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| 17:26 Uhr

Bildung
Keine liest Bücher besser vor als Nele

Im zweiten Teil des Vorlesewettbewerbs erhalten die Sechstklässler einen unbekannten Text. Nele Winkler (vordere Sitzreihe, rechts) von der Friedrich-Starke -Grundschule ist die beste Vorleserin in Elbe-Elster Süd.
Im zweiten Teil des Vorlesewettbewerbs erhalten die Sechstklässler einen unbekannten Text. Nele Winkler (vordere Sitzreihe, rechts) von der Friedrich-Starke -Grundschule ist die beste Vorleserin in Elbe-Elster Süd. FOTO: Manfred Feller / LR
Elsterwerda. Sechstklässlerin aus Elsterwerda gewinnt Regionalausscheid. Studie sieht sinkende Kompetenz im Fach Deutsch.

Nele Winkler von der Friedrich-Starke-Grundschule in Elsterwerda-Biehla ist die beste Vorleserin. Sie hat den Regionalausscheid der Grundschulen im Bereich Elbe-Elster Süd mit einer überzeugenden Leistung gewonnen. Sie nimmt mit zwei weiteren Sechstklässlern aus dem Landkreis am Brandenburger Landeswettbewerb Süd teil.

„Wenn ich Zeit habe und keine Hausaufgaben machen muss, lese ich gern am Abend. Ich habe viele Bücher“, sagt die Zwölfjährige.

Begleitet wird sie zum Vorlesewettbewerb von ihrer Oma Karla Winkler und deren Lebensgefährten Eberhard Voigt. „Zum Geburtstag und zu Weihnachten bekommt sie von mir immer ein Buch geschenkt“, erwähnt sie und schiebt stolz hinterher: „Nele ist eine der besten Schülerinnen.“ Das nächste Ziel sei das Gymnasium.

Aber auch die anderen Vorleser, die Besten ihrer Schule, haben sich wacker geschlagen, wie Felix Freigang (Grund- und Oberschule Elsterwerda), Giuliano Haufe (Grundschule Prösen), Max König (Grundschule Mühlberg), Lilly Lauenroth (Grundschule Hohenleipisch/Plessa), Jaden Noah Schulze (Grundschule Hirschfeld) und Leni Wegert (Grundschule Gröden).

Hervorhebenswert ist, dass es einige Teilnehmer sehr gut verstanden haben, einen unbekannten Text mit in der Alltagssprache selten gebrauchten Worten flüssig und mit hörbarer Betonung auch der wörtlichen Rede zu lesen. Andere haben damit Probleme. Beifall von den zuhörenden Alterskameraden, Lehrern und Angehörigen erhalten alle.

Gute Lesefähigkeiten bescheinigt ihren Schülern Manuela Ulbrich von der Friedrich-Starke-Grundschule Elsterwerda. Sie ist seit 1985 im Schuldienst (Englisch, Naturwissenschaften), unterrichtet seit etwa zehn Jahren Deutsch und kann deshalb einen größeren Zeitraum überschauen. „Die Schüler lesen nicht schlechter als früher. In jeder Klasse gibt es gute und schlechte Leser“, sagt sie. Im Unterricht werde viel gelesen, darunter in jedem Schuljahr zwei Bücher.

„Die Lesebegeisterung hat mit den neuen Medien aber etwas nachgelassen“, sagt Manuela Ulbrich mit Blick auf das bedruckte Papier. „Aber auch Smartphone und Computer bilden. Die Kinder lesen heute nicht weniger, aber anders. Auch ich gehe mit der Zeit, liebe aber nach wie vor das Buch.“

Der Eindruck, dass Mädchen durchschnittlich besser lesen können, kann offiziell bestätigt werden. Der IQB-Bildungstrend 2016 der Humboldt-Universität zu Berlin im Auftrag der Kulturminister-Konferenz der Bundesländer hat „signifikante Unterschiede“ bei den bundesweit überprüften Viertklässlern festgestellt. Demnach haben die Mädchen im Fach Deutsch höhere Kompetenzen erreicht. In der Orthografie seien die Differenzen am größten, gefolgt vom Lesen und Zuhören. Dagegen marschieren die Jungen im Fach Mathematik voran.

Im Bundesvergleich der Lesekompetenz liegt Brandenburg im Mittelfeld. Zehn Prozent der Schüler haben den Optimalstandard erreicht, 64 Prozent den Regelstandard und die anderen haben den Mindeststandard verfehlt. Die besten Leser kommen aus Bayern und Sachsen, die durchschnittlich  schlechtesten aus Berlin und Bremen, wo auch der hohe Anteil fremdsprachiger Kinder eine Rolle spielt. Im Vergleich zu 2011 haben die Wissenschaftler Abwärtstrends beim Lesen und besonders beim Zuhören und in der Orthografie festgestellt. Überprüft wurden bundesweit fast 30 000 Viertklässler.

Neben dem Landeswettbewerb erhalten die drei besten Elbe-Elster-Vorleser noch eine Einladung für die Abschlussveranstaltung der 22. Literatour zwischen Elbe und Elster. Das wird am 25. März auf Gut Saathain sein, sagt Marion Ballnat, Leiterin des Kreismedienzentrums in Herzberg.

Blick über die Schulter einer Jury-Dame auf den Bewertungsbogen.
Blick über die Schulter einer Jury-Dame auf den Bewertungsbogen. FOTO: Manfred Feller / LR
(mf)