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Kosten sparen und Umwelt weniger belasten

Schreckensmeldungen über Tierseuchen beeinflussen und verunsichern hin und wieder die Bevölkerung beim Kauf von Nahrungsmitteln. Die Einfuhr von billigen Lebensmitteln sorgt für einen ständigen Preisverfall einheimischer Produkte. Wie geht es weiter mit der einheimischen Landwirtschaft? Von Wolfgang Kniese

Pessimisten stellen sich immer häufiger die Frage: Lohnt es sich überhaupt noch, Nahrungsmittel zu produzieren? Optimisten sagen: Wir werden kostengünstiger produzieren. Tatsache ist, für einen Liter Milch erhält der Erzeuger durchschnittlich 0,26 Euro. Der Reingewinn beim Verkauf eines Schlachtschweines (etwa 120 kg) liegt bei zehn Euro. Diese Beispiele können beliebig fortgesetzt werden. Um marktfähig produzieren zu können, gibt es, egal ob bei der Pflanzen- oder in der Tierproduktion nur einen Weg, den Einsatz modernster Technik und die Anwendung neuester Technologien. Für die Mitarbeiter der Hirschfelder Agrar GmbH steht fest, moderne Technik muss das, was früher viele Arbeitskräfte mit einfachen Mitteln schafften, kostengünstiger und schneller übernehmen. „Durch wissenschaftliche Technologien muss der Energie- und Rohstoffverbrauch verringert werden“ , so Werner Graf, der ehemalige Geschäftsführer des Unternhemens.
Wie das in der Praxis aussieht, wird dem interessierten Beobachter spätesten bei einem kleinen Rundgang klar. In Hirschfeld riechen die ersten Traktoren nach Pommesbuden. Statt Diesel wird nun gekauftes Rapsöl als Treibstoff verwendet. Noch in diesem Jahr wird in der Hirschfelder Agrar GmbH aus selbst erzeugtem Raps, Rapsöl als Treibstoff in einer betriebseigenen Ölmühle gepresst werden (die RUNDSCHAU berichtete).
In der Schweinemastanlage des Betriebes in Plessa Süd wurde dieser Tage ein weiteres, sichtbares Symbol des Fortschritts, ein gasdichtes Großsilo für Futtergetreide errichtet. Das Silo steht, die zugehörigen Nebengebäude für die entsprechende Befüll- und Mahltechnik werden jetzt von einem Hirschfelder Bauunternehmen zügig errichtet.
Von der Planung bis zur Aufstellung dieses 20 Meter hohen Silos vergingen knapp 18 Monate. Nach der Ernte werden darin 1000 Tonnen Futtergetreide, durch chemisch-biologische Prozesse, die durch die Feuchtigkeit in den Körnern ablaufen, konserviert und gelagert.
Während bisher vor allem der Mais immer in einem Trockenwerk nachgetrocknet werden musste (Preis pro Tonne bisher 45 Euro), werden nun diese Kosten sowie die für den Transport und für Wasser, das dem Futter wieder zugeführt werden musste, gespart. Hinzu kommt eine geringere Umweltbelastung. Diese Investition wird langfristig die Kasse des Betriebes aufbessern.

Hintergrund Zur Anlage in Plessa
  Erbaut in drei Abschnitten in den Jahren 2000, 2002, 2004
Baukosten: rund 7,5 Millionen DM
22 000 Schweine pro Jahr werden hier gemästet
die Ferkel kommen mit etwa 25 kg aus Aufzuchtbetrieben und werden in 120 Tagen zu Schlachtschweinen mit 120 kg gemästet
rund 4000 Tonnen Getreide werden pro Jahr verfüttert