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Aus dem Kirchenleben
Ab 1. Dezember gibt es den Stern von Stolzenhain

Werner Braunsdorf (63, r.) und Sandro Atlas (47) haben den Stern in der Stolzenhainer Kirchturmspitze installiert.
Werner Braunsdorf (63, r.) und Sandro Atlas (47) haben den Stern in der Stolzenhainer Kirchturmspitze installiert. FOTO: vrs1 / Veit Rösler
Stolzenhain. Einwohner Werner Braunsdorf finanziert und installiert in Absprache mit der Kirchengemeinde das Advents-Symbol.

Die Entscheidung war spontan und sie soll im Ergebnis sprichwörtlich für große Ausstrahlung sorgen. Dem ehemaligen Kripobeamten Werner Braunsdorf (63) aus Stolzenhain sind mit kriminalistischem Scharfblick bei einer Reise durch das Erzgebirge in allen Orten in den Kirchturmspitzen leuchtende Weihnachtssterne aufgefallen. „So etwas brauchen wir bei uns auch“, meinte er noch vor Ort und handelte.

Er begann kurz entschlossen in Fachgeschäften im Erzgebirge nach einem geeigneten Weihnachtsstern für die Stolzenhainer Kirche zu suchen. Einige Dinge, wie geeignete Größe, elektrische Verkabelung, Sturmfestigkeit und simpler, aber effektiver Zusammenbau mussten berücksichtigt werden.

So entschied sich Werner Braunsdorf im Erholungsort Rechenberg-Bienenmühle für einen sogenannten „Haßlauer Stern“. Die in Wilkau-Haßlau hergestellten Sterne zeichnen sich durch ein ausgeklügeltes Klickverfahren aus. Dadurch sind sie quasi im Handumdrehen zusammen- und auch wieder auseinandergebaut. Zusammen mit Kirchgemeindemitglied Sandro Atlas (47) wurde der Stern in der Kirchturmspitze angebracht. Die fachgerechte elektrische Installation in dem denkmalgeschützten Gebäude übernahm Elektromonteur Bernd Kleiner aus Stolzenhain.

Den ständigen Stürmen geschuldet, hat Werner Braunsdorf den Stolzenhainer Stern noch zusätzlich mit Klebestellen verstärkt. Etwa 90 Euro hat Werner Braunsdorf investiert, der nach eigenen Angaben weniger religiöse Gründe als viel mehr Heimatliebe als Motiv angibt.

Die Stolzenhainer Kirchengemeinde ist eine sehr rührige. Gegenwärtig werden mit Unterstützung der Volksbank Elsterland zwölf Fenster und zwei Kirchentüren saniert. Danach sollen Teile der Fassade ausgebessert werden. Die Kirche erhält abschließend einen neuen Anstrich. Insgesamt 140 000 Euro sind für alle Baumaßnahmen veranschlagt.  Zum Reformationstag hat die Gemeinde auf dem angrenzenden Friedhof einen Lutherbaum gepflanzt – keine Eiche, sondern einen Ginkgo. Und nun ist die Vorfreude auf die Adventszeit schon groß. Am 1. Dezember wird es um 18 Uhr ein Konzert in der Kirche geben. Dann werden erstmals nicht nur die Glocken läuten, sondern auch der Stern im Kirchturm wird weithin leuchten und Besucher freundlich begrüßen.