahl aber auf 50 begrenzt“, berichtete Claudia Drews. Sie weiß: Die Warteliste ist lang. Wer es in diesem Jahr nicht geschafft hat dabei sein zu dürfen, der muss auf das nächste Jahr hoffen.

Schon kurz nach 10 Uhr war am Samstagvormittag in den Gängen kein vernünftiges Durchkommen mehr, so viele Besucher sahen sich um. Der Kunst- und Kreativmarkt stimmte mit seinem  abechslungsreichen Angebot schon auf die bevorstehende Weihnachtszeit ein. Fast jeder Stand hatte irgendetwas mit Weihnachten zu tun.

So auch bei Familie Bloeß aus Doberlug-Kirchhain. In liebevoller Handarbeit häkelt Elke Bloeß kleine Fingerpuppen. „Die Idee dazu kam meiner Frau, als wir ein Enkelkind bekamen. Nun häkelt sie überall, wo sie Zeit hat“, verriet Ehemann Andre. „Die Puppen entstehen im Kopf meiner Frau. Es gibt keine Vorlagen. Erst werden die Einzelteile hergestellt, und anschließend werden sie miteinander vernäht. Daher sind sie auch kleinstkindgerecht“, erzählte Andre Bloeß, während sich seine Frau selbst einmal umsah.
Regelmäßig dabei ist auch Gerhild Haupt aus Falkenberg. Bei ihr steht der Werkstoff Wolle im Vordergrund. „Alles, was Sie hier sehen, habe ich selber gemacht. Angefangen von Schuhen über Taschen bis hin zu Mützen“, erzählte die 64jährige Rentnerin. Am meisten nachgefragt bei ihr waren die Filzschuhe. „Neben stricken und filzen führe ich noch das Strickfilzen aus. Dies ist eine Kombination. So werden zum Beispiel die Schuhe in der dreifachen Größe hergestellt. Durch das Behandeln in der Waschmaschine erhalten sie dann ihre richtige Größe“, verriet sie über ihre Technik. Die Ideen kommen ihr immer in der Nacht. Daher hat sie stets ein Block und Stift auf dem Nachttisch liegen.
Am Stand von Astrid Weinert aus Lauchhammer-West wird das Holz großgeschrieben. Sie stellt Pyramiden, Teller, Schalen oder Kerzenhalter her. „Ich verwende Holz, was ich gerade finde oder geschenkt bekommen habe. Daraus entstehen meine Kunstwerke. Die Inspiration kam mir im Urlaub. Dort stand eine Drechselbank. Da sagte ich mir, das kannst du auch. Und so steht nun bei mir auch eine solche Maschine, an der ich meine Kunstwerke erschaffe“, meinte die 51-Jährige. Ebenfalls den Werkstoff Holz hat Jürgen Schenker aus Spremberg im Blick. Aus Abfall lässt er Kunstwerke entstehen. Und so liegen auf seinem Verkaufstresen Kerzen unterschiedlicher Größe und Form. „Bei mir wird ein ausrangierter Tisch nicht einfach so auf den Sperrmüll geworfen. Die Beine sind zum Beispiel noch gut für meine Kerzen zu gebrauchen. Ich verarbeite auch Reste von Dachstühlen oder Treppen“, sagte der Holzkünstler. Neben Kerzen hatte er auch kleine Souvenirs mit dabei. „Diese kleinen Vogelhäuschen habe ich früher mit meinen Vater gebastelt und zu DDR-Zeiten im Spreewald verkauft. Heute kommen zu den kleinen Vogelhäuschen noch Eulen aus den Früchten der Buchecker dazu.“
Aber Nicht nur die Aussteller selbst kommen gern nach Plessa Auch viele Besucher sind immer wieder dabei. So zum Beispiel Heidrun Lanzke aus Grünewalde. „Zum dritten Mal hole ich mir schon Anregungen für kleine Geschenke. Bei uns in Grünewalde gibt es eine Bastelgruppe, die im Advent ein Weihnachtsbasteln veranstaltet. Bei dem werden dann die Ideen aus dem Kreativmarkt mit eingebracht“, sagte die 67-Jährige, die gleich mit mehreren Frauen aus der Naturparkgemeinde anreiste.

Alle Stände beim Kreativmarkt waren stets dicht umlagert.
Alle Stände beim Kreativmarkt waren stets dicht umlagert. FOTO: Mirko Sattler