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Kleintierschau in Elsterwerda
Stallpflicht zeigt Nachwirkungen

Bei der Vereinsschau des Kleintierzuchtverein Elsterwerda sind Bürgermeister Dieter Herrchen (l.) sowie Michael Sittel (34) aus Martinskirchen und Dana Sittel (34) aus Brottewitz für ihre Zuchterfolge geehrt worden.
Bei der Vereinsschau des Kleintierzuchtverein Elsterwerda sind Bürgermeister Dieter Herrchen (l.) sowie Michael Sittel (34) aus Martinskirchen und Dana Sittel (34) aus Brottewitz für ihre Zuchterfolge geehrt worden. FOTO: Mirko Sattler
Elsterwerda. Elsterwerdas Bürgermeister Dieter Herrchen hat bei der Vereinsschau zum letzten Mal als Schirmherr agiert. Von Mirko Sattler

Jedes Jahr im Herbst stellt der Kleintierzüchterverein „Elsterperle“ Elsterwerda und Umgebung e.V. in einer Vereinsschau die Zuchterfolge seiner Mitglieder aus dem zu Ende gehenden Jahr aus. Konnten in den zurückliegenden Jahren im Durchschnitt immer rund 120 Kaninchen und rund 250 Stück Geflügel ausgestellt werden, so musste der Zuchtverein in diesem Jahr bangen, überhaupt einige Tiere ausstellen zu können. „Durch die Vogelgrippe mit der verordneten Stallpflicht und der Kaninchenkrankheit RHD II (Rabbit Hemorrhagic Disease 2) ist in diesem Jahr die Zucht rückläufig gewesen. Die Zuchterfolge sind eingebrochen. „Wir können diesmal nur 54 Kaninchen und 160 Stück Geflügel ausstellen“, verriet Vereinsvorsitzender Bernd Dörschel.
Viele Tiere konnten durch die Züchter durch die Stallpflicht nicht richtig laufen lassen, was sich letztendlich bei der Zucht widergespiegelt hat. „Von meinen 100 Eiern, die ich in den Brutschrank gelegt habe, sind gerade einmal fünf Tiere geschlüpft. Durch die Stallpflicht mit dem fehlendem Grün und den geringeren Lichtverhältnissen, haben die Hennen den Eiern weniger Kraft mitgegeben“, weiß Züchterin Dana Sittel aus Brottewitz.
Neben dem finanziellen Einbruch beim Geflügelverkauf entstanden durch die Stallpflicht höhere Stromkosten. Zusätzliches Kraftfutter war ebenso zu verabreichen. „Ich bin froh, dass ich meine fünf geschlüpften Hühner ausstellen konnte und diese noch ein ,Sehr gut’ erhalten haben“, so die 34jährige Züchterin weiter. Durch den Zuchteinbruch muss sie nun für ihre Hühnerrasse Amrocks gestreift deutschlandweit wieder neue bebrütete Eier besorgen, die bis zu vier Euro pro Ei zuzüglich Versand kosten.
Keine Probleme mit einer Krankheit hatte Michael Sittel aus Martinskirchen. „Meine Warzenenten braun-Wildfarben erfreuen sich bester Verfassung. Sie sind spät geboren, sind robust und wachsen hervorragend“, verriet der Züchter. Durch die Stallpflicht mussten seine Schafe ihren Platz räumen, so dass seine 60 Enten dort hinein passten. Wie der Züchter selbst meint, hat er durch Krankheiten etc. keine Einbußen gehabt, jedoch „war der Fuchs manchmal schneller. Meine Warzenenten gehen im ganzen Dorf spazieren, sitzen sogar an der Bushaltestelle und kehren abends wieder heim. 20 Stück hat bisher der Fuchs geholt“, sagte der 34-Jährige, der langsam seine kleine Tochter an sein Hobby heran führt.
Ein Drittel weniger Nachzucht hatte auch Elsterwerdas Bürgermeister Dieter Herrchen. „Trotz weniger Tiere die bei der Zucht herausgekommen sind, konnte ich die Qualität meiner Hühner der Rasse Zwerg New Hampshire halten“, sagte der 65-Jährige. Mit seinen 13 ausgestellten Tieren holte er fünf Auszeichnungen wie zum Beispiel ein Elsterwerdaer Ehrenband und Preise der Kategorien E und Z.
Zum letzten Mal fungierte Dieter Herrchen vor seinem Eintritt ins Ruhealter als Schirmherr. „Ich werde die Erfolge des Vereines als Züchter weiter verfolgen. Die Vereine der Stadt sind das soziale Rückgrat einer selbigen, die die Qualität einer Kommune wieder spiegelt. Daher würde ich es gut finden, wenn auch weiterhin ein Vertreter der Stadt an den vielen Vereinen Elsterwerdas Interesse zeigt“, so das Stadtoberhaupt.