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Kinderwagen-Invasion im Kreismuseum

Die Vorbereitungen für die lange Nacht und die neue Sonderausstellung sind längst in vollem Gang. Mehr als 50 Kinderwagen parken derzeit im Museum des Mitteldeutschen Marionettentheaters in Bad Liebenwerda.
Die Vorbereitungen für die lange Nacht und die neue Sonderausstellung sind längst in vollem Gang. Mehr als 50 Kinderwagen parken derzeit im Museum des Mitteldeutschen Marionettentheaters in Bad Liebenwerda. FOTO: Veit Rösler/vrs1
Bad Liebenwerda. Der Aktionstag "Feuer und Flamme für unsere Museen" macht am Sonnabend, 29. Oktober, mit vielfältigen Angeboten auf das reiche Angebot der Elbe-Elster-Museen aufmerksam. Die vier Häuser des Museumsverbundes tragen zu einer langen Museumsnacht rund um den Kinderwagen, einer historischen Tagung, einem Reisevortrag und mit einer Theatervorführung zur Aktion bei. red/pos

"Kinderwagen im Wandel der Zeiten" ist eine Sonderausstellung überschrieben, die vom 29. Oktober bis 29. Januar im Museum des Mitteldeutschen Marionettentheaters in Bad Liebenwerda stattfindet. "Die Ausstellung lädt zu einer spannenden und vergnüglichen Zeitreise durch die Geschichte des Kinderwagens ein", sagt Mitarbeiterin Bettina Beyer.

Die Geschichte des Kinderwagens ist noch nicht alt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Kleinstkinder hauptsächlich getragen. Die Vorläufer der Kinderwagen sind die fahrbare Korbwiege, der Stubenwagen, Schiebekarren sowie verkleinerte Nachbauten von Kutschen und Wagen. 1850 findet sich der erste Nachweis, dass der gebürtige Zeitzer Stellmacher Ernst Albert Naether erstmalig einen Kinderziehwagen konstruiert, hergestellt und auf der Leipziger Messe angeboten hat, um Säuglinge außerhalb des Hauses zu transportieren. Seine Firma in Zeitz wurde eine der bedeutenden Kinderwagenfabriken Deutschlands. Sie wurden 1950 zur Zeitzer Kinderwagenindustrie (Zekiwa) zusammengefasst. Das Unternehmen war mit mehr als 2000 Mitarbeitern der größte Kinderwagenhersteller in Europa. "Wohl ein jeder DDR-Bürger verbrachte einen Großteil seiner ersten Lebensjahre in einem Zeitzer Kinderwagen", blickt Bettina Beyer schmunzelnd zurück. Das Zeitzer Kinderwagenmuseum hat einige Stücke als Leihgabe für die Sonderausstellung zur Verfügung gestellt. Andere haben Einwohner aus der Kurstadt und Umgebung beigesteuert.

Die Schau bietet Besuchern einen Einblick in die Zweckmäßigkeit, Schönheit und den Formenreichtum alter Kinderwagen. Auch Babykleidung, Taufkleider, Taufbriefe und anderes Zubehör rund ums Baby werden gezeigt.

Eröffnet wird die Sonderausstellung am Samstag um 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) mit einer langen Nacht des Kinderwagens. Das abendfüllende Programm beginnt mit der wohl schönsten Liebesgeschichte der DDR, "Der Legende von Paul und Paula". Die Schauspielerin Rike Schubert begleitet sich selbst mit der Gitarre und interpretiert live die Hits des Defa-Filmklassikers. Im Anschluss folgt eine vergnügliche Kinderwagenschau mit vielen Informationen zur Geschichte des Gefährts. Bettina Beyer hat für die Besucher ein Angebot verschiedener und zweckmäßiger Kinderwagen mit Zubehör und entsprechender Mode aus der jeweiligen Zeit vorbereitet.

Karten für Samstag (zwölf Euro) unter Telefon 035341 12455 und per Mail an kreismuseumbadliebenwerda@lkee.de.

Eine Reise durch die Mongolei mit Werner Kreißler um 17 Uhr im Museum Mühlberg 1547 Eintritt sechs Euro (Karten-Telefon 035342 837002)

Werner Kreißler aus dem Mühlberger Stadtteil Altenau unternimmt mit den Besuchern seines Vortrags im Museum Mühlberg 1547 an diesem Abend eine Reise durch die Mongolei. Der begeisterte Motorradfahrer, der mit seiner Maschine unter anderem schon am Baikalsee war und bis nach Kirgistan gereist ist, wird in Wort und Bild über seine Tour ins ferne Asien berichten.

"Männer, Frauen und andere Katastrophen" mit dem Kieck-Theater aus Weimar um 19 Uhr im Sänger- und Kaufmannsmuseum Finsterwalde Eintritt zehn, ermäßigt acht Euro (Karten-Telefon 03531 30783)

"Frauen sind doch Haie. Gibt man ihnen den kleinen Finger, ist der Arm ab", meint ER. SIE hat am gewöhnlichen Mann mehr auszusetzen als an der Deutschen Bahn. Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen. Dass sie es trotzdem immer wieder versuchen, gibt dem Leben die Würze und dem neuen Programm des Kieck-Theaters aus Weimar den Inhalt. Mit Texten verschiedener Dichter begibt sich die Schauspielerin Cornelia Thiele auf spielerische Streifzüge, bei denen sie Lottchen und ihre Liebhaber belauscht, Vergleiche von Männern anstellt, Frösche küsst, dem schönen Mister Tod "Hallo" sagt und dabei mancher Katastrophe nur knapp entgeht. Thomas Kieck kommt, wie so mancher Mann, zwar kaum zu Wort, ist jedoch als Begleiter an der Gitarre unentbehrlich. Und im Zusammenspiel sieht man es wieder: Wie schön harmonisch können sich doch Männer und Frauen ergänzen.