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| 18:05 Uhr

Stadtentwicklung
Konzepte für das Quartier Bahnhofstraße

Anhand eines veränderbaren Modells des Quartiers Bahnhofstraße zeigen Philipp Strohm (links) und Paul Spohr (rechts), was die Entwicklungsidee „Ring und Stadtvillen“ vorsieht.
Anhand eines veränderbaren Modells des Quartiers Bahnhofstraße zeigen Philipp Strohm (links) und Paul Spohr (rechts), was die Entwicklungsidee „Ring und Stadtvillen“ vorsieht. FOTO: Karsten Bär
Bad Liebenwerda. Eine Ausstellung zeigt drei Entwicklungsideen von BTU-Studenten für die Bahnhofstraße in Bad Liebenwerda. Von Karsten Bär

Das Interesse war groß, als im vergangenen Herbst Studenten der BTU Lausitz aus Cottbus nach einer Werkstattwoche vor Ort in Bad Liebenwerda ihre Vorschläge für die Revitalisierung der Bahnhofstraße präsentierten. Inzwischen  haben die Nachwuchsplaner und -architekten  unter Leitung von Prof. Heinz Nagler und Philipp Strohm nachgelegt und die Ergebnisse der Werkstattwoche zu drei Entwicklungsideen zusammengefasst. Am Montagabend wurden sie unter reger Beteiligung interessierter Bürger im Eckhaus Bahnhofstraße 7 (Ecke Nordring) vorgestellt.

Unter dem Arbeitstitel „Kur und Rundwege“, vorgestellt von Leana Hahn, sind Ideen wie die Entwicklung  gestalteter Rundwege, die Öffnung der Häuserzeile zum Mühlgraben hin und die Schaffung öffentlichen Raums zusammengefasst. Die Einrichtung von drei Rundwegen durch die Innenstadt und durch den Kurpark soll – auch unter Einbeziehung gestalterischer Elemente die bestehenden Bereiche und Angebote besser verknüpfen und den Kurstadtcharakter mehr zur Geltung bringen. Die Baulücke in der stadteinwärts rechtsgelegenen Häuserzeile ist in diesem Entwurf für ein offenes Stadthaus vorgesehen, in dem Veranstaltungen stattfinden können. Ihm gegenüber öffnet eine von  Grün begleitete Verbindungsachse den Blick und den Weg zum Mühlgraben, an dem entlang eine Promenade von der Schlossstraße bis zur Elsterbrücke entlangführt.

Die Entwicklungsidee „Ring und Villenvorstadt“, vorgestellt von Paul Spohr, sieht eine starke Verkehrsberuhigung des Innenstadtbereichs vor. Statt den Verkehr über den Rossmarkt zu lenken, soll ein Ring – definiert über die Straßen Süd- und Nordring sowie Schlossstraße – den Verkehr um Markt und Rossmarkt herumleiten, wo stattdessen Fußgänger Vorrang erhalten sollen. Im Bereich der Bahnhofstraße zwischen Elsterbrücke und Kreuzung Nordring/Schlossstraße sieht der Entwurf eine Auflichtung der Bebauung vor, wo die Bausubstanz wenig erhaltungswürdig ist. Die derzeit bestehende Baulücke soll als Quartiersplatz ein Treffpunkt für die Öffentlichkeit werden. Als Neubauten sind Stadtvillen geplant, die sich am Stil der Straßenbebauung nördlich der Brücke orientieren und ansprechenden Wohnraum schaffen.

Die von Nils Ruf und Nils Lamper entwickelte Idee „Einkaufsstraße“, vorgestellt von Philipp Strohm, will den einstigen Charakter als Einkaufsstraße zurückgewinnen. „Schwierig, schwierig“, brachte Strohm den Anspruch dieses Ansinnens auf den Punkt. Der Trick jedoch sei, dass man – wie in großen Einkaufszentren – einen „Anker“, ein großes Geschäft mit Anziehungskraft, schaffen müsse. Dieses könne etwa bei einer anstehenden Erweiterung des Rösselparks am jetzigen Eingang des Geländes entstehen. Eventuell könnten hier auch Kommunalverwaltungsangebote für Kundenverkehr sorgen. Auch dieser Entwurf sieht die Öffnung der Bebauung zum Mühlgraben vor.

Viel Lob gab es für die neuen Entwicklungsvorschläge, ebenso wie auch Kritik geäußert wurde – die indes wohl vor allem aus der für Anlieger derzeit sehr unbefriedigenden Verkehrssituation in der Schlossstraße zu resultieren schien. Prof. Nagler gab zu verstehen, dass die vorgestellten Planungen Angebote seien, die fachlich fundiert und frei von Vorgaben entstanden sind – und zu deren Umsetzung niemand gezwungen werde.

Jeder Interessierte kann sich bis zum 27. Juli selbst ein Bild machen. Im Eckladen des Gebäudes Bahnhofstraße 7 ist immer freitags (9 - 13 Uhr) und am Wochenende (14 - 18 Uhr) eine Ausstellung der Entwicklungsideen zu sehen.