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Kinder schnuppern einmal Filmfestatmosphäre

Zufrieden mit dem Verlauf des Kinderfilmfest in Bad Liebenwerda: Franka Heide, René Schöne, Guido Schieritz und David Richter (v.l.).
Zufrieden mit dem Verlauf des Kinderfilmfest in Bad Liebenwerda: Franka Heide, René Schöne, Guido Schieritz und David Richter (v.l.). FOTO: mcl1
Elbe-Elster. Das 25. Kinderfilmfest in Brandenburg hat auch im Landkreis Station gemacht. An zwei Spielorten zeigte es in den vergangenen Tagen ansprechende Filme für Kinder und Jugendliche. Mona Claus / mcl1

Das Angebot kommt gut an. Die letzte Veranstaltung des Kinderfilmfestes am Freitag war komplett ausverkauft. "Flussfahrt mit Huhn" begeisterte gut 120 Grundschüler aus dem Grundschulzentrum Robert-Reiss. Der Streifen zeigte eine romantisch-aufregende Exkursion bei der die Kids flott, frech und fantasievoll agierten.

Mit dem Motto des Festes "Anders-Artig" in Konsens gebracht, wendete sich die Geschichte gegen eine überorganisierte Welt, die den Kindern das Recht auf Erproben und Entwickeln ihrer eigenen Fähigkeiten vorenthält. Appelliert wurde daran, dass Kinder sich selbst Freiräume für Abenteuer und spannende Erlebnisse schaffen können.

Erstmals Clajus-Schule dabei

René Schöne vom Kreisjugendring Elbe-Elster und Medienpädagoge Guido Schieritz vom Bad Liebenwerdaer Freizeit- und Jugendzentrum "Regenbogen" hatten im Vorfeld etwa zehn Filmvorschläge gesichtet und ausgewählt, was in Elbe-Elster über die Leinwand flimmern soll. Die Grund- und Oberschule "Johannes Clajus" in Herzberg war am Montag und Dienstag erstmalig Spielort während des Filmfestes und wurde nach Aussagen der Organisatoren sehr gut genutzt.

Kleine Tradition in der Kurstadt

In der Kurstadt stellte die Sparkasse das Bürgerhaus zur Verfügung. Bereits zum dritten Mal organisiert, fand das Fest wiederholt direkt vor den Herbstferien statt. Ein guter Termin befinden Lehrer wie Organisatoren. So soll es auch bleiben. Zusätzliches Lehrmaterial zur Vor- und Nachbereitung ist bei vorheriger Anmeldung inclusive.

So wurde nicht nur Film geschaut und dann wieder zum Alltag übergegangen, sondern auch über das Gesehene gesprochen. "Was fällt euch ein, wenn ihr von Indianern hört?", fragte beispielsweise David Richter die Schüler. Der 22-Jährige absolviert ein Praxissemester im "Regenbogen" und hatte die An- und Abmoderation des Filmes "Shana, das Wolfsmädchen" übernommen. Anworten hörte er kaum. Die Kinder hätten sich schwergetan mit dem Verständnis für den Filminhalt, bewertete der angehende Kultur- und Medienpädagoge die Reaktionen. Der Wolf wurde als Hund gesehen. Schwergefallen sei konzentriertes zuhören, leise zu sein und still zu sitzen - ziehen die Macher Resumeé.

Dabei hatte der Film alles, was zum Thema passte - es ging um andere Kulturen, Außenseiter, Familie, Heimat, Identität, Lehrer-Schüler-Verhältnis, Verlust eines Menschen, Talent und Natur. René Schöne zeigt Verständnis: "Vielleicht hat der Film auch nicht zu den gegenwärtig aktuellen Figuren der 10- bis 13-jährigen gepasst."

Ein Seh-Erlebnis genossen die Kita-Kinder mit dem Kurzfilmprogramm "Anders-Artig". Dass dabei drei Kurzfilme eine Einheit boten, bemerkten die Kleinen gar nicht. In nur 18 Minuten erlebten sie das Spektrum der Andersartigkeit - Außenseiter, Fantasie, Emotionen, Konfliktlösung, Gemeinschaft, Freundschaft, Heimat, Farben, Hilfsbereitschaft, Toleranz, Solidarität, Witz und Humor. "Die Kleinen waren echt begeistert", beschreibt Guido Schieritz und freut sich, das passende Material für die Altersklasse gefunden zu haben.

Wartezeit überbrücken

Keiner müsse übrigens bis zum nächsten Jahr warten, um Kindern das Kinogefühl nahezubringen, macht René Schöne deutlich. Sowohl im Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg als auch im Kreismedienzentrum gebe es verschiedene Filme für die pädagogische Arbeit, empfiehlt er. Er steht gern gemeinsam mit Guido Schieritz für Nachfragen bereit.