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| 17:54 Uhr

Kiesabbau in der Region Mühlberg
Berger Rohstoffe: „Wir sind für alles offen“

Rückbau oder Aussichtsplattform? Im Frühjahr 2019 soll es auf die Frage eine Antwort geben.
Rückbau oder Aussichtsplattform? Im Frühjahr 2019 soll es auf die Frage eine Antwort geben. FOTO: Frank Claus
Mühlberg/Altenau. Das Landesbergamt will im Frühjahr 2019 zur Zukunft der Kieshalde bei Altenau entscheiden. Der Gleisanschluss bleibt weiter umstritten. Von Frank Claus

Das sind ganz neue Töne: Wenn es um die Zukunft der Kieshalde auf dem Betriebsgelände der Berger Rohstoffe GmbH in Altenau geht, sind Landesbergamt und Geschäftsführer Erwin Geßl inzwischen ganz relaxt. „Wir sind für alles offen“, hat der Geschäftsführer beim Kiesgipfel in der vergangenen Woche in Mühlberg gesagt und damit die Luft aus der zum Platzen gefüllten „Bombe“ gelassen.

Ganz offen, das bedeutet, dass das Unternehmen bereit sei, den Kiesberg ganz zurückzubauen, zu reduzieren oder eben als Aussichtsplattform herzurichten. Die Entscheidung darüber fällt das Landesbergamt im Zuge des Planfeststellungsverfahrens für die beantragte Erweiterung des Kieswerkes. Hans-Georg Thiem, der Präsident des Landesbergamtes, geht vom „zeitigen Frühjahr 2019“ aus.

Bislang ist die Kieshalde, die 15 Meter hoch genehmigt war, inzwischen aber wohl um die 24 Meter in den Himmel ragt, Gegenstand einer gegensätzlich verlaufenden Debatte. Während die Bürgerinitiative für „Für eine Heimat mit Zukunft“ und ein Teil der Bürgerschaft die Beeinträchtigung durch Staub, vor allem bei stärkerem Wind, kritisieren, haben sich in einer Unterschriftensammlung, ausgelöst von der Interessengemeinschaft „Hässliche Heimat“, etwa 100 Bürger für eine Landmarke mit einer Aussichtsplattform ausgesprochen. Die, so Initiator und Berufskünstler Paul Böckelmann, könne dazu beitragen, die Mühlberger Region weiter aufzuwerten und Gäste anzulocken. Dabei hat er ein wachsendes Seenland vor Augen.

Blick von der umstrittenen Kieshalde bei Altenau: weit ist das Land.
Blick von der umstrittenen Kieshalde bei Altenau: weit ist das Land. FOTO: LR / Frank Claus

Momentan, so ein subjektiver RUNDSCHAU-Eindruck, bietet ein Blick von der Halde nicht unbedingt den großen Aha-Effekt. Die Region ist geprägt von überwiegend Wald und Feld. Nur in der Ferne sind Haus- und Stalldächer sowie Kirchturmspitzen zu erkennen. Herausragend vielleicht noch die Silhouette der benachbarten Zuckerfabrik. Freilich, bei untergehender Abendsonne oder in frühen Morgenstunden hat auch dieser Blick reizvoll Romantisches. An den Hängen der Halde, die von der Vorgängerfirma angelegt worden sei, wie Erwin Geßl betont, hätten sich inzwischen schützenswerte Trockenpflanzen angesiedelt, wie beim Kiesgipfel ebenfalls in den Raum geworfen wird.

Deutlich kritischer steht die Bürgerinitiative dem geplanten Gleis­anschluss ans Berger-Kieswerk gegenüber. „Der führt nur dazu, dass unsere Heimat noch schneller abgebaggert wird“, meinte Ortsvorsteher Jörg Fabian vor gut einem Jahr. Auch die weiter geplanten Transporte über die Straße sieht er kritisch und spricht da vor allem für die Burxdorfer. „Dort gibt es noch eine Pflasterstraße. Die Möglenzer, die jetzt eine neue Straße haben, wissen, was das bedeutet.“

Die Belastungen, die ein Kiesabbau rund um die Uhr mit sich bringe, seien enorm. Erwin Geßl erklärt, er wolle Konflikte nicht weiter anwachsen lassen. Deshalb solle es schnell regelmäßige Termine mit der Bürgerinitiative geben. Noch am Tage des Kiesgipfels habe er sich dazu mit dem Altenauer Ortsbürgermeister kurzgeschlossen. Ganz schnell wolle er der Bevölkerung Gelegenheit geben, ihre Fragen loszuwerden. „Wir wollen den Dialog und schalten ab sofort auch ein Infotelefon“, sagt er.

Rufnummer: 0151 16333219.