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Kloster-Pachtvertrag endlich perfekt

Bis zum 9. Januar ist die Ausstellung im Refektorium zu besichtigen.Unterzeichneten den Klosterpachtvertrag: Pater Ansgar Schmidt, Hannelore Brendel und Bürgermeister Dieter Jähnichen (v.l.).
Bis zum 9. Januar ist die Ausstellung im Refektorium zu besichtigen.Unterzeichneten den Klosterpachtvertrag: Pater Ansgar Schmidt, Hannelore Brendel und Bürgermeister Dieter Jähnichen (v.l.). FOTO: Fotos: Bettina Broneske
Mühlberg.. Die gesamte Elbestadt ist ein hervorragendes Beispiel, um die Arbeit und das Engagement der Deutschen Stiftung Denkmalschutz um die Rettung und den Erhalt der Kulturdenkmale in Deutschland zu veranschaulichen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die private Bonner Stiftung jetzt auch Mühlberg als Plattform für eine Fotoausstellung wählte, die bereits seit 1995 durch ganz Deutschland wandert und bisher in über 80 Städten zu sehen war. Während der feierlichen Eröffnung in der vergangenen Woche konnten zwei weitere Förderverträge der Stiftung an Bürgermeister Dieter Jähnichen überreicht werden. Höhepunkt des Abends war aber ohne Zweifel die Unterzeichnung des Pachtvertrages zum Klostergelände zwischen der Stadt Mühlberg und dem Bistum Magdeburg sowie der Ordensgemeinschaft der Claretiner. Von Bettina Broneske <br> und Antje Posern

Unter dem Motto „Seht, welch kostbares Erbe“ macht die Fotoausstellung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz nun erstmalig auch in Mühlberg Station. Noch bis zum 9. Januar werden im Refektorium 22 ausgewählte Projekte von insgesamt 3000 geförderten Baudenkmalen anhand von eindrucksvollen Bilddokumentationen präsentiert. An übersichtlichen Schautafeln erhält der Betrachter in Wort und Bild einen Eindruck vom Zustand des bezuschussten Objekts zum Zeitpunkt des Baubeginns bis hin zum beeindruckenden Endresultat. „Die Ausstellung wurde im Laufe der Jahre stets verändert und vergrößert“ , sagte Organisator Wolfgang Linden gegenüber der RUNDSCHAU.
Auch in Mühlberg ist die Handschrift der 1985 gegründeten Stiftung unübersehbar. 900 000 Euro Fördergelder seien seit der politischen Wende 1989 aus dem Fond der Stiftung allein in den Erhalt mittelalterlicher Bauwerke der Elbestadt geflossen, so Generalsekretär Dr. Robert Knüppel. Ein nicht zu verachtender Beitrag zum Erhalt und zur Sanierung der Klosterkirche, des Refektoriums, des Herrenhauses, des Diakonats und verschiedener Bürgerhäuser sei dadurch geleistet worden.
Zu den spektakulärsten Objekten zählt er das Refektorium, für das die Stadt Mühlberg den Architekturpreis 2005 erhielt. Anlass genug für die Stiftung, in die Reihe der in der Ausstellung zu präsentierenden Baudenkmale auch das Refektorium aufzunehmen. Nicht zuletzt war man vom Sanierungsergebnis so beeindruckt, dass dieser Raum gleich als Ausstellungsort dienen sollte.
Dr. Knüppel war nicht mit leeren Händen nach Mühlberg gekommen: Zwei weitere Förderbescheide wurden zur Eröffnung an Bürgermeister Dieter Jähnichen übergeben. Mit etwa 25 000 Euro fördert die Stiftung die weiteren Sanierungsmaßnahmen am Herrenhaus. Weitere 15 000 Euro stehen zum Ausbau des hinteren Teils des Refektoriums, dem ehemaligen Rinderstall, sowie für die Sanierung der Klostermauer zu Verfügung, so Stiftungsmitglied Hannelore Schmelzer auf Nachfrage.
Ein Höhepunkt für alle Anwesenden war ohne Zweifel die Unterzeichnung des seit langem vorbereiteten Pachtvertrags zwischen der Stadt und dem Bistum Magdeburg sowie der Glaubensgemeinschaft der Claretiner über die Nutzung städtischer Grundstücke, Gebäude und baulicher Anlagen im Kloster Marienstern (ausgenommen das Refektorium). Noch am Vormittag seien die letzten Details geklärt worden, so Claretiner-Pater Ansgar Schmidt, der in Vertretung für den erkrankten Generalvikar Raimund Sternall die Unterzeichnung am Mittwochabend vornahm.
Somit steht dem Vorhaben des Bistums und der Claretiner, das Klostergeländes einer pastoralen Nutzung zuzuführen, nichts mehr im Wege. Die künftigen Nutzer haben sich mit dem Vertrag verpflichtet, 800 000 Euro zweckgebunden für die noch ausstehenden Arbeiten am Kloster bereitzustellen. Ein Teil dieser Summe, müsse noch durch Spenden untersetzt werden, so Pater Ansgar gestern gegenüber der RUNDSCHAU.
Die Gelder werden konkret ins Herrenhaus und den Neubau fließen, der auf der mit einem Bauzaun eingefassten Fläche neben dem ehemaligen Rinderstall entstehen soll. Hier sollen Übernachtungsmöglichkeiten eingerichtet werden. Geplant sind insgesamt 17 zum größten Teil Doppelzimmer, die behindertengerecht ausgebaut werden.
Am Herrenhaus kann 2006 so richtig durchgestartet werden. Demnächst soll der Bauantrag gestellt werden, sagte Pater Ansgar. Derzeit neigen sich die umfangreichen Sicherungsarbeiten dem Ende. Zurzeit werden verschiedene Holzteile an der Dachkonstruktion ausgetauscht, informierte Architekt Onno Folkerts, sodass es im nächsten Jahr dann an den Innenausbau gehen kann. Das Herrenhaus soll in erster Linie als Seminargebäude dienen. In einem Jahr soll die Einweihung gefeiert werden, zeigte sich Pater Ansgar optimistisch.