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Kosilenzien feiert die Wiedergeburt der Kirche

Pfarrer Michael Seifert vor der inzwischen eingepflanzten Linde. Sie stellt ein Zeichen der Hoffnung dar.
Pfarrer Michael Seifert vor der inzwischen eingepflanzten Linde. Sie stellt ein Zeichen der Hoffnung dar. FOTO: M. Sattler/sam1
Kosilenzien. Mehr als 100 Menschen sind am Sonntag nach Kosilenzien gekommen, um die Wiedergeburt des Gotteshauses vor 200 Jahren zu feiern. Der erste Kirchenbau in dem heutigen Bad Liebenwerdaer Ortsteil stammt aus dem Jahr 1597. Mirko Sattler

"Doch während eines Gottesdienstes im Jahre 1812 brach im Dorf ein Feuer aus. Das Haus des Schulmeisters und weitere zwölf Häuser im Ort brannten nieder. Die Flammen machten auch vor der Kirche nicht halt", berichtete Pfarrer Michael Seifert am Sonntag aus der Kirchenchronik.

Das Konsistorium in Wittenberg trat in Verhandlungen und wollte das Gotteshaus wieder aufbauen. Der Architekt Donath aus Dresden legte daraufhin Pläne für den Wiederaufbau der Kirche vor. Doch der damalige Gemeindekirchenrat stellte sich dagegen. Der Bau müsse nicht so teuer werden, hieß es damals in der Begründung. Er wollte kleiner bauen. Der Plan wurde in die Tat umgesetzt, "doch kurz vor der Vollendung des Gebäudes ist die wiederaufgebaute Kirche 1816 zusammengefallen. Die Kirche wurde dann 1817 erneut gebaut", so der 58-jährige Pfarrer.

Bei Recherchen im Archiv in Elsterwerda und Wernigerode ist nun herausgekommen, dass zwar die Kirche im Jahr 1817 vollendet, jedoch erst am 8. Januar 1818 neu eingeweiht wurde. "Wir sind vor meinen Recherchen immer von 1817 ausgegangen. Somit feierten wir am Sonntag gemeinsam mit rund 100 Gästen sowie dem Gemeindekirchenrat und Dorfverein unsere 200 Jahre der heutigen Kirche im 500. Jahr der Reformation", erklärte Michael Seifert.

Aus diesem Anlass wurde auch auf der Freifläche neben der Kirche eine gut drei Meter hohe Linde gemeinsam vom Pfarrer, Gemeindekirchenrat und einigen Kindern im Ort gepflanzt. Sie soll ein Zeichen der Hoffnung sein und jedem zeigen, dass es irgendwie weiter geht.

An der heutigen Kirche wurde nach Aussage vom Pfarrer Seifert bisher nicht viel gemacht. "Mit Fördermitteln von der Landeskirche wurde die Orgel erneuert. Sie verfügt nun über eine pneumatische Kegellade, ein Manual und sieben Register und wurde gleich um die Ecke in Bad Liebenwerda beim Orgelbauunternehmen Arno Voigt gefertigt. Musste in den Anfangsjahren täglich noch die große Turmuhr aufgezogen werden, so bekam sie im Jahre 2010 ein Funkmodul, welches nun das Aufziehen erübrigen lässt", erklärte der Geistliche.

Momentan stünden keine Arbeiten in der Warteschlange, doch in absehbarer Zeit müssten die Schindeln des Turmes und die Betonziegel des Kirchenschiffes erneuert werden. "Diese Arbeiten werden wir ausführen, wenn es soweit ist", so Seifert. Der Innenraum der Kirche wurde 1955 restauriert. Ein Jahr später wurde eine neue große Glocke aufgehängt.