ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:13 Uhr

Knatsch im Modellbauzentrum

Elsterwerda.. Friede, Freude, Eisenbahn – das war einmal im Elsterwerdaer Modellbauzentrum. Vor genau zwei Jahren als in der Region einmaliges Kinder- und Jugendangebot der Stadt mit 50 Bastlern gestartet, macht sich Unmut unter den jungen Modellbauern breit. Kai Dietrich

Weil der Abgang des beliebten Leiters Thomas Strauß (31) droht und der Umzug ins Biehlaer Grundschulzentrum vor allem die älteren Mitglieder stört, droht jetzt ein Massen-Austritt. Steht das Modellbauzentrum, schon jetzt mit nur noch 29 Leuten, vorm Aus„
„Nein! Ich sehe da überhaupt keine Bedenken.“ Ansgar Große, 1. Beigeordneter des Elsterwerdaer Bürgermeisters, lässt sich durch die Kritik einiger junger Modellbauer nicht aus der Ruhe bringen. Grundsätzlich könne er die Jugendlichen vor allem hinsichtlich der nach zwei Jahren auslaufenden SAM-Stelle des bisherigen Chefs zwar verstehen. „Keine Frage: Thomas Strauß war ein Glückstreffer für das Zentrum, weil er sehr gut mit jungen Leuten umgehen kann.“ Aber letztlich gehe es um die Sache, nicht um Personen.
In der Ludwig-Jahn-Straße, wo das Modellbauzentrum noch bis Dezember im Gebäudekomplex der Elstermode untergebracht ist, sieht man das ein bisschen anders. „Wenn Straußi geht, wollen mindestens elf Leute aufhören“ , sagt Markus Engelmann (14) aus Gröden. Ihm stehen Frust und Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.
Hinschmeißen, obwohl das Herz an der Modell-Arbeit hängt“ In anderthalb Jahren haben Markus Engelmann und sein Team eine sehenswerte H0-Eisenbahn auf 7,50 mal 1,50 Metern geschaffen. In anderen Gruppen wird wochentags an flinken Flitzern, Fliegern und Schiffen getüftelt, junge Bastler werden mit Laubsägearbeiten an den Modellbau herangeführt.
Das soll auch in Zukunft so bleiben. Mit Änderungen in Domizil und Personal: Drei Kellerräume im künftigen Biehlaer Grundschulzentrum werden derzeit dafür hergerichtet, und der ABMer Steffen Schnurpfeil (48) aus Prösen sieht seinem 17 Jahre jüngeren Plessaer „Vorgänger“ auch schon seit einigen Wochen zur Einarbeitung über die Schulter. Er bleibt bis August '06.
Gegen den neuen Mann haben die Jungs von der Eisenbahn AG ja gar nichts, betont Markus Engelmann. „Es geht uns ums Prinzip. Die können uns doch nicht alle halbe Jahre jemand anderes vorsetzen.“