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| 18:45 Uhr

So geht es nicht weiter
Vandalismus an Schraden-Grundschule

Reifenbremsspuren auf dem farblich aufgefrischten Mandala trüben den Spielspaß der Grundschüler. Im hinteren Eingang brannte es bereits.
Reifenbremsspuren auf dem farblich aufgefrischten Mandala trüben den Spielspaß der Grundschüler. Im hinteren Eingang brannte es bereits. FOTO: LR / Manfred Feller
Großthiemig. Immer wieder: Nach Schulschluss in Großthiemig kommen ungebetene Gäste. Das Minispielfeld als Grund soll weg. Von Manfred Feller

Die Welt könnte so schön sein, gäbe es nicht ein paar Störenfriede. Davon ist auch die Evangelische Schraden-Grundschule nicht ausgenommen. Leiterin Cathleen Ruschke-Burghardt spricht von beinahe „regelmäßigen Sachbeschädigungen“. Eingeschlagene Scheiben, demolierte Bänke, Fahrradbremsspuren auf dem frisch gemalten Mandala usw. Krimineller Höhepunkt sei ein Brandsatz im Eingangsbereich gewesen.

„Am Morgen sind wir nicht selten überrascht, was schon wieder kaputtgemacht worden ist“, ärgert sich die Leiterin. Einen Einbruch habe es zum Glück noch nicht gegeben, jedoch einen Versuch, in die Turnhalle zu gelangen. „Wir haben schon sehr viele Anzeigen gegen unbekannt erstattet“, sagt sie weiter und wartet auf ein Ergebnis sowie Konsequenzen. Die Schäden bezahlen die Schule und die Gemeinde als Eigentümerin der genutzten Gebäude. „Dies ist kein öffentlicher Platz, sondern ein Schulgelände“, appelliert die Leiterin allgemein an Eltern, ihre Kinder darauf hinzuweisen. Das Areal ist am Abend verschlossen.

Beschädigt wird auch der Einsatz der Eltern, die in jedem Schuljahr verpflichtend Arbeitsstunden leisten. „Ich will, dass es der Schule gut geht“, sagt zum Beispiel Silvana Proy aus dem sächsischen Oelsnitz. Sie hat vor dem Schulstart auch für ihre Tochter Kim mit für Ordnung und Sauberkeit gesorgt.

Die Gemeinde und die Amtsverwaltung kennen das Problem nur zu gut. „Das geht schon sehr lange so, seitdem die Schule da ist“, stellt Amtsdirektor Thilo Richter fest. Dreh- und Angelpunkt sei das Minispielfeld zum Bolzen. Wer darauf spielen wolle, verschaffe sich nach Schulschluss Zutritt. Weil es auch Ärger mit Nachbarn gibt, suche die Gemeinde nach einer Lösung. Sie wolle, so Thilo Richter, das Spielfeld an eine andere Stelle in Großthiemig versetzen. Das kostet Geld, das möglicherweise 2019 zur Verfügung stehen könnte.

Von den ungebetenen Gästen abgesehen, ist der Alltag an der Grundschule, die nach der Montessori-Pädagogik arbeitet, wieder eingezogen. Die ausgewählten 15 Erstklässler, mehr werden trotz darüber hinausgehender Elternwünsche nicht aufgenommen, leben sich gerade ein.

Die insgesamt 60 Schüler von der 1. bis zur 6. Klassenstufe kommen wie ihre Lehrer aus einem Einzugsgebiet, das von Großenhain bis Ruhland und von Bad Liebenwerda bis Senftenberg reicht. „Ich will nie wieder weg“, sagt zum Beispiel Antje Mückel, Lehrerin aus Arnsdorf. Ihr Kollege Michael Grüneberg kommt aus Merzdorf. An eine andere Schule möchte er nicht mehr zurück. Sieben Pädagogen sind es zusammen. Einer fehlt. „Wir suchen ab sofort noch einen Englischlehrer“, wirft Cathleen Ruschke-Burghardt ein.

Das Wissen wird in jahrgangsgemischten Lerngruppen vermittelt. Gefragt seien ein ausgeprägtes Sozialverhalten und selbstständiges Lernen. Weiß ein Schüler etwas nicht, frage er zuerst den älteren Mitschüler und dann den Lehrer. Auch aufgrund ihrer Kompetenzen wechseln etwa 70 Prozent der Schüler später auf das Gymnasium.

Erst recht nach jüngsten Studien sieht die Leiterin die Bildung in Brandenburg als rückschrittlich an. Lehrer würden kaum gefragt, wenn das Niveau der Lehrpläne nach unten angepasst werde. „Auch wir betreiben Inklusion, aber vergessen dabei die Leistungsstarken nicht.“

Hausmeister Bernd Kawetzki aus Ortrand hat schon einige Vandalismusspuren beseitigt. Silvana Proy aus Oelsnitz, Mutti einer Schülerin, beim Reinigen.
Hausmeister Bernd Kawetzki aus Ortrand hat schon einige Vandalismusspuren beseitigt. Silvana Proy aus Oelsnitz, Mutti einer Schülerin, beim Reinigen. FOTO: LR / Manfred Feller