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Kehrt marsch! in Plessa

Die neue Umzugsstrecke ist grün eingezeichnet. Knackpunkt: Die Bundesstraße 169 wird nur noch einmal gequert.
Die neue Umzugsstrecke ist grün eingezeichnet. Knackpunkt: Die Bundesstraße 169 wird nur noch einmal gequert. FOTO: Quelle: Plessaer Carnevals-Club
Wendemanöver in Plessa: In diesem Jahr verläuft der große Karnevalsumzug am 2. Februar in entgegengesetzter Richtung. Hintergrund: Die Bundesstraße 169 soll nicht mehr wie in den Vorjahren zwei, sondern nur noch einmal überquert werden. Konsequenz: Der Zug der fröhlichen Leute wird auch nur noch einmal an der Narrentribüne vorbeimarschieren. Von Frank Claus

Der Plessaer Carnevals-Club kann nach Aussagen seines Präsidenten Peter Werner mit dieser Veränderung leben. Gemeinsam mit dem Straßenverkehrsamt des Landkreises hatte man zunächst auch eine größere Umleitung für den rollenden Bundesstraßenverkehr durch den Ort erwogen, um den alten Zustand mit zweimaligem Tribünen-Vorbeimarsch zu belassen, diesen dann aber verworfen. Denn die neue Variante hat Werner zufolge einen großen Vorteil: „Der Zug wird nicht mehr so auseinander gezogen und künstliche Lücken werden verhindert.“ Bislang musste der Tross immer wieder unterbrochen werden, um bei zu groß gewordenen Staus auf der Bundesstraße die Fahrzeuge passieren zu lassen.
Nachteil der neuen Variante: Vor allem den Versorgern im Tribünenbereich drohen weniger Einnahmen. Ab 13 Uhr beginnt das große Aufreihen wie bislang in der Waldstraße. Um 13.30 Uhr soll sich der Zug in Bewegung setzen. Gut eine halbe Stunde dürfte vergehen, bis die ersten Karnevalisten dann die Tribüne erreichen. An diese zieht es traditionell die meisten Besucher, weil die Umzugsteilnehmer hier mit den meisten Gags aufwarten und heiter-scharfzüngige Sprüche von der Tribünen bislang selbst bei kältestem Wetter die Gemüter erwärmten. Der Umzugsminister empfiehlt nun, die Bahnhofstraße noch stärker zu säumen. Hier gebe es auch eine prima Sicht auf die 57 Bilder. Nach Fertigstellung der Umzugsbroschüre, die in einer Auflage von 5000 Exemplaren gedruckt wurde, haben sich zwei weitere Narrengruppen angemeldet. So wird auch in der 53. Saison der Plessaer Umzug seinem Ruf gerecht, der mit den schönsten und besonders aufwendig gestalteten Bildern in Südbrandenburg zu sein.
Noch etwas wird in diesem Jahr garantiert für Zündstoff sorgen. Die Karnevalisten kämpfen vehement um den Erhalt des Kulturhauses. Dabei müssten die Gemeindevertreter jedoch erst einmal eine Ideenrunde anschieben, um zu klären, was man perspektivisch überhaupt mit dem Haus machen wolle. Bissig heißt es dazu in der Broschüre: „Diese Frage müssten sich zuerst mal unsere Gemeindevertreter selbst beantworten - und am besten gleich darüber nachdenken, ob sie wirklich noch die Interessen des Wählervolks vertreten.“

Das Rathaus ins Kulturhaus?
Die Karnevalisten würden einen schrittweisen Umbau zum Rathaus mit Bürger- und Vereinsbegegnungsstätte favorisieren. Der große Saal bliebe so unterschiedlichen Kulturveranstaltungen vorbehalten. Das jetzige Gemeindeamt solle als Jugendzentrum das Ensemble Schule und Sporthalle komplettieren.