ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 07:04 Uhr

Debatte um Kiesabbau bei Zeischa
Kiesabbau: Reizthema nicht nur in Mühlberg

Der Kiesabbau in Zeischa und Versäumnisse von Verantwortungsträgern bei der Nutzung des Umlandes beschäftigen weiter die Debatten rund um Bad Liebenwerda.
Der Kiesabbau in Zeischa und Versäumnisse von Verantwortungsträgern bei der Nutzung des Umlandes beschäftigen weiter die Debatten rund um Bad Liebenwerda. FOTO: Jens Berger / LR
Zeischa. Zum Beitrag „Verfahrene Kiste: Kies in Zeischa“ in der RUNDSCHAU vom 17. März 2018 schreibt der Fraktionschef von Die Linke/B90-Grüne im Kreistag Elbe-Elster, Joachim Pfützner:


Dass Kiesabbau offensichtlich  nicht nur im Raum Mühlberg ein Reizthema ist, sondern auch im Abbaugebiet Zeischa, verdeutlicht der Artikel. Ins Auge fällt eine gewisse Duplizität der Vorgänge. So erkennt die Runde beim Krisengipfel in Bad Liebenwerda erst jetzt, dass sich das Bergwerksfeld Zeischa deutlich weiter erstreckt als angenommen, also bis vor die Tore von Dobra  und nach Zeischa, wo  Teile der Bungalowsiedlungen, des Sportplatzes inklusive Gaststätte und das Wohngebietes Hasenwinkel betroffen sind.

Hört, hört! Wie war das gleich mit der Ausschreibung der Kiesabbauflächen, die Siedlung Neuburxdorf und den Bereich des Lagers Mühlberg betreffend?

Und der Liebenwerdaer Bürgermeister reicht nach, dass er auch erst jetzt, also nach der Krisengipfelrunde weiß, „dass möglicherweise noch 15 bis 30 Jahre Kies abgebaut werden kann in Zeischa“.

Die  im Artikel bereits aufgeworfenen Fragen beleuchten zwar einige Details,  sparen aber grundsätzliche, vor allem die nach der Verantwortung,  aus. Wie kann es denn sein, dass die B 183-Ortsumfahrung sowohl geplant als auch gebaut wurde, ohne dass das Thema Kiesabbauflächen scheinbar eine Rolle spielte? Wie sah das aus mit den diesbezüglichen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange? Wie ist es möglich, dass Kiesabbau auf Flächen zur Ausbeutung vorgesehen ist, die längst bebaut oder anderweitig genutzt werden sollen?

Nicht nur die Frage steht im Raum, seit wann und letztlich unter wessen Verantwortung diese Flächen zum Abbau ausgewiesen wurden, sondern auch die, warum das Thema gar nicht in die Öffentlichkeit gelangte und in der Kommunalpolitik keine Rolle spielte – siehe Feststellungen des Bürgermeisters, Herrn Richter. Warum ist die Ausweisung von Kiesabbauflächen nicht längst, die Interessen der Einwohner betreffend,  an den Status quo angepasst worden? Sollte das so sein?

Erschreckend deutlich wird, dass nicht die betroffenen Menschen  im Mittelpunkt standen (und stehen?), sondern offensichtlich der Profit. Inwieweit und in welchem Umfang öffentliche Einrichtungen daran beteiligt waren, muss auch öffentlich geklärt werden. Hier ist einiges gerade zu rücken.