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Keine Terror-Razzia in Elbe-Elster

FOTO: Screenshot
Cottbus. "Terror-Verdächtiger in Hirschfeld bei Elsterwerda gefasst", "SEK-Einsatz in Riesa" – solche und ähnliche Meldungen haben sich am Dienstag und Mittwoch via Facebook und Twitter rasch verbreitet. Ist an den Geschichten was dran? Nein! Sie sind frei erfunden. Die Polizei will den Falschmeldungen nun nachgehen. bob

Sie sehen aus wie Nachrichten aus dem Internet: Schlagzeile, ein angebliches Foto mit Polizisten vom Ort des Geschehens und ein kurzer Text mit dem Hinweis, "in Kürze" würde die Polizei oder das Landeskriminalamt mehr dazu veröffentlichen. Wer genauer hinsieht, merkt allerdings schnell, dass es sich nur um einen - sehr geschmacklosen - Scherz handelt. In Hirschfeld jedenfalls wurde weder am Dienstag noch am Mittwoch ein Polizei-Aufgebot gesichtet. "Da ist nichts dran. Es hat keine Festnahmen und keinen Einsatz gegeben", bestätigt Anja Resmer, Sprecherin des Polizeipräsidiums in Potsdam auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Quelle der angeblichen Nachrichten ist eine Internetseite mit Namen 24aktuelles.com, bei der jeder seine eigenen Nachrichten gestalten kann. "Obama bestätigt Existenz von Außerirdischen", kann man dort lesen, oder, dass der nächste Harry Potter-Band kommen soll. "Macht Eure Freunde neugierig, so lassen sie sich einfacher hereinlegen", wirbt die Seite für ihr Angebot. Betreiber ist eine Werbefirma aus Belgien. Per Knopfdruck lassen sich die erfundenen Nachrichten sofort via Facebook und Twitter verbreiten. Kleingedruckt steht dann am Ende der falschen Nachricht: "24aktuelles.com ist eine Internetseite, die zur Unterhaltung dient, die falschen News werden von unseren Usern verfasst. Alle Nachrichten dieser Seite sind frei erfunden und fiktiv". Offenbar wird dieser Hinweis von vielen Nutzern übersehen.

Stattdessen wird die Seite derzeit für ganz andere Zwecke missbraucht. Auf der Internetseite wurde mittlerweile darauf reagiert. "Die Verfasser von Beiträgen, die Terrorakte verherrlichen oder die öffentliche Ordnung beeinträchtigen, setzen sich einer strafrechtlichen Verfolgung aus", heißt es dort. Die gefälschten Terror-Nachrichten sind trotzdem weiter zu finden.

Es komme immer mal wieder vor, dass solche Falschmeldungen durch die sozialen Netzwerke wandern, bestätigt Polizeisprecherin Resmer. "Wir werden diesen Fall noch mal prüfen und dem nachgehen", kündigt sie an. Zudem appelliert sie an die Bürger, sich über seriöse Internetseiten zu informieren. Auch die Polizei gehe in solchen Fällen offensiv damit um und informiere zeitnah über die eigenen Medienkanäle.